Region Stendal

Eisige Temperaturen : Nach weiterem Kältetod verstärkt Polizei Kontrollen

Nach mehreren Todesfällen durch die eisigen Temperaturen hat die Polizei Sachsen-Anhalt verstärkte Kontrollen angekündigt. Wie ein Sprecher mitteilte, werden Beamte gezielt Orte aufsuchen, an denen sich Obdachlose häufiger aufhalten. Zugleich appellierte die Polizei, sensibel darauf zu achten, ob sich Menschen in Gefahr befinden.

Obdachlosenunterkünfte nur teilweise belegt

Angesichts der Kälte könne ein Anruf bei Polizei oder Feuerwehr möglicherweise Leben retten. Im Zweifel sei es besser, einmal zuviel als einmal zu wenig die Behörden zu alarmieren. Allerdings sei es nicht möglich, Obdachlose gegen ihren Willen in eine Unterkunft zu bringen. In Magdeburg gibt es zwei Obdachlosenheime mit 108 Betten, sie sind allerdings nur zur Hälfte belegt. Im "Haus der Wohnhilfe" in Halle mit 120 Betten sind 90 Übernachtungsplätze bezogen. Mitgliedseinrichtungen der Diakonie Mitteldeutschland betreiben außerdem Obdachlosenunterkünfte in Burg, Genthin, Naumburg, Sangerhausen und Wittenberg. Dort stehen insgesamt 90 Plätze bereit, außerdem gibt es noch Notschlafstellen.

Obdachloser, Eisbaderin und Fahrradfahrer Opfer der Kälte

Thermometer bei Minusgraden
Bei den eisigen Temperaturen steigt die Gefahr durch Erfrierungen.

In Großwirschleben bei Bernburg entdeckte eine Zeitungszustellerin am Freitagmorgen einen 53-Jährigen tot vor seinem Haus. Offenbar war er betrunken mit seinem Fahrrad gefahren, gestürzt und liegengeblieben. Die Polizei geht von einem Kältetod aus. Der Mann soll etwa acht Stunden bei -18 Grad Celsius vor der Tür gelegen haben. Am Donnerstagmorgen hatte eine Passantin einen 55-jährigen Obdachlosen in Magdeburg leblos auf einer Bank gefunden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.

Am Mittwoch starb in Stendal eine 73-Jährige beim Eisbaden in einem Kiessee. Wie Zeugen berichteten, hatte die Seniorin praktisch täglich in dem See gebadet. Kurz vor ihrem Tod wurde beobachtet, wie sie ins Wasser stieg. Als sie nicht zurückkehrte, informierten die Zeugen die Polizei. Taucher zogen die Leiche aus dem Wasser.

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2012, 12:24 Uhr

6. Erik:
Da würde die Welt aber aufschreien, wenn die Deutschen ihre Staatseinnahmen selbst verbrauchen wollten. Anders als in Großbritannien (Margaret Thatcher 1984: „I want my money back") wird hier jeder Versuch, mit staatlichen Einnahmen zunächst das eigene Volk zu bedenken, sofort mit dem Vorwurf des Rechtspopulismus verbunden. Ein Totschlagargument, das Politiker immer davon abhalten wird, so etwas überhaupt in Erwägung zu ziehen.
06.02.2012
14:48 Uhr
5. Kerstin Frost:
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen. Es sind Milliarden für andere Länder da und ich habe auch noch keinen Türken oder Armenier hier in Magdeburg obdachlos gesehen. die bekommen genug Unterstützung. Aber unsere Leute? Warum dürfen Obdachlose eingentlich nicht ihren Hund mit ins die Unterkunft nehmen? Ich finde das ganze Sozialsystem nicht gut. Aber als Bürge kann man da nicht so viel dran ändern.... Schade eigentlich
06.02.2012
13:36 Uhr
4. Ralf Mischkowski:
Es ist schon traugig das Menschen in einem eigendlich so reichen Land wie Deutschland als Obdachlose leben müssen und der Naturgewalten schutzlos ausgeliefert werden.Da werden Miliarden an Geldern ins Ausland gepumt wo keiner nachvollziehen kann was mit dem Geld gemacht wird.Für die eigene Bevölkerung bleibt nichts über.Obdachlose und Kältetote bräuchte es in Deutschland nicht geben.
06.02.2012
09:08 Uhr
3. Erik:
Es wird eben immer da gespart, wo es am einfachsten ist. Gut, dass die Diäten für die Landtagsabgeordneten endlich angehoben werden. Man muss eben Prioritäten setzen und wissen, was wirklich zählt.
05.02.2012
10:30 Uhr
2. Bördeork:
Kann mich meinem Vorredner nur anschließen, die Sicherheit ist mit der aktuellen Polizeistärke schon nicht zu gewährleisten. Auch wenn Leben zweifelsfrei vor Sachschäden geht, und man für einen Obdachlosen gern ne halbe Stunde mehr auf eine Unfallaufnahme wartet, glaub ich nicht, dass die örtlichen Polizeidienststellen gern auf solche Anrufe warten.
05.02.2012
09:46 Uhr
1. schneider:
welche polizei soll das denn kontrollieren? die in den letzten jahren abgebaute? es ist doch kaum noch polizei zu sehen. auf eine unfallaufnahme wartet man mitunter stunden.
04.02.2012
17:25 Uhr

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