Streit um Sexualstraftäter : Proteste in Insel gehen weiter
Am Sonnabend gab es im Stendaler Ortsteil Insel erneut Proteste gegen zwei entlassene Sexualstraftäter. Nach Angaben eines Polizeisprechers versammelten sich rund 60 Demonstranten aus dem Dorf und dem Umland. Mit Trillerpfeifen und Plakaten machten sie unweit des Wohnhauses der beiden Männer ihrem Ärger Luft.
Auch 50 Neonazis protestierten
Auf den Transparenten war laut Polizei unter anderem "Wir sind keine Insel für Straftäter" zu lesen. Auch etwa 50 Neonazis waren vor Ort, die Beamten trennten sie von den Einwohnern. In der Vergangenheit hatten sich die Rechten immer wieder unter die Protestierenden gemischt. Zwischenfälle gab es laut Polizei keine. Rund 60 Beamte waren in dem 400 Einwohner zählenden Altmarkdorf vor Ort.
Ziel der Einwohner ist es, dass die beiden Männer das Dorf verlassen. Sie hatten mehrere Frauen vergewaltigt und dafür längere Haftstrafen verbüßt. Anschließend kamen sie in Sicherungsverwahrung. Seit Oktober 2010 sind sie jedoch auf freiem Fuß. Im Juli vergangenen Jahres zogen sie aus Baden-Württemberg nach Insel. Zwischenzeitlich schien ein Umzug der beiden in Sicht. Allerdings erklärte der ältere der Männer, dass er aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes nicht aus Insel wegziehen könne. Der Andere, ein Mittfünfziger, sucht weiterhin einen Arbeitsplatz und würde dafür auch den Wohnort wechseln. Seit Beginn der Proteste bemüht sich das Justizministerium in Magdeburg um eine Lösung, vorerst ohne konkrete Ansätze.

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.