Zwei Wölfe stehen nebeneinander
Der Stadtrat Stendal hat eine Resolution zum Umgang mit Wölfen verfasst. Bildrechte: Colourbox.de

Aufruf an Bund und Land Problem mit Wölfen: Hilferuf aus Stendal

Der Stadtrat von Stendal will, dass Wölfe von Jägern abgeschossen werden dürfen. Dafür wurde eine Resolution an Bund und Land verabschiedet. Darin wird gefordert, das Jagdrecht anzupassen. Die CDU Sachsen-Anhalt dringt außerdem darauf, Wölfe zum Thema der Koalitionsverhandlungen zu machen.

Zwei Wölfe stehen nebeneinander
Der Stadtrat Stendal hat eine Resolution zum Umgang mit Wölfen verfasst. Bildrechte: Colourbox.de

Der Stendaler Stadtrat hat am Montagabend intensiv diskutiert: Die Stadträte haben eine Resolution an Bund und Land für einen besseren Schutz von Landwirten vor Wölfen verabschiedet. Darin wird gefordert, Vorkehrungen zu treffen, wie die wachsende Wolfspopulation reguliert werden kann. Zudem soll der Wolf in das Jagdrecht mit feststehenden Jagd- und Schonzeiten aufgenommen werden.

Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz will mit der Resolution auf "berechtigte Sorgen" eingehen, die besonders Menschen im ländlichen Raum hätten. Das betreffe zum Beispiel die Begleichung von Schäden durch Wolfsrisse. "Man muss von denen, die Verantwortungen und Entscheidungen tragen und treffen, verlangen, dass auch in Bezug auf den Wolf der Mensch geschützt wird", sagte Schmotz MDR SACHSEN-ANHALT.

Experte: Zu früh für Abschuss-Forderung

Andreas Berbig vom Wolfskompetenzzentrum in Iden bei Stendal hält die Forderung nach einer Abschuss-Freigabe von Wölfen für viel zu früh. Gerade werde ein guter Erhaltungszustand der Art angestrebt. Das sei noch ein langer Prozess. "Irgendwann werden wir erreichen, dass der Wolf als normale Tierart betrachtet wird. Das liegt aber noch in weiter Ferne", sagte Berbig MDR SACHSEN-ANHALT.

CDU: Wölfe als Thema der Koalitionsgespräche

Der CDU-Generalsekretär und Europaabgeordnete für Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, will den Wolf außerdem zum Thema der Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene machen. "Es geht nicht um eine Ausrottung des Wolfes, sondern um eine verträgliche Anzahl in unserer mitteldeutschen Kulturlandschaft", schreibt Schulze auf seiner Webseite.

Schulze fordert, in den neuen Koalitionsvertrag zwei Punkte zum Wolf aufzunehmen: Erstens solle ein Regulierungsplan für den Wolfsbestand aufgestellt werden. Zweitens sollten der Erhaltungszustand und  der absolute Schutzstatus des Wolfs geprüft werden, die in der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie festgehalten sind.

Laut Monitoring-Bericht des Landesumweltamtes leben derzeit zwölf Wolfsrudel in Sachsen-Anhalt.

Wolfsvorkommen 2015/2016 Die folgende Karte zeigt Gebiete in Deutschland, in denen zwischen dem 1. Mai 2015 und dem 30. April 2016 nach den wissenschaftlichen Monitoringstandards Wölfe nachgewiesen wurden. In den blauen Flächen konnten einzelne Tiere nachgewiesen werden, in den roten Nachwuchs von Wölfen.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10.10.2017 | 05:00 Uhr

Quelle: MDR/mh

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2017, 08:56 Uhr

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24 Kommentare

13.10.2017 15:24 Heute im MDR 24

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/halle/schuesse-in-weissenfels-100.html

Und über Wölfe regt Ihr Euch auf.

13.10.2017 13:50 @12.10.2017 18:35 Natural Born Chiller 23

Lassen Sie uns mal in Sachsen in der Dämmerung durch die Felder joggen. Ich lade Sie gerne ein. Ihre Kinder können wir auch gerne mit nehmen.

13.10.2017 11:22 Wolpertinger 22

Vielleicht sollten sowohl Wolfsgegner, als auch Wolfsbefürworter den Ball etwas flacher halten.
Eine akute Gefahr geht nach derzeitigem Kenntnisstand nicht vom Wolf aus. Warum also die Panik ? Andererseits ist auch die "Vergötterung" dieses Tieres abso8lut übertrieben. Wenn es Schaden anrichtet, muss man über geeignete Maßnahmen nachdenken. Wird bei Wildschweinen auch so gemacht.

13.10.2017 06:20 Andreas Liste 21

Es ist schon erschreckend, dass es Menschen gibt, welche im 21. Jahrhundert leben, aber mit einer Geisteshaltung aus dem Mittelalter zum Halali auf ein Tier blasen. Vorneweg diese ewiggestrige und besonders in Stendal von Wahlfälschungen betroffenen CDU. Wenn sich diese Mischung aus Westimporten und Ex-Blockflöten hervorgegangene CDU in LSA sich so für soziale Gerechtigkeit, Bildung und kulturelle Entwicklung einsetzen würde, dann stünden wir heute ganz anders da. Abgesehen vom Schweigen zu quälerischer Tierhaltung, Flächenfrass und voranschreitender Monotonie in einer zunehmend ausgeräumten Agrarlandschaft.

12.10.2017 18:35 Natural Born Chiller 20

Haha, da bezeichnet sich der Mensch als Krone der Schöpfung und hat Schiss vor Wölfen, und will daher alles gleich abballern und platt machen. Ich höre immer nur mimimi, wenns um Wölfe geht. Dabei ist jeder Tag im Straßenverkehr gefährlicher.

12.10.2017 18:00 Susanne mainka 19

Die Jäger scharren schon mit den Hufen.Bitte nicht,lasst mich doch wenigstens erst mal einen Wolf in der freien Natur sehen ,bevor ihr ihn wieder ausrottet.

12.10.2017 15:02 Ellen Renne 18

Naturgesetze und die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu außer Acht zu lassen. Vielleicht sollte man dazu einen " Nachhilfekurs" belegen, bei Menschen die über entsprechenden Sachverstand verfügen ( z.B. Biologen).Ansonsten kann es schnell passieren, dass man aus etwas harmlosem erst eine Gefahr macht.
Die Jagdstrecken der getöteten Tiere werden von Jahr zu Jahr immer länger ( allein bei Rehen zuletzt 1,2 Millionen  pro Jahr ), genauso wachsen die Wildunfallzahlen mit. Jagd ist ein kontraproduktives Mittel und damit garnicht zur Reduktion geeignet!
Vor Politikern, die sich für solche Mittel im Sinne der "Gefahrenabwehr" entscheiden, sollte man sich hüten. ( nicht nur beim Thema Wolf)
Ich kenne zahlreiche Menschen auf dem Land, auch Nutztierhalter, die u.a. aus diesem Grund gegen eine Bejagung sind.

12.10.2017 14:59 Ellen Renne 17

Nicht der Wolf ist eine Bedrohung bzw. gefährlich für unsere Lebensqualität, sondern Politiker ohne Sachverstand fügen uns Schaden zu !
Man wolle sich für die Landwirte einsetzen und den Wolf ins Jagdrecht bringen und setzt sich dafür mit Nutztierhalter und Jäger zusammen.
Sowohl Jäger, als auch Nutztierhalter sind lediglich Interessenvertreter ihrer Branche.
Die einen möchten die natürliche " Konkurrenz" beseitigen, die anderen so wenig Mittel wie nur möglich dafür aufwenden, um ihr privates Eigentum zu schützen. " Freiheit" und Egoismus liegen ganz dicht beieinander und wenn man auf "Kosten" anderer seine " Freiheit" auslebt, ist das egoistisch und verantwortungslos.
Verantwortungslos sind nicht nur diese Interessenvertreter. Indem sich Politiker für eine Bejagung einsetzen, handeln auch sie verantwortungslos gegenüber uns allen!
Eine Bejagung hätte zur Folge, das die Wolfspopulation ansteigt. Einige Politiker scheinen bei ihrer Entscheidungsfindung mal schnell bestehende

12.10.2017 11:16 Altmärker 16

Ich weiß nicht sicher, wer es gesagt hat. Aber das ist gut was dran: "Die Akzeptanz des Wolfes steigt proportional zum Stockwerk der eigenen Wohnung..."

12.10.2017 10:06 Matze 15

An die Unbelehrbaren. Bitte einmal in die Gebiete wie die Karpaten reisen und die Schafzüchter besuchen, dort sind viele Herdenschutzhunde bei den Schafen aber dort hat der Schäfer auch die kleine Flinte unterm Mantel und scheut sich nicht diese zu verwenden, dass wird er nur nicht vor der Kamera sagen. Und was macht den Wolf so viel schützenswerter als andere Tierarten, wo sich kein Mensch drum kümmert.