Porträts zur Bundestagswahl Sachsen-Anhalt, Sommer 2017

Wenn eine Wahl ansteht, zieht man Bilanz, blickt in die Zukunft und entscheidet sich. Vor der Bundestagswahl im September stellt sich die Frage: Was bewegt die Menschen in Sachsen-Anhalt? Und was erwarten sie von der Politik? Was stört Menschen, die Tag für Tag ihrem Beruf nachgehen und sich engagieren? MDR SACHSEN-ANHALT hat fünf Sachsen-Anhalter besucht und ihnen zugehört.

von Luca Deutschländer, MDR SACHSEN-ANHALT

Collage mit den Porträtbildern von fünf Sachsen-Anhaltern
Sie wollen, dass sich etwas ändert: (von links) Matthias Geißler, Petra Meyer, Norbert Lazay, Tina Witkowski und Jonas Döhring. Bildrechte: MDR/Marc Biskup/Luca Deutschländer

Wenn man Statistiken und den meisten Politikern Glauben schenkt, dann befindet sich Sachsen-Anhalt auf einem guten Weg. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Landesfinanzen sind geordnet, die Wirtschaftsstatistiken weisen Wachstumszahlen aus. Sachsen-Anhalt im Sommer 2017, das sind aber auch Pöbeleien und geballter Hass im Internet, eine niedrige Wahlbeteiligung und die Schere zwischen Arm und Reich, die immer weiter auseinandergeht. Nach all dem muss man in Sachsen-Anhalt nicht lange suchen.

MDR SACHSEN-ANHALT hat fünf Menschen aus dem Land getroffen und zugehört. Sie alle sind ganz normale Leute mit ganz normalen Problemen. Sie gehen täglich arbeiten, zahlen Steuern, manche engagieren sich in Vereinen. Sie sind keine Menschen, die in sozialen Netzwerken Politiker beschimpfen. Sie finden, das gehört sich nicht. Doch gibt es Dinge, die sie unzufrieden und auch wütend machen – politische Entscheidungen, die sie nicht nachvollziehen können.

Es sind Leute wie Matthias Geißler, Tina Witkowski, Norbert Lazay, Petra Meyer und Jonas Döhring, die Wahlen entscheiden – weil es in Sachsen-Anhalt und Deutschland Hunderttausende, vielleicht Millionen Menschen gibt, die wie sie sind, die schweigende Mehrheit. In den Gesprächen mit ihnen ging es um Kinderarmut, die alltäglichen Hürden staatlicher Bürokratie, den Breitbandausbau und die viel angesprochene soziale Gerechtigkeit.

MDR SACHSEN-ANHALT hat mit ihnen über ihre Erwartungen an die Politik gesprochen. Über das, was sie unzufrieden macht. Und über die Dinge, bei denen sie sich nicht gut von Politikern repräsentiert fühlen. Entstanden ist eine Porträtreihe, die vom Leben in Sachsen-Anhalt erzählt, im Sommer 2017.

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5 Kommentare

13.08.2017 18:48 Barbara 5

@ 4 sehr gut anders kann man es manschmal dem MDR nicht mehr sagen, ich frage mich vielmals was sind das für leute bei dem MDR ?????????????
und verarschen können wir uns auch alleine........
der Glaube in den Menschen ist verloren gegangen dank dieser Politiker.................

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:

Menschen, ganz normale Menschen mit Familien und Höhen und Tiefen im Leben.

13.08.2017 13:21 Neustädter 4

Diese Personen repräsentieren doch keineswegs die Bürger von Sachsen-Anhalt! Das ist sind 5 Personen die MDR-Journalisten gut kennen und Werbung für diese machen wollen. Das bestätigt doch die Einbeziehung der KAHUZA-Chefin. Hier wird Werbung für diesen in Halle umstrittenen Verein gemacht, der in Konkurrenz zu anderen Vereinen und Kitas steht. Warum lässt man nicht die stark überforderten Schwestern und Pfleger in den Krankenhäusern und Altenpflegeheimen zu Wort kommen? Warum lässt man nicht die Rentner zu Wort kommen, die nebenbei arbeiten müssen um ihre Minimalrente aufzubessern? Warum lässt man nicht die wütenden Bürger zu Wort kommen, die plötzlich einen ausländischen nicht Deutsch sprechenden Arzt vor sich in der Praxis haben auf Grund des Ärztemangels? Warum lässt man keinen Halle-Neustädter zu Wort kommen der Angst hat seine Tochter am Abend allein auf die Straße zu lassen? Warum lässt man keine Rentner aus den Dörfern zu Wort kommen,die Probleme mit der Selbstversorgung haben?

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:

Wir haben nicht behauptet, dass wirt dort alle Sachsen-Anhalter repräsentieren. Es schildern fünf Leute, die bereit waren mit uns ein langes Gespräch zu führen, ihre Sicht.

12.08.2017 12:55 W. Merseburger 3

Lieber MDR,
sie haben da wunderschöne Geschichten und Standpunkte von Menschen wie Du und Ich (oder auch nicht) ausgewählt. Allerdings sind mir diese Geschichten mit "Perwoll" oder anderen Produkten extrem weichgespült und damit nicht aussagekräftig. Außer unseren Problemen in der "großen Weltpolitik " haben wir eine große Menge innenpolitischer Probleme, die offensichtlich keine Rolle spielen und von seiten der CDU niemand lösen will. Als Beispiele möchte ich nur anführen: Unterbesetzung bei der Polizei und anderen Sicherheitkräften, totale Überforderung der Justiz bei unzähligen anhängigen Verfahren (Einspruch gegen Nichtanerkennung des Asylstatus), Mangel an Lehrern zumindest in der ehemaligen DDR, Durchführung einer vernünftigen Steuerreform, Reformierung des Rentesnystems, keine weitere Aufblähung des "Beamtentums", Verhinderung einer Vergrößerung der Unterschiede zwischen Normal- und Großverdienern. Es gibt viel Handlungsbedarf!

11.08.2017 20:50 Gert 2

Zitat von Matthias Geißler: ,, Aber das Schöne in meiner Generation ist ja, dass man sich ausprobieren und sich ein Stück weit beweisen kann". Das sollte nicht seiner Generation zu eigen sein. Auch die anderen Generation sollten dies zu eigen machen. Aber nur unter der Bedingung, daß andere ihnen nicht vorschreiben, was sie zu tun haben, auch wenn sie denken, denen was Gutes anzutun.

11.08.2017 20:17 Gert 1

in Sachen Behördendigitalisierung ist nicht nur Sachsen- Anhalt sondern Deutschland ein Entwicklungsland. Viele bürokratische Sachen ließen sich per Internet schneller und billiger erledigen als mit der altgedienten Briefpost. Es wäre wahrscheinlich schön, wenn man Anträge, die man bearbeiten könnte, von den Internetseiten der Behörden herunterladen könnte.