Polizeiabsperrung
Bildrechte: IMAGO

Kriminalstatistik 2016 Mehr Straftaten durch Flüchtlinge

Die Straftaten in Sachsen-Anhalt gehen insgesamt zurück. Ein kleiner Teil von ihnen wird von Flüchtlingen und Asylbewerbern begangen. Hier ist die absolute Zahl der registrierten Taten gestiegen. Das geht aus der Statistik der Polizeibehörden für 2016 hervor. Die Opfer waren in vielen Fällen nicht Einheimische, sondern andere Flüchtlinge.

Polizeiabsperrung
Bildrechte: IMAGO

Die absolute Zahl der registrierten Straftaten, die durch Zuwanderer begangen wurden, ist im vergangenen Jahr gestiegen. Den 11.187 Fällen im Jahr 2015 stehen laut Kriminalstatistik 15.344 im Jahr 2016 gegenüber.

Schaut man genauer hin, so sind zwei von drei Fällen ausländerrechtliche Verstöße, die nur von Ausländern begangen werden können. Dazu gehören etwa illegaler Grenzübertritt oder Verstöße gegen das Pass- und Melderecht. Insgesamt 9.222 Delikte fallen in diese Rubrik.

Rechnet man diese Fälle heraus, wurden 3,1 Prozent der in Sachsen-Anhalt 2016 verübten Straftaten durch Zuwanderer begangen. Das ist ein Anstieg von 0,8 Prozentpunkten im Vergleich zu 2015.

Besonders häufig handelte es sich um dabei Gewaltstraftaten wie etwa Körperverletzung. Hier registrierte die Polizei einen deutlichen Anstieg von 926 auf 1.722 Fälle.

"Häufig sind das Fälle", so Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), "bei denen Zuwanderer untereinander gewalttätig wurden." So sei die Polizei mehrfach zu Schlägereien in Asylbewerberunterkünfte gerufen worden.

In der Statistik folgen Diebstähle und Vermögens- und Fälschungsdelikte, wobei die Zahl der Diebstähle zurückgegangen ist.

Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung

Im Vergleich zu anderen Straftaten machen die gegen die sexuelle Selbstbestimmung zwar nur einen Bruchteil aus – doch insgesamt ist die registrierte Zahl in Sachsen-Anhalt gestiegen. Zu den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zählen Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen, Missbrauch von Kindern und sonstige Taten (zum Beispiel Verbreitung von Pornographie).

Unterscheidet man nicht zwischen der Herkunft der mutmaßlichen Täter, gab es 1480 registrierte Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im Jahr 2016 (Jahr 2015: 1439 Fälle). Von diesen Straftaten fanden 102 unter Beteiligung von Zuwanderen statt (Jahr 2015: 41).

"Hier muss ein starkes Stoppzeichen gesetzt werden", kommentiert Minister Stahlknecht die Zahlen, "wer in dieser Weise straffällig wird, hat das Gastrecht verwirkt." Er wies aber auch darauf hin, dass die Zahl der Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt seit 2015 um rund 40.000 gestiegen ist.

In der Kriminalstatistik werden grundsätzlich nur absolute Fallzahlen erfasst. Sie werden nicht ins Verhältnis zur Größe der Bevölkerungsgruppe gesetzt.

Vergewaltigung und sexueller Nötigung

Betrachtet man nur die registrierten Straftaten bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung, ohne zwischen der Herkunft der Täter zu unterscheiden, gab es 2016 insgesamt 255 Fälle. Im Jahr 2015 waren es 165. 215 der 255 Taten sind aufgeklärt worden. In vielen Fällen haben sich Opfer und Täter gekannt. 213 Tatverdächtige wurden ermittlt.

Von den 213 Tatverdächtigen waren 177 Deutsche (83 Prozent) und 36 Ausländer (17 Prozent), zu denen laut Statistik Asylbewerber, Duldungsinhaber, Flüchtlinge oder illegale Einwanderer gehören.

Innenminister Stahlknecht erklärt die Steigerung damit: "Das liegt daran, dass die Opfer eher bereit sind, Anzeige zu erstatten" und erinnert an die Diskussionen nach den Übergriffen auf Frauen in Köln. "Ich begrüße das auf jeden Fall, denn jede Straftat, egal von wem sie begangen wurde, ist eine zu viel."

Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Artikel korrigiert. In einer früheren Version des Artikel hatten wir in dem Absatz "Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung" Zahlen über Tatverdächtige in Beziehung zu den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung insgesamt gesetzt. Dieser Bezug war falsch. Richtig ist: Bei den 215 aufgeklärten Fällen von Vergewaltigung und sexueller Nötigung waren 17 Prozent der Tatverdächtigen keine Deutschen.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14.03.2017 | 10:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 14.03.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2017, 10:57 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

22 Kommentare

19.03.2017 18:36 Realist 22

Kann mir kaum vorstellen das die Zahlen in der Statistik den Tatsachen entsprechen! Wenn ich nur auf die Lokale Berichterstattung in meiner Gegend eingehe sehe ich wesentlich mehr Gewalt von Zuwanderern als es in der Statistik angegeben wird! Statistiken wie diese zeigen gern wie Staat und Regierung es gern hätten, nicht zu vergessen das es auf die Wahlen zu geht! Ich für meinen Teil verlasse mich auf meine Wahrnehmung im alltäglichen Umfeld. Und genau da kann man schon lange sehen das die viel gepriesenen Fachkräfte und Akademiker in Wahrheit ein Ammenmärchen sind!

18.03.2017 12:46 Mediator an Plüschtier (19) 21

Die Interpretation der Zahlen in der PKS ist ja wirklich nicht trivial. Leider laden solche Veröffentlichungen immer wieder dazu ein, gewisse Bevölkerungsgruppen pauschla zu diffamieren.

Aus diesem Grund ist es wichtig klarzustellen, dass es sich um eine POLIZEILICHE Statistik handelt, die weder TÄTER noch AUFGEKLÄRTE Straftaten im Sinner von gerichtlichen Schuldsprüchen benennt.

Es werden lediglich Tatverdächtige erfasst, unabhängig ob der Tatverdacht überhaupt für eine Anklageerhebung oder gar eine spätere Verurteilung ausreicht oder das Verfahren eingestellt wird.

Sobald ein Tatverdächtiger ermittelt wurde gilt die Tat aus Sichert der Polizei als aufgeklärt, obwohl noch lange nicht feststeht ob hier ein Täter oder Unschuldiger der Tat verdächtigt wird.

Zeit-Online erläutert die Problematik, klare Aussagen aus der PKS zu generieren im Artikel "Was zählt die Statistik der Polizei?" vom 12.05.2015

17.03.2017 22:21 Buergerx 20

@Mediator: Sie können hier die Zahlen drehen und interpretieren wie Sie wollen. Es ist vermeidbar zusätzliche Kriminalität ins Land gekommen und ich werde definitiv bei kommenden Wahlen meine Schlüsse daraus ziehen. Das einzige, was für mich zählt und nicht irgendwelche Quoten und prozentuale Berechnungen. Und nun weiter viel Spaß beim Fabulieren über Zahlen bis 1und 1 drei sind. Solche Artikel, wie diesen hier, lese ich gar nicht mehr durch.

17.03.2017 17:33 Plüschtier 19

@18: "Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT
Die Zahlen sind so korrekt, wie sie im Artikel stehen. Die 17 Prozent beziehen sich auf die Tatverdächtigen, nicht auf die Taten. Denn ein Täter kann mehrere Taten begehen."

Werter MDR Sachsen-Anhalt,

an den Zahlen im Artikel habe ich auch keine Zweifel geäußert.

Mir geht es um Ihre Anmerkung an 15.03.201719:09 Gerd. Dort haben Sie geschrieben: "Sie rechnen offenbar falsch: 17 Prozent aller Vergewaltigungen wurden durch Zuwanderer begangen - 83% von Deutschen."

Jetzt schreiben Sie: "Die 17 Prozent beziehen sich auf die Tatverdächtigen, nicht auf die Taten. "

Einmal geht es um Taten und dann um Tatverdächtige. Das ist ein kleiner oder auch großer Unterschied. Sie haben entweder falsch gerechnet oder falsch geschrieben.
Nehmen Sie es sonst auch manchmal nicht so genau ?

Mit freundlichen Grüßen

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT
Wir nehmen es immer sehr genau - und Sie haben Recht. Wir haben in diesem Fall falsch geschrieben. Auch die Anmerkung an Gerd ist dementsprechend nicht korrekt. Bitte entschuldigen Sie den Fehler. Der Text wurde dementsprechend korrigiert.

17.03.2017 16:16 Plüschtier 18

@14: "Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:
Danke für Ihren Hinweis, wir überprüfen die Zahlen. "

Werter MDR Sachsen-Anhalt,

kann ich noch vor Ablauf der Kommentierungszeit das Ergebnis Ihrer Überprüfung erfahren ?


Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT
Die Zahlen sind so korrekt, wie sie im Artikel stehen. Die 17 Prozent beziehen sich auf die Tatverdächtigen, nicht auf die Taten. Denn ein Täter kann mehrere Taten begehen.

17.03.2017 14:28 istnichtsowichtig 17

Und wieder einer mehr.

[Link...]

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT
Wir haben den Link gelöscht - siehe Netiquette.

16.03.2017 20:27 Mediator an Plüschtier(14) 16

Das von Ihnen Aufgezeigte Problem hängt damit zusammen, dass man teilweise aus der Fallgruppe der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung teilweise Untergruppen wie sexuelle Nötigung und Vergewaltigung ausgliedert um diese gesondert betrachten zu können.

Die Pressemitteilung Nr 115/2017 der Staatskanzlei führ aus: "Die Gesamtzahl der Delikte, die sich gegen die sexuelle Selbstbestimmung richten und zu denen auch Taten wie exhibitionistische Handlungen, Zuhälterei oder sexueller Missbrauch von Kindern zählen, liegt bei 1.480 Taten."

Weiter heißt es dort:
"Ebenfalls angestiegen ist die Zahl der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen. 255 dieser Taten wurden 2016 erfasst, .. .In den Jahren 2007 bis 2014 schwankten die Fallzahlen nur minimal zwischen 199 bis 217 Fällen. Im Jahr 2015 folgte dann mit 165 Fällen das mit Abstand niedrigste Fallaufkommen. Damit folgen zwei Extreme aufeinander."

Insgesamt gab es also bereits 2007-2014 ähnlich hohe Fallzahlen wie 2016.

16.03.2017 18:47 Mediator an Codo(10) 15

Lieber Codo, vielen Dank für ihr Feedback. Da es mir hier aber um Inhalte und nicht um Beliebtheit geht, werde ich da wohl wenig für dich tun können.

Mir ist klar, dass es frustrierend ist, wenn man sich einen politischen Standpunkt erarbeitet hat und dann wird dieser plötzlich durch Fakten erschüttert, die man entweder ignorieren oder fortan mit in Betracht ziehen muss.

Der aktuelle MDR Artikel bemüht sich zwar um sachliche Information, lässt aber für den Leser der tiefer blicken will etliche Fragen offen.

Ganz banal ausgedrückt fehlt z.B. für den Berichtszeitraum die Zahl der Ausländer in ST für 2015 und 2016 oder die prozentuale Veränderung (A). Ohne diese banale Information ist die Steigerung der Straftaten (B) nicht wirklich zu beurteilen.
Wenn z.B. (A) stärker gestiegen ist als (B), dann ist die Kriminalitätsrate von Ausländern rückläufig, trotz steigender Fallzahlen.

Auch Feinheiten, wie z.B. die Definition von "Tatverdächtiger" in der PKS sollte man kennen.

16.03.2017 17:05 Plüschtier 14

@4 "ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Sie rechnen offenbar falsch: 17 Prozent aller Vergewaltigungen wurden durch Zuwanderer begangen - 83% von Deutschen."

Werter MDR, Sie schreiben im Artikel,
daß es 2016 255 Fälle von Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung gab.
Aus der Grafik im Artikel ist zu entnehmen, daß 102 Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung von Asylbegehrenden etc. registriert wurden.
102 von 255 sind 40 %.

Warum schreiben Sie in Ihrer Anmerkung, daß 17 % aller Vergewaltigungen durch Zuwanderer begangen wurden. Nach Ihren Zahlen sind es 40 %.

Mir ist wichtig, daß die Zahlen richtig dargestellt werden. Ich bitte um Korrektur Ihrerseits bzw. zeigen Sie mir meinen Denkfehler.

Vielen Dank.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:
Danke für Ihren Hinweis, wir überprüfen die Zahlen.

16.03.2017 14:38 Doro 13

Ständig muss ich lesen, wer das Gastrecht missbraucht, muss ausgewiesen werden. Und dann passiert gar nichts. Keine Papiere. Psychisch krank, Heimatland möchte die nicht zurück, Krieg in der Heimat, Verfolgung und so weiter. Egal wie kriminell jemand ist, der bleibt uns erhalten.