Tafeln
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Kostenlose Lebensmittel Flüchtlingsandrang bei den Tafeln

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Eine zunehmende Zahl von Flüchtlingen sucht in Sachsen-Anhalt Unterstützung bei den Tafeln. Im landesweiten Durchschnitt machen die Asylbewerber inzwischen 20 bis 25 Prozent der Menschen aus, die bei den Ausgabestellen der Tafeln Lebensmittel erhielten. Das berichtet der Landesvorsitzende der Tafeln, Andreas Steppuhn, der auch Landtagsabgeordneter der SPD ist.

Starke Nachfrage in Magdeburg, Dessau und Halle

Besonders stark ist laut Steppuhn der Andrang in Magdeburg, Dessau-Roßlau und Halle. Aber auch in Kommunen wie Merseburg oder Stendal müssten zunehmend Asylsuchende versorgt werden. Generell würden alle Bedürftigen gleich behandelt. Da die Tafeln aber nur verteilen könnten, was sie hätten, entstünden teils Engpässe. Bei der Tafel in Salzwedel hat das vor zwei Wochen sogar zu einem Aufnahmestopp geführt.

Andreas Steppuhn
Tafeln-Chef Andreas Steppuhn hofft auf mehr Unterstützung. Bildrechte: dpa

Es komme vor, dass es für alle weniger gebe, sagt Steppuhn. Die neue Konkurrenzsituation führe auch manchmal zu fremdenfeindlichen Sprüchen. In solchen Situationen würden die Helfer sofort einschreiten. Nach Angaben des Tafel-Vorsitzenden werden die Mitarbeiter auch geschult, um aufzuklären und "ein Klima der Normalität" zu schaffen. Dazu gehöre es, Flüchtlinge in die ehrenamtliche Arbeit bei den Tafeln einzubinden. Angesichts des steigenden Lebensmittelbedarfs durch die Flüchtlinge wünscht sich Steppuhn mehr Hilfe von Unternehmen aus der Lebensmittelbranche. Diese sollen die Tafeln durch Spenden unterstützen. Bereits im vergangenen August hatte Steppuhn Alarm geschlagen.

Im Landesverband der Tafeln sind die 28 Tafeln in Sachsen-Anhalt organisiert. Deutschlandweit gibt es mehr als 900 Tafeln. Sie versorgen nach eigenen Angaben mehr als 1,5 Millionen bedürftige Menschen in Läden und Ausgabestellen mit Lebensmitteln. Knapp ein Drittel der Bedürftigen sind Kinder und Jugendliche.

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Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2016, 21:08 Uhr

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107 Kommentare

07.02.2016 11:12 wwdd 107

Zu 103, Da gebe ich ihnen Recht. Man kann, nein man muß, auch als Normalverdiener Lebensmittel kaufen, welche durch die Nähe am Mindesthaltbarkeitsdatum preisreduziert sind. Wir haben Kosten für unseren Broterwerb zu tragen, welche die Tafelgänger gar nicht haben. Es ist diese Sozialindustrie, welche den Menschen Hilfe vorgauckelt, sie aber abhängig und antriebslos macht.

07.02.2016 09:15 Otto der Teutone 106

Herr Steppuhn ist doch Landtagsabgeordneter, da hätte er doch vielleicht auch mal den ein oder anderen Stein ins Rollen bringen können (Stichwort: Gesetz zur besseren Finanzierung).

06.02.2016 19:51 Herr Deutschmann 105

Ich bin selbst HARZ IV Empfänger und vor jahren bin ich auch zur Tafel gegangen, was ich damals an Lebensmittel bekommen habe, war zum Teil nicht mehr zum Essen am anderen Tag. Guten Appetit bei der ganzen Esserei

06.02.2016 19:38 Ekkehard Kohfeld 104

102. Diddy:Ich schreib da noch etwas zu.
Kann man im Internet selber nachrechnen.
Brutto 1600 € Netto:1.145,34 € Davon bekommt man
dann als Rente ca. 40 % davon kann man dann ganz bestimmt von leben:-(Ja im Rinnstein.
Ich frage mich im Moment,in welcher Traumwelt einige leben.

06.02.2016 19:12 Diddy 103

@99. brascher:
>---1600 € brutto reichen für einen alleinstehenden nicht zu Leben? Wie verwöhnt sind wir denn eigentlich alle?<---
Hier hat wirklich jemand den Überblick verloren. Als alleinstehender (Spitzensteuersatz, Krankenkassenabzüge, Miete (hoffentlich nicht in einer Großstadt), Heizkosten, Fernsehgebühren und andere Kleinigkeiten, Nebenkosten (Wasser, Strom, Müll usw.), vielleicht noch ein Auto um zur Arbeit zu kommen. Sie hatten bestimmt im Mathe-Unterricht kein berauschendes Ergebnis. Ich hatte jeden Monat ca. 300,- € Spritkosten. Da muss man schon etwas mehr verdienen als 1600,- € Brutto. Viel Spaß beim Rechnen! Da wird nicht sehr viel mehr übrig bleiben, wahrscheinlich nicht viel mehr als ein Harz IV - Empfänger hat und man muss dafür noch arbeiten. Den Vater Staat, Krankenversicherung, Vermieter usw. ziehen gnadenlos ab, die fragen nicht ob es am Ende noch zum leben reicht, um es mal hart auszudrücken.

06.02.2016 18:59 Diddy 102

@99. brascher:
>---1600 € brutto reichen für einen alleinstehenden nicht zu Leben? Wie verwöhnt sind wir denn eigentlich alle?<---
Hier hat wirklich jemand den Überblick verloren. Als alleinstehender (Spitzensteuersatz, Krankenkassenabzüge, Miete (hoffentlich nicht in einer Großstadt), Heizkosten, Fernsehgebühren und andere Kleinigkeiten, Nebenkosten (Wasser, Strom, Müll usw.), vielleicht noch ein Auto um zur Arbeit zu kommen. Sie hatten bestimmt im Mathe-Unterricht kein berauschendes Ergebnis. Ich hatte jeden Monat ca. 300,- € Spritkosten. Da muss man schon etwas mehr verdienen als 1600,- € Brutto. Viel Spaß beim Rechnen! Da wird nicht sehr viel mehr übrig bleiben, wahrscheinlich nicht viel mehr als ein Harz IV - Empfänger hat und man muss dafür noch arbeiten. Den Vater Staat, Krankenversicherung, Vermieter usw. ziehen gnadenlos ab, die fragen nicht ob es am Ende noch zum leben reicht, um es mal hart auszudrücken.

06.02.2016 16:52 vino 101

totales versagen unserer politiker wiederspiegeld den zustand wie er ist,
was ist los in diesem land,

06.02.2016 16:03 Karl 100

Bevor Flüchtlinge kamen, gab es ähnliche Diskussione gegen die "deutschen Schmarotzer" - ohne Kenntnis der Realität aber mit Hass und Neid. Ich finde, die Notwendigkeit der Tafeln ein Armutszeugnis für ein starkes Land. Das Problem kenne ich seit Jahrzehnten, die Helfer, die sich dafür einsetzen sind wenige. Viele helfen Menschen, egal woher sie kommen, sie hetzen nicht Schwache gegen Schwache - meine Verachtung den gefühllosen Kommentaren.

06.02.2016 14:29 brascher 99

1600 € brutto reichen für einen alleinstehenden nicht zu Leben? Wie verwöhnt sind wir denn eigentlich alle?

06.02.2016 14:12 brascher 98

Ahmed ist der deutschen Sprache wohl nicht ganz mächtig, aber er erkennt wenigstens die Wahrheit. Wunderbar! Wessen Wahrheit erkennst du denn? Deine eigene nach Art Pippi Langstrumpf? "Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt!"? Was mich interessieren würde wo wohl die Wahrheit bei manchen Kommentatoren steckte als es Pegida, die Afd und Andere noch nicht gab. Ich behaupte nach wie vor wer in unserem Land Hunger leidet, der will sich nicht helfen lassen, der gibt sein Geld für unnütze Dinge aus oder er ist grad auf Diät.