Sachsen-Anhalt

Bernburg : Hochschule bildet Profis für Facebook und Twitter aus

Die Hochschule Anhalt in Bernburg bietet ab April einen Studiengang zum Umgang mit sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter an. Mit dem Masterstudiengang Online-Kommunikation will Professor Daniel Michelis nach eigenen Angaben den Teilnehmern beibringen, wie sie über die sozialen Netzwerke am effektivsten werben können.

Erster Twitter-Studiengang in Deutschland

SAH_Twitter
Die Studenten sollen sich die Netzwerke nutzbar machen.

Laut Michelis ist die Hochschule in Bernburg die erste staatliche Einrichtung in Deutschland, die einen solchen Studiengang anbietet. "Es gibt da wirklich eine Lücke - die Leute kennen Facebook und Twitter aus ihrem Privatleben", sagte Michelis. Wer sich aber die Online-Welt zunutze machen will, um Produkte oder Dienstleistungen an den Mann zu bringen, stoße an seine Grenzen. Die Studenten würden in dem Studiengang lernen, die Brücke von der alltäglichen Nutzung zu ihrer Arbeit zu schlagen.

Michelis kündigte an, er wolle künftige Marketing-Profis nach Bernburg holen. Für den Studiengang würden Studenten zugelassen, die schon einen Bachelor in Wirtschafts- oder Kommunikationswissenschaften hätten. Selbst sie wüssten manchmal nicht, was alles mit Facebook, Twitter und den anderen sozialen Angeboten im Netz machbar sei.

Wer an der Bernburger Hochschule Facebook und Twitter studieren will, sollte übrigens in die Stadt mit 36.000 Einwohnern an der Saale ziehen. "Bei der Theorie der Online-Kommunikation etwa geht es ums Lesen und Diskutieren, das müssen wir einfach gemeinsam vor Ort machen", erklärte Professor Michelis. Zugleich versprach er, wer das Studium abschließe, der wisse, wie er sich eine Fanbasis in sozialen Netzwerken aufbauen könne.

Unternehmen sehen Bedarf

Größere Unternehmen haben inzwischen erkannt, dass Profis im Umgang mit sozialen Netzwerken gebraucht werden. Die Geschäftsführerin des Kommunikationsverbandes, Katharina Stinnes, wies daraufhin, wie gefährlich eine von Internet-Nutzern angezettelte Kampagne werden kann, auf die niemand richtig reagiere. Das sei keine Sache für den Praktikanten oder die Aushilfe.

Auch der Bildungsbeauftragte des Bundesverbandes deutscher Pressesprecher, Ulrich Kirsch, sieht einen Bedarf. Sehr viele Unternehmen hätten noch keine Online-Strategie, speziell was soziale Netzwerke angehe.

MDR SACHSEN-ANHALT multimedial und für unterwegs

Auf vielen Ausspielwegen können Sie die neuesten Themen aus Ihrem Bundesland erhalten: MDR SACHSEN-ANHALT über Radio, Fernsehen, Online - aber ebenso über Twitter, Facebook und eine App halten wir Sie auf dem Laufenden. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2013, 17:44 Uhr

1. Axel Stiller:
Ein ziemlich verquaster Beitrag. Wenn hinter dieser Absicht nicht mehr Substanz stecken sollte, bleibt nur festzuhalten: Ein fragwürdiges Alleinstellungsmerkmal, als ob nun gerade in Bernburg die Zukunft der Online-Kommunikation vorangebracht würde. Eher erinnert dies an die Internetblase vor etwa einer Dekade, wo vor lauter Hype viele einfach ihren Verstand an den Nagel gehängt hatten. Und nun kommt ein wohlfeil agierender Professor und verspricht den Studierenden, "wer das Studium abschließe, der wisse, wie er sich eine Fanbasis in sozialen Netzwerken aufbauen könne". Hallo, geht' noch ? Soll das etwa die Zukunft der Hochschulausbildung sein oder nur die schlecht kaschierte Bestandssicherung akademischer Personalstellen ?
14.01.2013
21:54 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK