Außenansicht und Blick auf die beleuchtete Elbphilharmonie
Neues Wahrzeichen von Hamburg: die Elbphilharmonie. Auch Unternehmen aus Sachsen-Anhalt haben mitgebaut. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eröffnung der Elbphilharmonie Ein Stück Sachsen-Anhalt in Hamburg

Allein die Nennung des Namens dürfte bei Kritikern für Kopfschütteln sorgen: Die Rede ist von der Elbphilharmonie in Hamburg. Das prunkvolle Konzerthaus soll die Stadt Hamburg international bekannter machen. Am Mittwochabend wird die Elbphilharmonie eröffnet – etliche Jahre später, als vorgesehen. Die mehr als 2.000 geladenen Gäste – darunter Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Gauck – werden dann auch Baukunst aus Sachsen-Anhalt bestaunen können.

Außenansicht und Blick auf die beleuchtete Elbphilharmonie
Neues Wahrzeichen von Hamburg: die Elbphilharmonie. Auch Unternehmen aus Sachsen-Anhalt haben mitgebaut. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn am Mittwochabend in Hamburg die Elbphilharmonie nach gut zehnjähriger Bauzeit feierlich eröffnet wird, dann haben auch Sachsen-Anhalter einen Anteil daran. Die Elektroleitungen wurden von einer Firma aus Tangerhütte verlegt, die Glasfassade stammt aus Thalheim, einem Ortsteil von Bitterfeld-Wolfen.

Zudem schmücken Metallfassaden einer Firma aus Salzwedel das Hamburger Konzerthaus. Steckdosen, Schalter, Lampen, Kabel und Steuergeräte der Elbphilharmonie stammen von der Tangerhütter Schubert GmbH. Sie hat die gesamte Elektroanlage installiert, ein Auftrag im Volumen von rund 24 Millionen Euro. Firmen-Chef Volker Schubert sagte dem MDR, die Arbeiten an der Elbphilharmonie seien die bislang größte Herausforderung für sein Unternehmen gewesen.

160 Fachleute aus Tangerhütte

Zeitweise seien auf der Baustelle 160 Elektro-Fachleute aus Tangerhütte im Einsatz gewesen. Metallfassaden der Hamburger Elbphilharmonie stammen ebenfalls aus der Altmark, von der Seacon Umformtechnik GmbH aus Salzwedel. Das Unternehmen hat auch schon Teile für die Bank of China und die Autostadt Wolfsburg zugeliefert.

Mehrere Kabelrollen liegen in der Hamburger Elbphilharmonie
Beim Bau der Hamburger Elbphilharmonie haben auch Unternehmen aus Sachsen-Anhalt mitgewirkt – etwa beim Verlegen von Kabeln. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Guardian Flachglaswerk in Thalheim ist die Glasfassade der Elbphilharmonie hergestellt worden. Sie besteht aus 2.200 einzelnen Glaselementen. 600 davon sind speziell gekrümmt, das lässt die Konzerthalle glänzen. Die 340 Guardian-Mitarbeiter haben auch schon das Glas für den Berliner Hauptbahnhof, den Maintower in Frankfurt und den Burj Khalifa, einem Wolkenkratzer in Dubai, produziert.

Guardian-Manager Ralf Greiner sagte dem MDR, er sei stolz, auch am Projekt Elbphilharmonie mitgewirkt zu haben. Es habe alles wunderbar funktioniert. Derzeit stehen die Anlagen in Thalheim still. Der alte Glasofen – das Herzstück der Produktion – wird durch einen neuen ersetzt. Dabei soll auch die Kapazität des Ofens erweitert werden – um 20 Prozent. Die Kosten für die Generalüberholung des Flachglaswerkes sollen nach Unternehmensangaben bei gut 50 Millionen Euro liegen.

Wahrzeichen für 866 Millionen Euro

Die Elbphilharmonie soll die Stadt Hamburg als deren Wahrzeichen zukünftig international bekannter machen. Der Grundstein für den Bau des Konzerthauses war im Jahr 2007 gelegt worden. Eigentlich sollten die Arbeiten im Jahr 2010 beendet sein – doch die Fertigstellung verzögerte sich.

Erst im Herbst 2016 wurden die Bauarbeiten beendet. Statt der anfangs veranschlagten Baukosten in Höhe von 186 Millionen Euro, kostete das Projekt schluss endlich 866 Millionen Euro. Die Elbphilharmonie zählt deshalb zu den umstrittensten Bauprojekten der vergangenen Jahre.

Dieses Thema im Programm: • MDR um 11 | 11.01.2017 | 11:00 Uhr
• MDR SACHSEN-ANHALT | 11.01.2017 | Mittagsreport | 12:00 Uhr
• MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11.01.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2017, 21:10 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.