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"Das Bauhaus im Bild. Die Fotosammlung Thomas Walther" : Ausstellung zeigt Originalfotos berühmter Bauhäusler

59 originale Bauhaus-Fotografien sind ab Mittwoch erstmals in einer Ausstellung in der Stiftung Bauhaus Dessau zu sehen. Die Werke wurden aus einer Privatsammlung gekauft und stammen von 31 Bauhaus-Künstlern aus den Jahren 1925 bis 1931.

Die Ausstellung steht unter dem Motto "Das Bauhaus im Bild. Die Fotosammlung Thomas Walther". Sie wird am Dienstagabend von Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh eröffnet und kann dann bis zum 24. Februar 2013 besucht werden.

Wie die Stiftung am Montag in Dessau-Roßlau mitteilte, gehören zu der Schau Werke von László Moholy-Nagy, T. Lux Feininger, Herbert Bayer, Gertrud Arndt und Werner David Feist. Die Aufnahmen zeigen das damalige Leben und Arbeiten am Bauhaus Dessau, das heute UNESCO-Welterbe ist. Aber auch Porträts und Familienfotos von Bauhäuslern wie Oskar Schlemmer sind dabei.

"Das Bauhaus hat wesentlich die Fotografiegeschichte des 20. Jahrhunderts mitgeschrieben ... die Fotos sind in ihrer Qualität einzigartig. Für uns ist der Ankauf ein Glücksfall."

Philipp Oswalt, Direktor der Stiftung Bauhaus

Thomas Walther steht neben dem Titelfoto der Ausstellung "Das Bauhaus im Bild"
Sammler Thomas Walther neben dem Titelfoto der Ausstellung

Die Aufnahmen stammen aus der international renommierten Sammlung von Thomas Walther aus Vaduz (Liechtenstein), der nach eigenen Angaben lange in den USA gelebt und im New Yorker Museum of Modern Art mit einer Kollektion vertreten ist. "Ich habe immer die Bauhausfotografie gemocht, wegen ihrer Spontanität und Dynamik", sagte der Sammler.

Die bestehende Fotosammlung der Stiftung Bauhaus Dessau umfasst laut Oswalt rund 4.000 Bilder. Die Fotos aus der Sammlung Thomas Walther wurden mit Hilfe des Bundes, der Kulturstiftung der Länder und des Landes Sachsen-Anhalt erworben. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Laut einer Mitteilung von Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat sein Haus den Erwerb der Bilder mit rund 260.000 Euro unterstützt.

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2012, 10:06 Uhr

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Das Bauhaus

Das Bauhaus kommt aus Weimar. 1919 gründete der Architekt Walter Gropius (1883-1969) dort eine Staatliche Hochschule für Gestaltung. Seine Idee, dass jedes Produkt eine Funktion erfüllen, preiswert und schön sein soll, wurde Grundlage modernen Industriedesigns und moderner Architektur. 1925 musste das Bauhaus nach Dessau und später nach Berlin umsiedeln. 1933 wurde es auf Druck der Nationalsozialisten geschlossen. Viele Bauhäusler, darunter Gropius und zahlreiche Schüler, emigrierten ins Ausland. Das Bauhaus gab weltweit entscheidende Architektur- und Designimpulse im 20. Jahrhundert. In Tel Aviv beispielsweise entstand eine der größten Bauhaus-Siedlungen.

Die Klassik Stiftung Weimar besitzt rund 10.000 Objekte aus dem Schmelztiegel verschiedenster künstlerischer Strömungen und Ideen - Kunsthandwerk, Gemälde, Zeichnungen, Modelle. Auch die Stiftung Bauhaus Dessau und das Berliner Bauhausarchiv pflegen das Erbe. Seit 1996 gehören die Stätten in Weimar und Dessau zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Zu den bekannten Bauhauskünstlern zählen Georg Muche (1895-1987), Oskar Schlemmer (1888-1943), Lyonel Feininger (1871-1956), Paul Klee (1879-1940), Wassily Kandinsky (1866-1944) und László Moholy-Nagy (1895-1946).

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