"Tod und Hoffnung" : Harzer Domschätze mit neuer Sonderausstellung
Die beiden Harzer Domschätze in Halberstadt und Quedlinburg präsentieren seit Sonntag eine neue gemeinsame Sonderausstellung. Die Schau "Tod und Hoffnung - Kunst und Kult aus 1.000 Jahren" thematisiert das Sterben im Wandel der Zeit. Im Halberstädter Dom und in der Quedlinburger Stiftskirche wird dabei gezeigt, wie sich der Umgang mit dem Tod im Laufe der verschiedenen Epochen verändert hat.
Seltene Schätze des Totenkults
Präsentiert werden Bilder, wertvolle Grabbeigaben und Grabplatten aus den beiden Gotteshäusern und ihren Schatzkammern. Dazu zählt eine aus dem 19. Jahrhundert stammende Totenkrone des Halberstädter Domschatzes. Sie war einst zum Gedenken an ein verstorbenes Mädchen angefertigt worden. Außerdem werden die letzten beiden erhaltenen Holzepitaphe aus dem Dom "St. Stephanus und St. Sixtus" dem Publikum präsentiert. Die beiden Andachtsbilder stammen aus dem 17. Jahrhundert. In der Quedlinburger Stiftskirche "St. Servatius" sind unter anderem Trümmer barocker Grabplatten zu bewundern. Sie waren zur Zeit des Nationalsozialismus zerstört und erst 2008 bei Bauarbeiten in dem Gotteshaus entdeckt worden.
Erinnerung an Zeit als Grabeskirchen
Wie Domkustus Thomas Labusia sagte, soll mit der Ausstellung auch daran erinnert werden, dass sowohl der Halberstädter Dom als auch die Quedlinburger Stiftskirche ursprünglich einmal Grabeskirchen waren. So seien beispielsweise zahlreiche Bischofsgräber im und um den Hohen Chor des Halberstädter Doms nachgewiesen worden.
Die Sonderausstellung wird bis zum 8. April des kommenden Jahres, dem Ostersonntag, gezeigt.
Epitaph
Als Epitaph wird ein Denkmal bezeichnet, mit dem in Kirchen an Vertorbene erinnert wird. Im Gegensatz zum Grabmal muss sich das Epitaph nicht zwangsläufig am Bestattungsort eines Toten befinden. Neben Andachtsbildern werden auch Grabplatten als Epitaphe bezeichnet, die getrennt von Grabstellen an Wänden oder Säulen von Gotteshäusern aufgestellt wurden.
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