Musikfestival 2013 : "Macht und Musik" dominieren Händel-Festspiele
Die Händel-Festspiele widmen sich im kommenden Jahr im besonderen Maße dem Thema "Macht und Musik". Das haben die Veranstalter des renommierten Musik-Festivals in Halle mitgeteilt. Hintergrund ist der 300. Jahrestag des Utrechter Friedens, der 1713 den Spanischen Erbfolgekrieg beendete. Anlässlich des Ereignisses hatte Georg Friedrich Händel im Auftrag des englischen Königshauses ein aufwendiges geistliches Chorwerk, ein "Te Deum und Jubilate", komponiert. Die Arbeit belege, wie Händel sich auch in den Dienst der politischen Macht stellte, hieß es.
Knapp 150 Veranstaltungen
Insgesamt stehen bei den 62. Händel-Festspielen vom 6. bis 16. Juni 2013 knapp 150 Veranstaltungen auf dem Programm. Außer Händels "Te Deum" sollen weitere Opern, Oratorische Werke und szenische Aufführungen erklingen, "die einem politischen oder staatstragenden Kontext zuzuordnen und damit musikalischer Ausdruck der Mächtigen sind". Weitere Höhepunkte sind die Erstaufführungen der Händel-Oper "Almira, Königin von Kastilien" und der Serenata "Acis and Galatea" sowie die Uraufführung des Auftragswerkes der Festspielleitung "Händel konzertant".
Erweitert wurde diesmal auch die Zahl der Aufführungsorte. So wird Händels Oper "Alessandro" außer im Goethe-Theater Bad Lauchstädt auch in der österreichischen Hauptstadt im Theater an der Wien und im Megaron Athen gegeben. Die konzertante Opernaufführung von Händels "Guilio Cesare in Egitto" findet in Koproduktion mit drei italienischen Theatern statt.
Händel-Preis für tschechische Mezzosopranistin
Der bei den Festsspielen alljährlich vergebene Händel-Preis der Stadt Halle geht diesmal an die Opernsängerin Magdalena Kožená. Wie die Stiftung Händel-Haus erklärte, erhält die gebürtige Tschechin den Preis im Anschluss an ihr Galakonzert am 14. Juni. Die Mezzosopranistin werde für ihre herausragenden Händel-Interpretationen gewürdigt. Der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums Händel-Haus, Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh, sagte, Kožená habe sich im Laufe ihrer Karriere mit ihrer bezaubernden Stimme ein erstklassiges Renommee auf internationalen Bühnen erworben und genieße höchste Anerkennung in Musikfachkreisen.
40.000 Besucher werden erwartet
Dorgerloh hob die aus seiner Sicht ständig wachsende internationale Ausstrahlung der Händel-Festspiele hervor. Mit Händels Musik machten Halle und Sachsen-Anhalt Furore. Die Festspiele gelten als das größte Musikfest in Sachsen-Anhalt. Schirmherr der Veranstaltung 2013 ist Bundestagspräsident Norbert Lammert. Das Budget der Festspiele liegt bei 1,4 Millionen Euro. Erwartet werden wieder mehr als 40.000 Gäste.
Händel und seine Festspiele
Der in Halle an der Saale geborene Komponist Georg Friedrich Händel (1685-1759) lebte 47 Jahre in England. Er verfasste dort seine wichtigsten Werke. Insgesamt hat er mehr als 600 Werke aller Genres hinterlassen, darunter über 100 italienische Kantaten und Kammerduette, über 40 große Opern, etwa 30 Oratorien, Serenaden und Oden sowie eine große Anzahl instrumentaler Kompositionen. Ihm zu Ehren veranstaltet seine Heimatstadt Halle seit 1922 eigene Festspiele. Seit 1952 werden die Händel-Festspiele jährlich ausgerichtet.
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