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Dauerausstellung in Magdeburg : Gedenkstätte Moritzplatz zeigt eigene Geschichte

Die Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg informiert mit einer neuen Dauerausstellung über die Geschichte der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt. Gedenkstättenleiter Daniel Bohse sagte, die Schau zeige vom 23. Januar an, wie Justiz, Volkspolizei und Staatssicherheit den Gebäudekomplex genutzt hätten. In der Haftanstalt seien Menschen vor allem aus politischen Gründen eingesperrt worden. Bis zur Wende 1989 seien es etwa 4.000 Männer und Frauen gewesen.

Multimediale Interviews mit Zeitzeugen

Gedenken an die Opfer des DDR-Volksaufstandes
Zu hören und zu sehen sind Interviews mit Zeitzeugen.

Unter dem Titel "Grundsätzlich kann von jedem Beschuldigten ein Geständnis erlangt werden - die Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt 1945-1989“ werden laut Bohse in zwölf Räumen Interviews mit Zeitzeugen dargestellt.

Dafür seien elf Multimediastationen mit Ton- und Videoaufzeichnungen aufgebaut worden. Auch original erhaltene Möbel wie der Schreibtisch eines ehemaligen Vernehmers und ein Fotostuhl sowie ein Teil des Zellentraktes gehörten zur Ausstellung. Sie ist ein Gemeinschaftswerk der Gedenkstätte und des Bürgerkomitees Sachsen-Anhalt. 480.000 Euro wurden laut Bohse investiert, unter anderem von Bund und Land.

Kai Langer, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, wies vor allem auf die interessante Herkunft des Titels hin. Den Satz - "Grundsätzlich kann von jedem Beschuldigten ein Geständnis erlangt werden" - habe ein ehemaliger Bediensteter während einer Parteischulung in ein Buch geschrieben. Diese Notiz zeige mehr als deutlich die Willkür des Staatsapparats, der die Gefangenen in dem ehemaligen Stasiknast über Monate und Jahre ausgesetzt waren.

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2012, 15:51 Uhr

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