Dessau-Roßlau : Nächstes Kurt-Weill-Fest feiert Paris
Paris wird das zentrale Thema des nächsten Kurt-Weill-Festes in Dessau. Das teilten die Veranstalter am Freitag mit. Die 20. Ausgabe des Festes im kommende Jahr geht unter dem Motto "Hommage à Paris" besonders auf das zweijährige Wirken Weills in Frankreichs Hauptstadt ein.
Gfrerer gibt die "sieben Todsünden"
Inhaltlich versprechen die Veranstalter ein breites Spektrum von Sinfonik, Chanson, Ballett und Oper mit Bezug zur Metropole an der Seine. "Artist in Residence", also die im Mittelpunkt des Festivals stehende Künstlerin, wird die österreichische Sopranistin Ute Gfrerer sein. Die in Boston lebende Weill-Interpretin wird insgesamt sechsmal auftreten. Unter anderem wird sie, gemeinsam mit dem MDR SINFONIEORCHESTERr, Weills Schlüsselwerk "Die sieben Todsünden" vortragen und damit das Weill-Festival am 11. März 2012 abschließen. Insgesamt sind rund 50 Veranstaltungen geplant.
Der 1900 in Dessau geborene Weill lebte nach seiner Flucht vor der NS-Diktatur in Deutschland von März 1933 bis zum September 1935 in Paris, bevor er nach New York übersiedelte. Deshalb sollen mit den Konzerten und Ausstellungen im Rahmen des Festivals auch die Themen Exil und Vertreibung thematisiert werden, so die Festivalleitung.
Berlin-Paris-New York
Das 20. Kurt-Weill-Fest soll vom 24. Februar bis zum 11. März 2012 stattfinden und bildet den zweiten Teil des "Dreisprungs" durch die drei Hauptwirkungsstätten Weills. Den ersten Teil hatte Anfang dieses Jahres das 19. Weill-Fest unter dem Leitspruch "Berlin im Licht" gebildet, das Festival 2013 wird dann New York zum Thema haben. Zur diesjährigen Ausgabe waren mehr als 13.000 Besucher gekommen.
Kurt Weill
Kurt Weill wurde am 2. März 1900 in Dessau als Sohn eines jüdischen Kantors geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. 1927 lernte Weill Bertolt Brecht kennen, mit dem er mehrere große Projekte realisierte, darunter „Die Dreigroschenoper“. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 ging Weill in die USA, wo er 1950 bei der Arbeit an einer neuen Oper einem Herzinfarkt erlag.
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