Auf einer Schultafel steht: Fünfte Stunde fällt aus!
Die Volksinitiative fordert, dass mehr Lehrer eingestellt werden sollen. Bildrechte: IMAGO

Volksinitiative am Ziel Lehrermangel wird wieder Thema im Landtag

Der Lehrermangel wird voraussichtlich wieder im Landtag dabattiert. Eine Volksinitiative gibt bekannt, dafür ausreichend Unterschriften gesammelt zu haben. Sie fordert mehr Personal an Schulen einzustellen. Das Bildungsministerium begrüßt den Vorstoß der Initiative.

Auf einer Schultafel steht: Fünfte Stunde fällt aus!
Die Volksinitiative fordert, dass mehr Lehrer eingestellt werden sollen. Bildrechte: IMAGO

Sachsen-Anhalts Landtag muss sich mit der Forderung einer Volksinitiative für mehr Lehrer befassen. Das Bündnis gab bekannt, die notwendigen 30.000 Unterschriften gesammelt zu haben. Die Initiative fordert zusätzlich 1.000 Lehrer und 400 pädagogische Mitarbeiter einzustellen. Auch soll geprüft werden, wie viel Personal an den Förderschulen und im gemeinsamen Unterricht an Regelschulen tatsächlich nötig ist. Es müssten mehr Lehrer ausgebildet und im Land gehalten werden.

Thekla Mayerhofer, Sprecherin des Bündnisses, weist darauf hin, dass mit Beginn des neuen Schuljahres die Planungen an Schulen sehr eng seien. "Es geht an vielen Stellen mit Hängen und Würgen. Man hofft dass niemand krank wird." Mit Blick auf die zu erwartende Grippewelle im Herbst, könnte das erneut zum Problem werden.

Keine Zeugnisse wegen Lehrermangel?

In Sachsen-Anhalt gab es in den vergangenen Monaten gehäuft Meldungen über den personellen Notstand an Schulen. So verlangte der Grundschulverband Sachsen-Anhalt im April, Lehrer zu entlasten. Der Verband hatte in diesem Zuge vorgeschlagen, Klassenkonferenzen und Halbjahreszeugnisse für Grundschüler abzuschaffen.

Regierung will Unterrichtsausfall entgegenwirken

Schüler einer Grundschule melden sich im Unterricht.
30.000 Unterschriften sollen das Thema wieder auf die Agenda des Landtags setzen. Bildrechte: dpa

Zur Unterrichtsversorgung hat das Bildungsministerium für das aktuelle Schuljahr noch keine offiziellen Zahlen veröffentlicht. Im vergangenen Schuljahr konnte der Unterricht an Gymnasien besser gewährleistet werden als an anderen Schulformen. Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, eine Unterrichtsversorgung von 103 Prozent sicherzustellen. Damit gäbe es ausreichend Reserve, um Krankheit, Elternzeit und Fortbildungen ausgleichen zu können. Im vergangenen Schuljahr konnte der Unterricht allerdings nicht zu 100 Prozent garantiert werden.

Online-Petition nicht möglich

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hatte die Volksinitiative gelobt: "Ich halte die Forderungen für einen sehr guten Beitrag für eine weitere bildungspolitische Debatte". Mitte September will die Initiative genaue Zahlen bekannt geben und die gültigen Unterschriften Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch überreichen. Im Mai war die Initiative gestartet. Trotz des regen Interesses in der Bevölkerung können laut Sprecherin Mayerhofer nicht alle Unterschriften verwendet werden. Es gäbe viele ungültige Stimmen, da Geburtsdaten oder Postleitzahlen fehlten. Eine Online-Petition hätte dem entgegen wirken können. In Sachsen-Anhalt ist dieser Weg aber noch nicht vorgesehen.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27.08.2017 | 11:00 Uhr

Quelle: MDR/sp

Zuletzt aktualisiert: 27. August 2017, 17:03 Uhr

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5 Kommentare

28.08.2017 10:47 Ekkehard Kohfeld 5

Ekkehard Kohfeld 4 Nachtrag.Geld für die EU,Geld für Griechenland,Geld für die Bankenrettung,Geld für den Euro-Rettungsschirm usw.passt hier in den Kommentarbereich rein aber für,s eigne Volk
das dieses Geld erwirtschaftet hat ist nichts da oder immer nur klein Wund Pflästerchen oder kleine Wahlgeschenke um die wahren Wunden zu verstecken.

28.08.2017 08:44 Ekkehard Kohfeld 4

@ Pe57 2 Wird es auch eine Volksinitiative gegen den Mangel an Polizei in Sachsen-Anhalt geben? Was bringen derartige Initiativen, wenn die Kassen leer sind?##Das ist doch nicht nur ein Problem in Sachsen-Anhalt und bei der Polizei sondern in ganz Deutschland wurden alle Bereiche des Öffentlichen Dienstes (Steuergelder) tot gespart.Die Gelder wurden und werden wo anders verbraten Krieg spielen auf der ganzen Welt,Hilfe für die ganze Welt,Hilfe für alle Asylanten und Flüchtlinge,Entwicklungshilfe für die ganze Welt usw. wie soll da noch etwas fürs eigene Land und Volk über bleiben???

28.08.2017 07:26 Anna Müller 3

Unter Bullerjahn wurde gestrichen, was das Zeug hält: Lehrer in Teilzeitverträge gedrängt, Schulen und Horte geschlossen, weil angeblich nicht genug Kinder da waren, Inklusion an Regelschulen ohne zusätzliches Personal.
Alles für eine schwarze Null?

27.08.2017 19:43 Pe57 2

Wird es auch eine Volksinitiative gegen den Mangel an Polizei in Sachsen-Anhalt
geben? Was bringen derartige Initiativen, wenn die Kassen leer sind?

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Es steht Ihnen frei, eine solche Initiative zu starten. Womöglich ergeben sich bei einer erneuten Prüfung durch den Landtag ja doch Möglichkeiten, dass Problem zu lösen.

27.08.2017 18:18 Olliver S 1

Unser Bildungssystem ist eine Katastrophe,es werden einfach falsche Prioritäten gesetzt,die Aktivitäten jetzt die Schulen ans schnelle Internet anzuschließen und die Lobgesänge darauf,ändern nichts an der Funktion der Schulen,Kinder sollen Bildung geboten bekommen und Lernen können.Es klingt fast so, als wenn dann den Kindern das Hirn entfernt werden kann,sie einen Internetchip bekommen und Fremdgesteuert werden können schon sind alle Probleme beseitigt und es kann genauso weiter gewurschtelt werden.