Plage droht : Waschbären machen sich breit
Die steigende Zahl von Waschbären sorgt in Sachsen-Anhalt für Probleme. Nach Angaben des Landesjagdverbandes vermehren sich die Tiere sprunghaft. Geschäftsführer Wilko Florstedt sagte, den ursprünglich nicht aus Europa stammenden Tieren fehlten hierzulande die natürlichen Feinde.
Raubzüge durch die Vogelnester
Von den Raubtieren gingen erhebliche Gefahren für andere Tiere aus, hieß es. Da sie gute Kletterer seien, machten sie nicht nur Jagd auf Jungtiere von Bodenbrütern, sondern plünderten auch Nester in den Bäumen. Gerd Dornbusch von der staatlichen Vogelschutzwarte Steckby vermutet, dass die Waschbären mit Schuld am Rückgang der Graureiher-Population sind. In den vergangenen vier Jahren habe sich die Zahl der Brutpaare im Land fast halbiert. Zuletzt sei bei Klein Rosenburg eine 300 Brutpaare umfassende Kolonie von Graureihern und Kormoranen nahezu vollständig vernichtet worden. Zudem tauchten die Waschbären, die zu den Allesfressern zählen, zunehmend auch in Wohngebieten auf.
Kleinbären erobern die Reviere
Der Landesjagdverband geht von landesweit 42.000 Waschbären aus. Anhaltspunkt seien die Jagdbilanzen. Hätten die Jäger 1992 nur elf der Tiere erlegt, seien es im vergangenen Jahr bereits rund 14.000 gewesen. Die Waschbären seien mittlerweile in fast allen der 2.500 Jagdreviere Sachsen-Anhalts zu finden. 1998 habe man die Tiere in gerade mal jedem 20. Revier vorgefunden. Die Jäger hätten mittlerweile Fallen aufgestellt. Allerdings gestalte sich die Jagd schwierig, so Florstedt. Damit könne die Population der Tiere nicht im notwendigen Maß verringert werden.
Ende August hatte der Thüringer Jagdverband vor einer Waschbär-Plage in Städten gewarnt. Vor allem in größeren Populationen könnten sie Krankheiten übertragen, hieß es. Die Tiere gelten als intelligent und können selbständig in Mülltonnen nach Essensresten fischen. Die Thüringer Jäger kündigten an, die Jagd auf Waschbären auszuweiten.
Waschbären
Waschbären sind die größten Vertreter der Familie der Kleinbären. Sie sind zwischen 41 und 71 Zentimeter lang und können bis zu neun Kilo schwer werden. Waschbären haben einen sehr guten Tastsinn und überprüfen sämtliche Gegenstände mit ihren Händen. Wenn sie das im Wasser machen, wirkt es so, als wenn sie die Gegenstände waschen.






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