Ein Jugendlicher fährt ein Motorroller.
Wird das Modellprojekt "Führerschein mit 15" fortgesetzt? Darüber beraten die Länder-Verkehrsminister am Freitag. Bildrechte: colourbox

Bundesweites Modellprojekt Land will "Führerschein mit 15" fortführen

Was auch zu DDR-Zeiten schon ab 15 Jahren ging, ist heutzutage erst ab 16 erlaubt: Mopedfahren. Doch es gibt ein bundesweites Modellprojekt, das den Mopedführerschein mit 15 testet. Nicht alle Bundesländer beteiligen sich an dem Projekt, Sachsen-Anhalt schon. Denn das Land hat viel Fläche und immer weniger Nahverkehr. Deshalb will Verkehrsminister Webel das Modellprojekt auch verlängern und spricht am Freitag darüber mit seinen Länderkollegen bei einer Konferenz.

Ein Jugendlicher fährt ein Motorroller.
Wird das Modellprojekt "Führerschein mit 15" fortgesetzt? Darüber beraten die Länder-Verkehrsminister am Freitag. Bildrechte: colourbox

Sachsen-Anhalt macht sich für eine Fortführung des Modellprojekts "Mopedführerschein mit 15" Jahren stark. Über das Thema sprechen am Freitag die Verkehrsminister der Länder bei ihrer Konferenz in Wolfsburg. Dabei geht es darum, das bisherige bundesweite Modellprojekt über April 2018 hinaus zu verlängern.

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Mopedführerschein mit 15 sei ein Erfolgsprojekt und solle verlängert werden. Man werde den Bund darum bitten. Die jungen Menschen würden nach ersten Auswertungen sehr vernünftig fahren und wollten mobil sein, betonte Webel. In Sachsen-Anhalt läuft das Projekt seit 2013.

Hohe Motivation bei Jugendlichen

Eine bundesweite Einführung sei aber erst 2019 oder später zu erwarten, so Webel. Für die bundesweite Einführung macht sich neben Sachsen-Anhalt unter anderem auch Sachsen stark. Auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT hieß es, die Möglichkeit werde von den Teenagern breit angenommen. "Die hohe Bestehen-Quote unter den fünfzehnjährigen Bewerbern, die noch besser ist als bei den Sechzehnjährigen, zeigt, dass die Jugendlichen über eine hohe Motivation verfügen. Gleichzeitig belegen die Unfallzahlen, dass die Absenkung des Mindestalters nicht auf Kosten der Verkehrssicherheit erfolgt."

Nach Angaben des Verkehrsministeriums ist die Zahl der Verkehrsdelikte und Unfälle der 15-jährigen Mopedfahrer vergleichsweise gering. So waren 2014 in Sachsen-Anhalt 53 Teilnehmer des Modellprojekts an Unfällen beteiligt. 2015 waren 70 Teilnehmer des Modellprojekts an Unfällen beteiligt. Bislang hat es in keinem Fall bei einem Unfall Tote gegeben.

Auch der Fahrerlehrerverband Sachsen-Anhalt ist dafür, den Mopedführerschein mit 15 bundesweit einzuführen. Der Verbandsvorsitzende Wolfgang Prescher sagte auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT, die Zahlen bei der Bestehens-Quote und der Unfallhäufigkeit sprächen eine deutliche Sprache. "Wir sind sehr zufrieden. Das Modellprojekt dient aus unserer Sicht zur Erhöhung der Verkehrssicherheit."

Interesse in ländlichen Regionen

Der Mopedführerschein mit 15 ist nach Angaben aus den beteiligten Bundesländern vor allem in ländlichen Regionen gefragt. Er gilt mittlerweile in allen ostdeutschen Bundesländern außer Berlin. Damit ist eine Fahrt in alle Nachbarländer Sachsen-Anhalts außer Niedersachsen möglich.

Eine Sprecherin des dortigen Verkehrsministeriums sagte auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT, dass sich Niedersachsen an dem Modellversuch nicht beteiligen wird. Man wolle erst die Evaluation und die Ergebnisse des Modellversuchs abwarten. Das Modellprojekt wird wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse sollen im nächsten Jahr vorliegen.

Praktische und theoretische Prüfung

Die Voraussetzungen für den Erwerb des Mopedführerscheins gehen deutlich über die Prüfbescheinigung hinaus, die für das Fahren mit einem Mofa vorgeschrieben ist. Vorgesehen sind mindestens 14 Doppelstunden zu je 90 Minuten in der theoretischen Ausbildung und eine an den Fähigkeiten des Fahrschülers orientierte praktische Anleitung. Für den Erwerb des Mopedführerscheins ist neben der theoretischen Prüfung auch eine 30 Minuten lange praktische Prüfung vorgeschrieben.

Zu DDR-Zeiten durften Jugendliche bereits ab 15 Jahren mit einem Moped fahren.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 09.11.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/as

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2017, 09:48 Uhr

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4 Kommentare

12.11.2017 08:31 Frederic 4

Mofa - Moped FS mit 15 Jahren nun was spricht dagegen, nichts ! Nur diese Kid's sollten aber einen Eignungstest ablegen. Denn wenn man sieht wie einige dieser Fahrer sich, im Straßenvekehr beneh- men wird einem Übel. Es sind Gottseidank, nur einge der überheblichen - mit Machogehabe. In anderen Länder braucht man keinen FS für das Mofa- Moped. Aber, wenn diese Fahrer AUFFÄLLIG werden, können die mit einer Führerscheinsperre rechnen.

10.11.2017 13:11 part 3

Ich selbst habe meinen Mopedführerschein damals in der DDR mit 15 Jahren gemacht. Im schnell zusammen geschusterte Einigungsvertrag war wohl nicht vorgesehen, das Fortschritte aus beiden deutschen Staaten zusammengeführt werden. Heute wird alles wieder neu erfunden und als eigener Verdienst gepriesen. Übrigens akzeptieren die Vergleichsportale zu den Autoversicherungen bis heute noch kein Einstiegsaltrer von 15 Jahren für den Führerscheinerwerb und Nachbesserungen scheinen nicht in Sicht. Jugendliche werden mit 15 Jahren vom Gesetzgeber schon als Erwerbsfähig betrachtet, so sollte ihnen auch die nötige Mobilität zugestanden werden.

10.11.2017 10:21 emil 2

ja, mit 16 erwachsen, 5 mögliche geschlechter,wählen und/oder familie gründen. der staat braucht eure steuereinnahmen und eure arbeitskraft, weil schon das 2 kind unterwegs ist. viel spass, es grüsst die bundesregierung.

10.11.2017 08:43 Werner 1

"Man wolle erst die Evaluation und die Ergebnisse des Modellversuchs abwarten."

Der "Modellversuch" ist an anderer Stelle voll daneben gegangen, aber so viel Vergesslichkeit kann nicht sein. Unglaublich. Einfach im DDR-Archiv bei den Statistiken nachschauen. Ab den 70ern hatte fast jede(r) ein Moped mit 15, weil er/sie ab 9. Klasse in den Nachbarort zur zusammengelegten Mitelschule oder in die Stadt zur EOS fürs Abi fahren musste - besser, er/sie wollte lieber, als Bus oder Fahrrad. Die Dinger fahren heute noch überall mit Kultfaktor herum. Wie neu. Mit Rückenwind und den Berg runter bis 75...80 km/h.