Weißenfels : Keine Spur von vermisstem Sechsjährigen
Seit Sonnabend suchen zwischen Weißenfels und Bad Dürrenberg zahlreiche Helfer nach einem vermissten Sechsjährigen. Seine ein Jahr jüngere Schwester war bereits tot aus der Saale geborgen worden. Laut Obduktion ist das Mädchen ertrunken. Für den vermissten Jungen schwindet die Hoffnung bei den Helfern Tag für Tag mehr.
Trotz intensiver Suche ist auch am Dienstag der vermisste sechsjährige Jungen aus Weißenfels nicht gefunden worden. Rund 50 Polizisten, Feuerwehrleute und Angehörige des Technischen Hilfswerks suchten die Saale zwischen Bad Dürrenberg und Weißenfels sowie das angrenzende Gebiet ab. Wie Polizeisprecher Ralf Karlstedt mitteilte, wurden neben den Tauchern der Polizei Sachsen-Anhalt auch Kollegen aus Thüringen sowie ein Tauchroboter eingesetzt. Ein Hubschrauber habe die Suche aus der Luft unterstützt. Der Bürgermeister von Weißenfels, Robby Risch, bestätigte: "Alle an der Suche Beteiligten engagieren sich bis zur absoluten Erschöpfung."
Polizei hat kaum noch Hoffnung
Die Polizei hat allerdings kaum noch Hoffnung, den Jungen lebend zu finden. "Wir haben nachts Minustemperaturen. Je länger die Suche dauert, desto mehr schwindet die Hoffnung", sagte Polizeisprecher Karlstedt. Wie die Suche fortgesetzt wird, werde täglich neu entschieden. Noch am Montag hatte es geheißen, die Suche nach dem Sechsjährigen solle auf alle Fälle bis zum kommenden Wochenende fortgesetzt werden. Am Wochenende war bereits die fünf Jahre alte Schwester des Jungen tot aus einem Saale-Wehr geborgen worden. Eine Obduktion hat mittlerweile ergeben, dass das Kind ertrunken ist. Hinweise auf Gewalt gebe es nicht, sagte Karlstedt. Die Polizei hatte lange gehofft, dass sich der Junge nach dem Verschwinden seiner Schwester aus Angst und Schuldgefühlen irgendwo versteckt haben könnte. Deshalb wurde auch das Stadtgebiet von Weißenfels intensiv nach dem Kind abgesucht.
Weißenfels richtet Spendenkonto ein
Die Geschwister waren am Sonnabend als vermisst gemeldet worden, nachdem sie die Mutter nicht wie abgesprochen auf einem nahen Spielplatz angetroffen hatte. Die 43-Jährige wird seither psychologisch betreut. Um der Familie finanziell zu helfen, hat die Stadtverwaltung Weißenfels ein Spendenkonto eingerichtet. Bei der Mutter leben noch zwei weitere Kinder, die sie allein großzieht. Am Freitag soll mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Marienkirche des Mädchens und seines vermissten Bruders gedacht werden.
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