Sachsen-Anhalt

Welterbestätte : Naumburg übergibt UNESCO-Antrag

Für den Naumburger Dom und sein kulturelles Umland ist es ein weiterer Schritt auf die Welterbeliste der UNESCO: Der Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut übergab am Mittwoch den Antrag an das Kultusministerium in Magdeburg.

UNESCO entscheidet in zwei Jahren

Der Geschäftsführer des Fördervereins Roland Thrän sagte, die Bewerbung werde nun von der Landesregierung über die Kultusministerkonferenz und das Auswärtige Amt an die Kulturorganisation der UNO in Paris weitergeleitet. Dort werden die Unterlagen einer Vorprüfung unterzogen. Im Februar nächsten Jahres folgt dann eine Nominierung des Antrages. Die Entscheidung über die Aufnahme in die Welterbeliste soll im Sommer 2015 auf einer UNESCO-Tagung in Berlin fallen.

Die Bewerbungsunterlagen sind auf 2.000 Seiten in mehreren Bänden zusammengefasst und tragen den Titel “Der Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut“. Sie enthalten unter anderem den formalen Antrag, wissenschaftliche Fachbeiträge zu den elf ausgewählten Objekten sowie einen Managementplan. Kultusstaatssekretär Jan Hofmann sagte, nirgendwo sonst in Europa gebe es eine solche Dichte an hervorragenden baulichen Zeugnissen und Entwicklungslinien einer Landschaft aus dem Hochmittelalter. Die besondere Bedeutung der Region sei schon lange bekannt. Dies gelte vor allem für die weltbekannten Stifterfiguren der Uta und anderer Repräsentanten der damaligen Zeit im Naumburger Dom.

"Nun kommt es darauf an, auch das Unesco-Welterbezentrum davon zu überzeugen."

Kultusstaatssekretär Jan Hofmann

Im Naumburger Dom fand vor zwei Jahren die Landesausstellung "Der Naumburger Meister - Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen" statt. In vier Monaten sahen etwa 195.000 Besucher die Schau über den unbekannten Schöpfer der berühmten Stifterfiguren.

Antrag schließt Umland mit ein

Der Antrag an die UNESCO schließt neben dem Dom und der Altstadt von Naumburg, die an der Saale liegende Schönburg, Kloster und Schloss Goseck, das einstige Zisterzienserkloster Pforte, das Romanische Haus Bad Kösen, die Burgruinen Saaleck und Rudelsburg, die frühere Klosterkirche Zscheipitz sowie Altstadt, Marienkirche und Schloss Neuenburg in Freyburg an der Unstrut mit ein. In Sachsen-Anhalt befinden sich bislang vier der 38 deutschen Stätten mit dem besonderen UNESCO-Titel. Es sind Quedlinburg, das Bauhaus in Dessau, die Luther-Gedenkstätten in Eisleben und Wittenberg sowie das Gartenreich Dessau-Wörlitz.

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2013, 15:52 Uhr

1. Mein Name:
Seit dem all diese Titel wie Welterbe, Weltkulturerbe, Weltnaturerbe, Weltwasweissichdennerbe mit der Giesskanne verstreut werden interessiert das doch eh niemand mehr. Es ist einfach nichts besonderes. Die Liste mit Dingen die nicht dazu gehören ist kürzer. Und ausser dass man das auf den Briefkopf schreiben kann hat man davon ja auch keinerlei Vorteile. Ach ja, der Saale-Unstruth-Wein schmeckt durch den Titel auch nicht plötzlich besser.
31.07.2013
16:15 Uhr

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