Sachsen-Anhalt

Goseck im Burgenlandkreis : Wintersonnenwende im ältesten Observatorium der Welt

Mehrere Hundert Menschen haben am Freitag im Sonnenobservatorium Goseck im Burgenlandkreis die Wintersonnenwende gefeiert. Es gab einen Fackelmarsch und Tänze unter Trommelklängen. Im Festsaal des Gosecker Schlosses war ein Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012 oder später?" zu erleben. Die Vorsitzende des Vereins Sonnenobservatorium Goseck, Uta Oelke, hatte im Vorfeld gesagt, man wisse nicht, ob am 21. Dezember 2012 die Welt untergehe, aber das Datum der Sonnenwende stehe in jedem Fall fest.

Ältestes Sonnenobservatorium der Welt

Ein langer Schatten eines Besuchers wird durch das Licht einer künstliche Sonne durch eines der drei Tore des ältesten, 7000 Jahre alte Sonneobservatorium der Welt in Goseck (Kreis Weißenfels) geworfen. (2005)
Im Gosecker Sonnenobservatorium konnten die Menschen bereits vor 7.000 Jahren die Wintersonnenwende ermitteln.

Goseck gilt als das älteste Sonnenobservatorium der Welt. Mit Hilfe der 7.000 Jahre alten Anlage war es den Steinzeitmenschen möglich, den längsten (21. Juni) und den kürzesten Tag (21. Dezember) des Jahres festzustellen. Das Observatorium war erst im Jahr 2005 rekonstruiert worden. Als Grundlage dienten Bodenumrisse, die 1991 beim Erkundungsflug eines Luftbildarchäologen entdeckt worden waren. Die Kreisanlage hat einen Durchmesser von 75 Metern und drei Tore. Sie ist von einem Erdwall und etwa zwei Meter hohen Holz-Palisadenzäunen doppelringförmig umgeben. Wegen Pilzbefalls wurden die Eichenholzstämme 2010 komplett ausgetauscht. Auch die neue Konstruktion wird nicht ewig halten, sondern schätzungsweise nur zehn bis 15 Jahre.

Kultstätte aus der Steinzeit

Die Anlage liegt nur 25 Kilometer entfernt vom Fundort der über 3.600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra, die als älteste genauere Sternenabbildung der Welt gilt. Die Kreisgrabenanlage in Goseck steht am Anfang einer Reihe von etwa 200 vergleichbaren vorgeschichtlichen Monumentalbauten der europäischen Jungsteinzeit und frühen Bronzezeit. Die jüngste und zugleich berühmteste Anlage ist der magische Doppelkreis aus 20 Meter hohen Steinblöcken im englischen Stonehenge, die etwa 4.500 bis 3.500 Jahre alt ist.

Zuletzt aktualisiert: 21. Dezember 2012, 20:41 Uhr

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