Grafik: Sonntagsfrage ZDF Landtagswahl Sachsen-Anhalt
Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre, würden rund 1.000 wahlberechtigte Sachsen-Anhalter so abstimmen. Bildrechte: obs/ZDF/ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

ZDF-Politbarometer AfD kommt auf 15 Prozent - SPD und Linke gleichauf

Im Rahmen des ZDF-Politbarometers wurden rund 1.000 wahlberechtigte Sachsen-Anhalter gefragt, wie sie bei der Landtagswahl abstimmen würden. Bei der Umfrage ist die AfD der größte Gewinner. 15 Prozent der Befragten würden für die Partei stimmen. Die Christdemokraten blieben die stärkste Partei, SPD und Linke lägen gleichauf. Bei der Frage nach einem Koalitionsmodell würden 45 Prozent eine Koalition aus CDU und SPD unterstützen.

Grafik: Sonntagsfrage ZDF Landtagswahl Sachsen-Anhalt
Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre, würden rund 1.000 wahlberechtigte Sachsen-Anhalter so abstimmen. Bildrechte: obs/ZDF/ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

Knapp zwei Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kommt die AfD in einer Umfrage auf ein deutlich zweistelliges Ergebnis. Die Partei erreicht im ZDF-Politbarometer 15 Prozent. Klar stärkste Partei bleibt mit 33 Prozent die CDU. SPD und Linke liegen bei jeweils 19 Prozent. Die Grünen kommen auf fünf Prozent. Mit Ausnahme der CDU verlieren alle Parteien, die momentan im Parlament vertreten sind. Die FDP kommt in der Erhebung auf drei Prozent und würde den Einzug in den Landtag damit wieder verpassen.

Sonntagsfrage
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Neuauflage der großen Koalition?

Von den realistischen Koalitionsmodellen hätte damit lediglich eine Fortsetzung der Regierung aus CDU und SPD eine ausreichende Mehrheit. Das sehen 45 Prozent der befragten Sachsen-Anhalter genauso. Rechnerisch möglich wäre aber auch eine Koalition aus CDU und Linkspartei sowie CDU und AfD.

In Sachsen-Anhalt wird wie in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz am 13. März ein neuer Landtag gewählt. Bei der Wahl vor fünf Jahren hatte die CDU 32,5 Prozent erreicht. Die Linkspartei wurde mit 23,7 Prozent zweitstärkste Partei vor der SPD mit 21,5 Prozent. Die Grünen erhielten 7,1 Prozent. Die NPD verpasste mit 4,6 Prozent den Sprung ins Parlament ebenso wie die FDP mit 3,8 Prozent.

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Gewünschter Ministerpräsident

Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt hätte, liegt Amtsinhaber Reiner Haseloff im Umfrageergebnis mit 53 Prozent deutlich vorne. Linke-Herausforderer Wulf Gallert und SPD-Spitzenkandidatin Katrin Budde kommen jeweils auf elf Prozent.

Flüchtlingskrise und Arbeitsmarkt am wichtigsten

Der Umfrage zufolge ist den Wählern in Sachsen-Anhalt mit 61 Prozent das mit Abstand wichtigste Thema die Flüchtlingskrise. Hier wird der CDU mit 26 Prozent am meisten zugetraut, 14 Prozent setzen auf die SPD, elf auf die AfD und neun Prozent auf die Linken.

Zweitwichtigstes Thema ist die Lage am Arbeitsmarkt. Im Dezember lag die Arbeitslosenquote in dem ostdeutschen Land bei 9,9 Prozent. Laut Umfrage wird hier der CDU am meisten zugetraut (42 Prozent), gefolgt von der SPD mit 14 Prozent und der Linken mit sechs Prozent.

Haseloff: Keine Zusammenarbeit mit AfD

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident Sachsen-Anhalts
CDU-Chef Reiner Haseloff Bildrechte: dpa

Ministerpräsident Reiner Haseloff sieht in der Umfrage ganz klar ein Zeichen, dass die Menschen eine Fortsetzung der jetzigen Koalition wollen. Er glaube, dass ihnen das Thema Flüchtlinge besonders am Herzen liege. Dabei müsse allerdings auch klar sein, dass es da Grenzen gebe, die man einhalten müsse, und dafür stehe er. Zur AfD sagte Haseloff, man müsse sie ernst nehmen, weil ihr Programm das Hauptthema sei, was die Menschen heute bewege. Trotz aller Solidarität hätten viele Sorgen. Das beste Mittel gegen die AfD sei deshalb, zur Odnung zurückzukehren, sodass es nicht zur Überlastung der Gesellschaft komme. Eine Zusammenarbeit mir der AfD komme für ihn nicht in Frage.

Budde: solides Ergebnis - AfD-Abschneiden beängstigend

SPD-Parteichefin Katrin Budde hält das Ergebnis ihrer Partei für solide – in Anbetracht der Horrorszenarien, die für die SPD schon gemalt worden seien. Man habe damit rechnen müssen, dass sich etwas verschiebt. Die großen Umbrüche in der Gesellschaft machten sich bemerkbar. Dennoch sei das Ergebnis eine ganz gute Basis für den Wahlkampf, aber natürlich ausbaufähig. Das Abschneiden der AfD ist für Budde sehr beängstigend. Sie hoffe sehr, dass sich das bis zur Wahl noch nach unten verändere. Ansonsten kämpfe man bis zum 13. März und erst dann werde über die Regierungsbildung gesprochen. "Man werde das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist", so Budde.

Gallert: Land braucht einen Neuanfang

Der Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke in Sachsen-Anhalt, Wulf Gallert
Linken-Chef Wulf Gallert Bildrechte: dpa

Der Chef der Linkspartei, Wulf Gallert, sprach sich klar für einen politischen Wechsel in Sachsen-Anhalt aus – im Interesse von Wirtschaft, Weltoffenheit und der Integration von Flüchtlingen. Gallert ist optimistisch, diese Ziele erreichen zu können. Er favorisiert eine Rot-Rot-Grüne Mehrheit. Zum Abschneiden der AfD sagte Gallert, es mache ihm Sorge, dass viele Bürger offensichtlich die grundlegenden Werte unserer Gesellschaft in Frage stellten. Das sei ein Problem, dass man langfristig angehen müsse.

Dalbert fürchtet Spaltung der Gesellschaft

Grünen-Chefin Claudia Dalbert zeigt sich besorgt, dass die drei Parteien, die klar für Weltoffenheit und gegen Menschenfeindlichkeit stünden, in der Umfrage Einbußen hinnehmen mussten. Gleichzeitig komme die menschenverachtende AfD auf 15 Prozent und die CDU, die zunehmend rechtskonservative Töne anschlage, bleibt bei 33 Prozent. Dies deute für Dalbert eine Spaltung der Gesellschaft an, die gefährlich für unsere Demokratie sei.

Poggenburg: AfD spricht Klartext und wird belohnt

André Poggenburg
AfD-Chef André Poggenburg Bildrechte: IMAGO

AfD-Landeschef André Poggenburg ist nicht überrascht über das Ergebnis. Sein Ziel sei immer 15 Prozent + X gewesen. Man sehe ja, dass die negativen Entwicklungen weiter gingen, und in diesem Verhältnis steige auch der Zuspruch der AfD, so Poggenburg. Seiner Meinung nach ist die AfD die einzige Partei, die die Fehlentwicklungen in Sachsen-Anhalt und Deutschland anspricht und die seit zwei Jahren vor den Ereignissen in Köln, Hamburg, Stuttgart und anderen Städten gewarnt hat. Dadurch wirke die AfD glaubwürdig in ihrer Erscheinung. Sie traue sich anzusprechen, was andere gern verschweigen.

Stichprobe Für die Umfrage hatte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zwischen dem 11. Und 13. Januar 1.003 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt telefonisch befragt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Sachsen-Anhalt.

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2016, 09:19 Uhr

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143 Kommentare

16.01.2016 19:45 I. Maier 143

@142. V2Knut: Ich nehme einfach Wikipedia als Zitat "Nazi ist ein Kurzwort für einen Anhänger des Nationalsozialismus und wird umgangssprachlich zumeist abwertend gebraucht." Es ist in Deutschland nicht verboten einer bestimmten Idologie anzuhängen. Also kann es sehr viele Deutsche geben, die Anhänger des Nationalsozialismus sind. Sie wissen selbst, dass es zur Anzahl keine wissenschaftlich fundierte Erhebung geben kann. Wenn ich in Beiträgen des Forums erkenne, dass Taten der extremen Typen dieser Vertreter verniedlicht werden, muss ich, auch s. o. abwertend, erkennen, dass es sich um Nazis handelt. Wie sagt man in solchen Fällen im Volksmund: "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!"

16.01.2016 16:41 V2Knut 142

Scheinbar kennen Sie sich in soziologisch-politischen Feldstudien bestens aus! Aus Ihren Quellen würde ich gerne mal schöpfen! Ich staune immer: Gefühlt lauert hinter jeder zweiten Straßenecke ein eingefleischter Nazi (bei Betrachtung der verschiedenen Forenbeiträge). Dabei ist aktiv betriebener Nationalsozialismus prinzipiell in Deutschland klipp und klar verboten, da Verstoß gegen mehrere Artikel des Grundgesetzes. Warum laufen die alle frei 'rum? Die Allermeisten ohne jede Anklage. Anders herum gefragt? Wie wird ein eingefleischter Nazi definiert? Ich für mich hinterfrage mich selbst auch immer wieder darauf hin. Ich kenne aber einfach keine Liste, die mir sagt: Ein Nazi ist das und das und das. Ich könnte Ihnen jetzt viel von mir und meinen Einstellungen berichten. Was soll das aber bringen? Bringen Sie mal Ihre qualifizierte Definition: Was ist ein eingefleischter Nazi? Und bitte: Wieviel von dieser Sorte gibt es denn in Deutschland, in Sachsen-Anhalt?

16.01.2016 15:32 I. Maier 141

@137. erich: Das "Pack", welches Sie vermuten, dass es die SPD nicht wieder wählt, hat noch nie SPD gewählt. Das "Pack" sind eingefleischte Nazis, die in Heidenau randalierten. Die wählen keine SPD; nicht einmal aus Versehen oder in Unkenntnis der Wahlregeln in Deutschland beim Ausfüllen des Wahlzettels. Andere Menshen wählen die SPD nicht und das seit vielen Jahren. Deshalb verharrt die SPD bei etwas über 20% in den Umfragen. Diese anderen Menschen wählen SPD nicht wegen sozialer Verwerfungen, diese sind enttäuscht von der Partei wegen solcher Sachen wie Agenda 2010! Das hat nichts mt der Flüchtlingskrise zu tun.

16.01.2016 13:01 Aufgewacht 140

Und die etablierten Gaunerparteien knabbern sich schon gegenseitig die Fingernägel ab. Hoffentlich wird die AFD zweitstärkste Kraft in Sachsen Anhalt. Die ganzen Lügen lassen sich im Zeitalter des Internets nicht mehr aufrecht erhalten. Mutti Merkel und Papa Gabriel werden ihre Quittung bekommen. Versprochen

16.01.2016 11:19 Huwoka 139

@124 die oben angegebene Umfrage war für n-tv so interessant, ebendiese mit exakt den oben angegeben Zahlen zu veröffentlichen, ist dort sogar nachzulesen ( wer will kann ja schauen )

16.01.2016 11:04 V2Knut 138

@121.: [Claus Peter Jena]: Vielleicht war ich gemeint (besser immer den Nickname dazuschreiben): Wir sollten uns nicht bei der Klassifizierung von Regierungen in anderen Staaten aufhalten; bleiben wir beim Thema: Inhaltliches der AfD - deren Programm betreffend; was ist Gefährliches darin (zwei oder drei Zitate - bitte nicht aus dem Zusammenhang reißen - genügen für's Erste). Und zum Herrn Höcke, der sich als anfänglicher Volkstribun versucht: Ich schrieb schon mal (wohl unter MDR-Beitrag "Björn Höcke fordert..."), daß er aus meiner Sicht bei der AfD für's Grundfischen zuständig ist (= Populismus in konzentrierter Form). Seine Auftritte sind für mich eher erheiternd als gefährlich. Und: Die Dimension von Reichsparteitagen haben die Kundgebungen in Erfurt noch lange nicht (trotz des dortigen Zustimmungsgejohles). ------------>

16.01.2016 09:37 erich 137

133.# Völlig richtig - Für den Gabrel ist der jder deutsche Bürger, der eine andere Meinung vertritt nur "-PACK-" Das "-PACK-" wird dem Gabriel bei den kommenden Wahlen zeigen, was es von Gabriel und seiner Partei hält.

16.01.2016 07:31 Huwoka 136

Ich denke Höckes Freund Poggenburg wird dann ieine Koaltion mit der Merkelpartei CDU eingehen und auch mit der Stimmen, machen die Alle, wenn sie erstmal an der Macht sind. Da wähle ich lieber ALFA oder BÜSO

15.01.2016 00:32 Udo 135

Bei einen Spaziergang durch Dessau sah ich mich so um und machte mir Gedanken wen ich wohl Wählen würde. Seit einigen Jahren ist die CDU in meinen Bundesland vertreten. Was war bisher passiert. Ein Blick zur Hauptstraße, Schon ewige Flickerei wo man hin kuckt.Viele ältere Menschen unterwegs. Ahja,die Jugend zieht weg weil keine Perspektive hier. Viele Lokale schließen schon um 22Uhr weil keine Gäste. Immer mehr Ausländer säumen Dessaus Straßen. Es gibt doch eh keine Arbeit hier. Also soziale Hängematte vorprogrammiert, usw,usw. Es muss sich was ändern hier in meinen Bundesland!

15.01.2016 22:04 Mane 134

AfD spricht Klartext und wird belohnt. So soll es auch sein, denn wer lügt und vertuscht wird abgestraft !