Genehmigung wird zurückgezogen : Vorerst keine Schießanlage im Zeitzer Forst
Die von der Bundeswehr geplante Schießanlage im Zeitzer Forst wird zunächst doch nicht gebaut. Der Landrat des Burgenlandkreises, Harri Reiche, sagte dem MDR SACHSEN-ANHALT, die Baugenehmigung werde zurückgezogen. Sie sei wegen neuer Erkenntnisse nicht mehr haltbar. Ob es eine neue Genehmigung geben könne, müsse nun mit der Bundeswehr besprochen werden. Momentan sei jedoch alles offen, betonte der Landrat.
Zehn-Millionen-Projekt auf der Kippe
Die Bundeswehr hatte geplant, auf dem Truppenübungsplatz unweit der Landesgrenze zu Thüringen eine Schießanlage zu errichten. Auf dem mehrere Tausend Quadratmeter großen Gelände sollten bis zu 26 Soldaten gleichzeitig üben können, selbst nachts und an Wochenenden. Der Baubeginn des rund zehn Millionen Euro teuren Projekts stand bis zuletzt jedoch nicht fest. Das Areal gehört zur Pionierkaserne Gera. Die 800 dort stationierten Soldaten und die anderer Standorte sollten im Süden Sachsen-Anhalts für ihre Auslandseinsätze trainieren.
Anwohner kämpfen für zivile Nutzung des Waldes
Anwohner in Ortschaften am Zeitzer Forst hatten im März 2011 eine Bürgerinitiative gegründet, um das Bauprojekt zu verhindern. Prominentestes Mitglied ist der ehemalige Oberbürgermeister von Zeitz, Dieter Kmietczyk. Die Bürger fürchten unter anderem Schäden für die Umwelt und zu viel Lärm auf dem Gelände. An einem Ostermarsch im April hatten zuletzt Hunderte Menschen teilgenommen.
Das rund 2.000 Hektar große Waldgebiet im Süden Sachsen-Anhalts war zu DDR-Zeiten von der Sowjetarmee genutzt worden. Heute übt die Bundeswehr auf einem Teil des Geländes. Bereits nach 1990 hatte sich eine Protestbewegung formiert. Seitdem wurden rund 17.000 Unterschriften für eine zivile Nutzung des Waldes gesammelt.


