Rechtsextremismus
Neonazi-Kinderlager in Limbach
Die als rechtsextrem geltende "Heimattreue Deutsche Jugend e.V." (HDJ) unterhält offenbar derzeit in Limbach (Vogtland) ein paramilitärisches Camp. 50 Kinder und Jugendliche sowie acht Betreuer haben sich nach Angaben des SACHSENSPIEGEL in einem Schullandheim eingemietet. Sie wollen dort bis Samstag ein sogenanntes "Osterlager" abhalten.
AWO-Landesverband: Uns sind die Hände gebunden
Träger der Anlage ist die Arbeiterwohlfahrt Vogtland, die sich nun von den Rechten überrumpelt fühlt. Geschäftsführer Steffan Günther erfuhr erst von Reichenbachs Polizei, was auf seinem Grundstück vor sich geht. Am Mittwoch abend reagierte der AWO-Landesverband auf die Vorkommnisse. Landesvorsitzende Margit Weihnert in einer Pressemitteilung: "Wir sind über die Vorkommnisse im Schullandheim betroffen. Zugleich sind uns die Hände gebunden, da wir nicht so schnell aus dem Vertrag kommen, wie wir es gerne würden. Wir sind uns einig, dass wir vo unserem Hausrecht Gebrauch machen werden, sobald sich eine Möglichkeit bietet, um dem braunen Spuk ein Ende zu setzen."
Linke fordern mehr Maßnahmen gegen Rechtsextremismus
Kerstin Köditz, Landtagsabgeordnete der Linkspartei, will die Thematik in der nächsten Sitzung des Innenausschusses ansprechen. Sie verlangt vom sächsischen Innenminister Albrecht Buttolo (CDU), Maßnahmen gegen Neonazis zu ergreifen. Es sei auffällig, so Köditz, dass Gruppierungen der extremen Rechten wegen des Verfolgungsdrucks in anderen Bundesländern immer häufiger nach Sachsen ausweichen.
"Ich erwarte vom Innenminister, dass er endlich Maßnahmen ergreift, um zu verhindern, dass Neonazis ihr Unwesen, das sie in anderen Bundesländern nicht mehr treiben können, nach Sachsen verlagern."
Landtagsabgeordnete (Die Linke)
Quelle: Pressemitteilung
HDJ ködert mit scheinbar harmlosen Freizeitangeboten
Bei der HDJ handelt es sich um eine Nachfolgeorganisation der verbotenen Wiking-Jugend. Im Oktober 2007 untersagte das Bundesministerium des Innern der HDJ das Tragen von Uniformen. Der sächsische Verfassungsschutz beobachtet die HDJ als rechtsextremistische Organisation. Mit scheinbar harmlosen Freizeitangeboten versuche der Verein, Kinder und Jugendliche an sich zu binden und rechtsextremistisches Gedankengut zu vermitteln, so der Verfassungsschutz.
Zuletzt aktualisiert: 28. März 2008, 10:44 Uhr
