Nach Recherchen des MDR-Magazins FAKT
Neue Kritik an Militärtransporten über Flughafen Leipzig
Die über den Flughafen Leipzig/Halle abgewickelten Transporte von US-Soldaten in ihre Einsatzgebiete im Irak und in Afghanistan sind erneut in die Kritik geraten. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Lichdi sprach von einem "unangebrachten Versteckspiel", welches um die Transitflüge von US-Soldaten veranstaltet werde. "Es gibt durch diese Flüge ja auch eine zusätzliche Gefährdung der Leipziger Bevölkerung", erklärte der Grüne mit Hinweis auf mögliche terroristische Anschläge. Klaus Bartl, der rechtspolitische Sprecher der Linken im Landtag, sagte, der Freistaat werde durch seine Verfassung verpflichtet, sich für eine friedliche Entwicklung in der Welt einzusetzen. "Dazu passt jedoch nicht, dass von unserem Territorium aus permanent Kriegshandlungen unterstützt werden", erklärte Bartl im SACHSENSPIEGEL.
450.000 Soldaten wurden bisher über Flughafen Leipzig/Halle transportiert
Nach Informationen des MDR-Magazins FAKT wurden bisher rund 450.000 US-Soldaten über den Flughafen Leipzig/Halle in den Nahen Osten geflogen. Für den Zwischenstopp der Militärs werde regelmäßig ein spezielles Terminal des Airports benutzt, nahezu täglich würden Maschinen mit US-Soldaten an Bord starten und landen. Die Flüge würden zwar mit zivilen Flugzeugen zum Beispiel der "World-Airways" abgewickelt, die sächsische Staatsregierung hat nach FAKT-Informationen den militärischen Charakter dieser Flüge aber bereits im vergangenen Jahr eingeräumt. So habe das sächsische Wirtschaftsministerium auf eine parlamentarische Anfrage geantwortet, dass gemäß eines Planfeststellungsbeschlusses des Regierungspräsidiums Leipzig "Flüge aufgrund militärischer Anforderungen" vom Nachtflugverbot ausgenommen seien. Nach FAKT-Recherchen erfolgen die Transporte der US-Soldaten zu einem großen Teil in den Nachtstunden.
Anwohner fordert seit Jahren Stopp der Militärtransporte
Anwohner des Flughafens Leipzig-Halle fordern bereits seit Jahren einen Stopp der US-Truppentransporte und beklagen zugleich die aus ihrer Sicht unwahren Informationen, die ihnen Politik und Behörden zu diesem Sachverhalt übermitteln. Ihr gegenüber habe das Bundesverteidigungsministerium erklärt, dass eine militärische Nutzung des Flughafen Leipzig/Halle nicht stattfinde, sagt Anwohnerin Inge Noack. "Aber wir sehen diese Flugzeuge über unsere Köpfe hinweg fliegen und wir sehen, dass Soldaten aussteigen." Sie werde belogen und sei darüber sehr enttäuscht, sagt Inge Noack.
Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2009, 08:28 Uhr
