Wahlkampfauftakt
NPD eröffnet den Wahlkampf
Als erste Partei hat die NPD den Wahlkampf für die Landtagswahl am 30. August offiziell eröffnet. In einer Ferienanlage am Quitzdorfer See (Landkreis Görlitz) hielt Spitzenkandidat Holger Apfel vor etwa 400 Anhängern eine Rede. In dieser forderte er unter anderem eine Revision der Hartz-IV Gesetze und einen Mindestlohn von 8,80 Euro. Die NPD werde zudem mit der Forderung nach einem "Müttergehalt" und einem Kindergeld von 500 Euro in den Wahlkampf ziehen. Alle diese Leistungen solle es aber "nur für deutsche Familien geben", erklärte Apfel, seine Partei sei "gegen weitere Zuwanderungsanreize". Die NPD wird laut Apfel mit dem Slogan "Arbeit, Familie, Heimat" in den Landtagswahlkampf ziehen.
"Jawohl, wir sind angekommen. Wir sind eine feste politische Größe in Sachsen."
Wahlziel "10 Prozent plus X"
Apfel erklärte in Quitzdorf, die NPD strebe bei der kommenden Landtagswahl ein Ergebnis von "10 Prozent plus X" an. Insbesondere in den Städten wolle die Partei besser abschneiden als bisher. Dazu werde die NPD etwa das "Arbeitermilieu" stärker ansprechen und versuchen Wähler zu gewinnen, die bisher der Linkspartei ihre Stimme gaben. Apfel kündige einen "intensiveren Wahlkampf" als 2004 an. In ganz Sachsen werde in den kommenden Wochen "massiv plakatiert". Zudem soll flächendeckend Wahlwerbung in Briefkästen verteilt werden. Auf Großveranstaltungen wolle die NPD dagegen weitgehend verzichten.
Keine finanzielle Unterstützung durch Bundespartei
Die schwere finanzielle Krise der Bundespartei hat laut Apfel keine Auswirkungen auf den Landtagswahlkampf in Sachsen. Dieser werde durch den Landesverband selbstständig finanziert. Die Abgeordneten der NPD-Landtagsfraktion hätten in den vergangenen fünf Jahren pro Monat 650 Euro an die Landespartei abgeführt, mit diesem Geld ließe sich die Kampagne größtenteils bezahlen.
Sogenannte "Freie Kräfte" unterstützen NPD
Nach Apfels Angaben werden "freie Kräfte" den Landtagswahlkampf der NPD unterstützen. Besonders in Leipzig und Chemnitz gebe es mit den parteiungebundenen Netzwerken inzwischen eine "gute Zusammenarbeit". Apfel bezeichnete diese Netzwerke als "politikfähig". Die NPD fordere von den "freien Kräften" allerdings ein "Bekenntnis zur Gewaltfreiheit".
Beim Landtagswahlkampf 2004 hatte die NPD vor allem in der Sächsischen Schweiz auf die Hilfe sogenannter "Kameradschaften" zurückgegriffen. Laut dem Sächsischen Innenministerium sind zahlreiche Rechtsextreme auf Grund von "stetigem Verfolgungsdruck" jedoch in "lose, konspirative und netzwerkartige Strukturen" geflüchtet. Nach Erkenntnissen sächsischer Sicherheitsbehörden gehören diesen "freien Kräften" mittlerweile rund 500 Personen an, doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren.
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NPD startet Wahlkampf in der Provinz
Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2009, 20:48 Uhr

