Schmierereien an Dresdner Synagoge

Polizei sucht nach Einzeltäter

Nach der Schändung der Dresdner Synagoge sucht die Polizei nach einem Einzeltäter. Wie das Landeskriminalamt am Dienstag mitteilte, filmte eine Überwachungskamera, wie der Mann am Sonnabend zwischen 17:15 und 17:25 Uhr die Mauer zwischen Synagoge und Gemeindezentrum auf etwa neun Metern Länge mit Hakenkreuzen und antisemitischen Parolen beschmiert.

Synagoge Dresden
Die Neue Synagoge Dresden wurde erst 2001 eröffnet.

Polizei sucht 1,80 m großen männlichen Täter

Nach Angaben der Polizei kam der Mann aus Richtung Carolabrücke. Hinter dem Wartehäuschen der Straßenbahnstelle habe er mit den Schmierereien begonnen. Wenn eine Tram anhielt oder Passanten vorbeikamen, habe er aufgehört und erst weitergemancht, als er sich wieder unbeobachtet fühlte. Anschließend sei der Mann mit einer Bahn der Linie 7 in Richtung Hauptbahnhof gefahren. Nach Angaben der Polizei ist der Gesuchte etwa 1,80 groß, er trug dunkle Kleidung und helle Schuhe.

Polizei bemerkt den Vorfall erst am Sonntag

Polizisten waren die Schmierereien erst am Sonntagmorgen aufgefallen. An dem jüdischen Gotteshaus patrouillieren normalerweise Streifen, Überwachungskameras zeichnen das Geschehen auf dem Gelände auf. Die Tat unmittelbar vor dem 71. Jahrestag der Pogromnacht sorgte für Empörung. Die Neue Synagoge Dresden wurde im Jahr 2001 fertiggestellt. Sie befindet sich auf dem Grundstück der 1839/40 von Gottfried Semper errichteten Alten Synagoge. Das Gotteshaus war 1938 in der Nacht vom 9. auf den 10. November auf Betreiben der Nationalsozialisten zerstört worden.

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2009, 17:45 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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