Ein Wimpel mit dem Parteilogo der Alternative für Deutschland (AfD) steht am 28.01.2017 auf dem AfD-Landesparteitag in Klipphausen (Sachsen) auf einem Tisch.
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Folge der Höcke-Rede AfD verliert Großspender

Ein Wimpel mit dem Parteilogo der Alternative für Deutschland (AfD) steht am 28.01.2017 auf dem AfD-Landesparteitag in Klipphausen (Sachsen) auf einem Tisch.
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Die Rede des Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke in Dresden hat offenbar Auswirkungen auf die Parteifinanzen. Wie der sächsische AfD-Generalsekterär Uwe Wurlitzer dem MDR bestätigte, gingen nach dem Auftritt Höckes mehrere Großspender verloren, unter anderem ein Gönner aus Chemnitz. Bei einer Parteiveranstaltung am Dienstag in Oschatz erklärte Wurlitzer, dass "uns diese Veranstaltung deutlich über 100.000 Euro" koste. Dieses Geld fehle der Partei nun im Bundestagswahlkampf. Bei ihrem Landesparteitag Ende Januar hatte die sächsische AfD ein Wahlkampfbudget von 600.000 Euro festgesetzt. Ein Teil des Budgets ist schon für zwei große Zelte weggegangen, die die Partei habe kaufen müssen, weil Reservierungen für bereits gebuchte Säle zurückgezogen wurden.

Ein Überweisungsformular in dem das Wort Spende eingetragen ist.
Die AfD bekommt nach der Höcke-Rede in Dresden weniger Spenden. Bildrechte: colourbox

Wurlitzer kritisierte einem Zeitungsbericht der "Lausitzer Rundschau" zufolge erneut die Rede seines thüringischen Parteikollegen. Er habe in seiner "Bierzeltrede" Themen aufgemacht, die im Wahlkampf nicht gebraucht werden können. Mit Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland hieß es weiter, es sei "entsetzlich, dass der Björn in unserer 1.000-jährigen Geschichte immer nur diese zwölf Jahre thematisiert". Der Generalsekretär fürchte als weitere Folge des Auftritts nun um Wählerstimmen.

Wirbel um Dresdner Rede

Höcke hatte während seiner Rede im Januar im Dresdner Ballhaus Watzke unter anderem eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" gefordert und mit offensichtlichem Bezug zum Berliner Holocaust-Mahnmal gesagt, dass die Deutschen das einzige Volk der Welt seien, dass sich ein "Denkmal der Schande" in das Herz ihrer Hauptstadt gepflanzt habe. Die Rede sorgte für viel Kritik und führte unter anderem zu einem Parteiausschlussverfahren gegen Höcke.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio MDR 1 RADIO SACHSEN | 22.02.2017 | Nachrichten ab 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2017, 14:29 Uhr

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46 Kommentare

24.02.2017 12:42 Ullrich 46

Höcke wirkt - Die AFD verliert im Deutschlandtrend!

Läuft also richtig gut.

23.02.2017 21:01 Janes 45

@Peter 32: Richtig vermutet!

23.02.2017 20:34 PeterPlys 44

@41 Simon
Meinen sie den Uwe Wurlitzer, der schon öffentlich ein paar Lügen zurückziehen musste?
Dann schließt sich ja noch ein weiterer Kreis...

23.02.2017 18:11 Peter 43

@42 Sabine: Da freut sich die Frauke. Jetzt kann sie die Anwaltskosten in ihrem Meineidverfahren aus der Portokasse der Partei bezahlen.

23.02.2017 16:59 Sabine 42

Da sich Herr Höcke auf dem kürzlichen Thüringer Parteitag entschuldigt hat, beabsichtige auch ich als Kleinspender zum Erfolg der AFD beizutragen.

23.02.2017 16:26 Simon 41

Eigenartigerweise stammen diese Behauptungen von Uwe Wurlitzer, der rechten Hand Petrys, die Höcke los werden wil. Eigenartigerweise gibt es die "Spenden -Abspringer" nur in Sachsen, nicht Thüringen, Sachsen-Anhalt, MecklPomm; BaWü; Brandenburg oder Berlin. Wurlitzer hat auch keine einzige Spendenabsage dokumentiert, bzw, einen Wortlaut ins Netz gestellt, so dass eine Prüfung auf Wahrheitsgehalt gar nicht möglich ist.

23.02.2017 15:55 Reimer 40

"Björn Höcke und der zu weit rechte Anhang sind die Totengräber der AfD. Sie verteilen Geschenke an den politischen Gegner und treiben damit AfD Wähler in die Hände von Angela Merkel. Das zu weit rechte Image frisst sich beim Bürger immer mehr in das Gedächtnis ein."
Es ist wohl gerade umgekehrt: Frauke Petry und ihr mainstream-angepasster, karrieristischer Anhang sind die Totengräber der AfD. Und das nicht nur weil sie ständig Geschenke an die politischen Gegner durch ihre Intrigen gegen Höcke und andere Parteimitglieder machen. Vor allem auch weil die die AfD in eine "bessere CDU" umzuwandeln, und alles "Alternative" aus der AfD zu beseitigen - und damit den Grund, warum die AfD ursprünglich gewählt wurde.

23.02.2017 15:21 Günter 39

Ich denke man muss mal feststellen die AfD lag mal nach den Umfragen bundesweit auf 15 %. Z.Z liegt sie zwischen 8 und 9 %. Also bundesweit geht der Trend nach unten. Es sind nun rund 90 % die nicht AfD wählen.

23.02.2017 07:39 Enkersmann 38

Von mir aus kann die AfD Leute wie Höcke und Poggenburg gerne weiter in ihrer Partei halten.

Dann wandern halt noch mehr Unterstützer ab, so wie dieser Großspender. Das Geld ist dann weg.

22.02.2017 22:18 emil 37

im kleinreden andrer sind unsre politiker nämlich am grössten