Schon 19 Tote : Tschechien stoppt Verkauf von Hochprozentigem
Im Skandal um hochgiftigen gepanschten Alkohol in Tschechien hat die Regierung nun die Notbremse gezogen. Der Verkauf hochprozentiger Alkoholgetränke wurde nun im ganzen Land gestoppt. Das Verkaufsverbot gilt demnach bis auf weiteres für alle Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 Volumenprozent.
Unterdessen gab es erste Festnahmen. Wie die tschechische Polizei am Freitag mitteilte, sind neun Verdächtige verhaftet worden. Bei einer Razzia im südmährischen Zlin seien rund 500 Wodka-, Rum- und Obstbrandflaschen mit gefälschten Marken-Etiketten sichergestellt worden. In Proben sei ein hoher Gehalt des giftigen Methanols festgestellt worden.
Zahl der Toten auf 19 gestiegen
Der tschechische Gesundheitsminister Leos Heger gab allerdings noch keine Entwarnung. Es herrsche weiter Unklarheit über die Hintermänner und die genauen Verteilerkanäle der gefährlichen Alkoholgetränke. Die Zahl der bestätigten Todesfälle durch Methanol-Vergiftungen ist nach weiteren Labor-Untersuchungen auf 19 gestiegen. Innerhalb der letzten 24 Stunden sind nach Angaben des Ministers sechs neue Patienten mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gekommen.
Das sächsische Gesundheitsministerium hat am Freitag ebenfalls vor gepanschtem Alkohol aus Tschechien gewarnt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Alkohol auch in Sachsen verkauft wird, hieß es in einer Mitteilung. Das Ministerium warnte davor, Alkohol ohne Etikett und Herkunftsnachweis zu trinken.
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Methanol
Methanol ist giftig und seine Aufnahme kann zur Erblindung, in höheren Dosen zum Tod führen. Eine Methanolvergiftung verläuft in drei Phasen. Nach einer berauschenden Wirkung direkt nach dem Verzehr, treten Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und beschleunigte Atmung auf. Letztlich tritt eine Schädigung des Sehnervs ein, die bis zur Erblindung führen kann. Der Tod kann die Folge einer Atemlähmung sein.
