Sachsen

Herkunft weiter unklar : Razzien in Tschechien nach Schnapsverbot

In Tschechien geht die Suche nach den Hintermännern des gepanschten Alkohols weiter. Dazu gab es am Wochenende zahlreiche Razzien. Wie die Polizei mitteilte, kontrollierten die Beamten mehr als 19.000 Kneipen, Restaurants und Geschäfte. Ziel sei gewesen, das landesweite Verkaufsverbot hochprozentiger Getränke zu kontrollieren. An 14 Verkaufsstellen seien größere Mengen verdächtigen Alkohols beschlagnahmt worden, hieß es weiter. Insgesamt 13 Verdächtige wurden demnach festgenommen.

Bisher 20 Tote

Schnapsglas
Selbst kleinste Mengen des gepanschten Alkohols können schlimme Folgen haben.

Der Verdacht, dass organisierte Banden hinter dem gepanschten Alkohol stecken, konnte bisher nicht bestätigt werden. Es gebe keine Beweise dafür, sagte ein Polizeisprecher.

Mit dem Tod eines 63-jährigen Mannes im besonders betroffenen Nordosten des Landes stieg die Zahl der Opfer inzwischen auf 20. Sie haben allen den mit Methanol vergifteten Schnaps getrunken. Mehr als 40 weitere Menschen wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Mehrere Opfer erblindeten, andere mussten ins künstliche Koma versetzt werden. Nach Behördenangaben hatten die meisten Opfer der Vergiftungswelle hochprozentigen Alkohol wie Wodka oder einheimischen Rum in Restaurants oder Geschäften gekauft.

Verkaufsverbot könnte Wochen dauern

Am Freitagabend hatte das tschechische Gesundheitsministerium den Verkauf von Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 Prozent bis auf Weiteres verboten. Laden- und Restaurantbesitzern, die gegen das Verkaufsverbot verstoßen, drohen Geldbußen von bis zu umgerechnet 123.000 Euro. Das Verbot könne "mehrere Wochen" in Kraft bleiben, sagte Gesundheitsminister Leos Heger.

Auch Polen verbot am Sonntag den Verkauf hochprozentigen Alkohols aus Tschechien im Groß- und Einzelhandel. Nur Wein und Bier aus dem Nachbarland dürfen weiter angeboten werden. Das sächsische Gesundheitsministerium warnte ebenfalls vor dem Kauf von tschechischem Alkohol. Käufer sollten dringend auf das Etikett und den Herkunftsnachweis achten.

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2012, 20:32 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK