Schleudersachse 2010 KWL-Geschäftsführung erhält Steuerverschwender-Preis

Der Negativpreis "Schleudersachse" des Bundes der Steuerzahler in Sachsen geht in diesem Jahr an die ehemalige Geschäftsführung der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL). Wie der Bund der Steuerzahler am Donnerstag zur Begründung mitteilte, sollen die früheren Wasserwerke-Manager in London geheime Finanzwetten getätigt haben. Dem Unternehmen und der Stadt Leipzig drohten deshalb Verluste zwischen 255 und 284 Millionen Euro. Für Geschäfte mit Wertpapieren hätten die ehemaligen Chefs gegenüber verschiedenen Banken Ausfallrisiken in Höhe von 290 Millionen Euro übernommen. Zwei Banken hätten bereits erste Zahlungsforderungen bei der KWL geltend gemacht. Bislang sei jedoch noch kein Geld geflossen, da Stadt und KWL die Rechtmäßigkeit der Verträge anzweifelten. Die Geschäftsführung wurde Anfang 2010 fristlos entlassen.

Kritik an teuerer Werbebroschüre

Der Bund der Steuerzahler Sachsens kritisierte darüber hinaus die Ausgaben vom 25.000 Euro für eine aufwendig gestaltete Werbebroschüre zum geplanten Umbau des Konzertsaals im Kulturpalast Dresden. Von dem Heft wurden 35.000 Exemplare gedruckt. Empfänger waren etwa Abonnenten der Dresdner Philharmonie sowie Einrichtungen, Institutionen, Dienstleister und Partnern der Landeshauptstadt Dresden stehen. Nach Ansicht der Steuerzahlerbundes hätte es kostengünstigere Möglichkeiten gegeben, das Projekt einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

Der sächsische Landesverband des Bundes der Steuerzahler vergibt seit 2004 einmal im Jahr den "Schleudersachsen" für die Verschwendung von Steuergeldern im Freistaat. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die Landestalsperrenverwaltung Sachsen und die Untere Naturschutzbehörde im Landkreis Meißen. Bei der Deichentwässerung im Zeithainer Ortsteil Röderau-Bobersen waren nach Ansicht des Verbandes für den Steuerzahler 63.000 Euro Mehrkosten angefallen: Es wurde für 154.000 Euro Rollrasen verlegt. Die Aussaat von Rasensaat hätte für die gleiche Fläche 91.000 Euro gekosten. Der Bund der Steuerzahler stufte die Ausgabe als überzogen ein.

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2010, 16:14 Uhr