Sachsen

Folge von Fehlspekulationen : Sachsen zahlt erneut Millionenbetrag für Ex-Landesbank

Der Freistaat hat im ersten Quartal dieses Jahres erneut einen Millionenbetrag an die Gläubiger der ehemaligen Landesbank gezahlt. Nach Angaben des sächsischen Finanzministeriums wurden sogenannte Garantiezahlungen in Höhe von 38,1 Millionen Euro geleistet. Insgesamt seien damit bislang mehr als 170 Millionen Euro für das an die Landesbank Baden-Württemberg verkaufte Kreditinstitut gezahlt worden.

Das Logo der Sachsen LB am Gebäude der Landesbank Sachsen in Leipzig
Für den Freistaat ein Fass ohne Boden: Die ehemallige Sachsen LB

Land erhält Geld aus Vergleich

Nach Angaben des Finanzministeriums flossen dem Garantiefonds des Freistaates im ersten Quartal allerdings auch 40 Millionen Euro zu. Das Geld stamme aus einem Vergleich mit der US-amerikanischen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Mit dem zum Jahresbeginn geschlossenen Abkommen sollten langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden werden. Strittig war unter anderem, ob alle Risiken in den Jahresabschlüssen der Sachsen LB deutlich erkennbar dargestellt waren. PwC hatte die Bank im Frühjahr 2007 wirtschaftlich geprüft und nur wenige Monate vor deren Zusammenbruch Entwarnung gegeben.

Die ehemalige Landesbank hatte vor allem durch Fehlspekulationen ihrer irischen Tochtergesellschaft Verluste in Milliardenhöhe erlitten und konnte nur durch einen Notverkauf vor dem Konkurs gerettet werden. Sachsen bürgt mit bis zu 2,75 Milliarden Euro für die Verluste der Bank. Der Freistaat hatte Ende Dezember gegen acht ehemalige Vorstände des Kreditinstituts Schadenersatzklagen eingereicht. Ihnen drohen Rückzahlungen von bis zu 228 Millionen Euro.

Zuletzt aktualisiert: 05. April 2011, 16:19 Uhr

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