Sachsen

Kritik der Grünen : Streit um tschechisches AKW Temelin

Der energiepolitische Sprecher der Grünen sächsischen Landtag, Johannes Lichdi, hat die Landesregierung aufgefordert, sich gegen neue Reaktorblöcke im tschechischen Atomkraftwerk Temelin einzusetzen. Das AKW liege gerade mal 200 Kilometer von der sächsischen Grenze entfernt. Komme es dort zum GAU, drohten "weite Teile Sachsens unbewohnbar" zu werden.

Trotzdem habe der sächsische Umweltminister Frank Kupfer (CDU) gegen den Bau der neuen Kraftwerks-Blöcke keine Bedenken vorgetragen, kritisierte Lichdi: "Dabei gelten die beiden dort bereits bestehenden Kraftwerksblöcke mit bisher 130 Zwischenfällen als störanfällig. Erst im April 2010 traten 1.800 Liter kontaminiertes Wasser aus dem Kühlsystem aus."

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) habe in seiner Stellungnahme auf die riskante technische Konzeption einer Wasserkühlung aus der Moldau hingewiesen, erklärte Lichdi weiter. Weder die Menge des Wassers noch seine Temperatur reichten demnach aus, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Polnische Pläne "in den Sternen"

Kupfer hatte die Stellungnahme der sächsischen Landesregierung zu dem geplanten Neubau in Temelin am vergangenen Freitag dem Umweltausschuss des Landtags vorgelegt. Sie stammt vom September 2010 und verlangt ledglich, dass eine mögliche Gefährdung für Sachsen im weiteren Verfahren berücksichtigt werden solle. Pläne für Atomkraftwerke in Polen stehen nach Lichdis Meinung "in den Sternen". Polen habe bisher noch keinen Investor für seine Atom-Pläne, sie "werden schon am fehlenden privaten Kapital scheitern".

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2011, 16:17 Uhr

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