Sachsen

Landesbank-Krise : Behindern Manager Aufklärung bei SachsenLB?

Offenbar behindern ehemalige Bank-Manager die Aufklärung der Krise bei der sächsischen Landesbank. Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau sagte nach einer Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses des sächsischen Landtages, insbesondere Ex-Vorstandschef Herbert Süß beantworte Fragen der Wirtschaftsprüfer der Firma Ernst & Young nicht. "Ein solches Verhalten wäre unfassbar und unverfroren", empörte sich Hermenau. Die Grünen-Fraktionschefin forderte die Staatsregierung auf, sofort eine Strafanzeige gegen den Bankmanager zu prüfen. Auch dem Vizechef des Landesbank-Untersuchungsausschus, Sebastian Scheel (Die Linke), zufolge waren "frühere wichtige Entscheidungsträger der Bank" nicht bereit, den Prüfern Auskunft zu erteilen.

In geschlossener Sitzung hatte der Haushalts- und Finanzausschuss zwei Wirtschaftsprüfer der Firma Ernst & Young befragt. Die Gesellschaft war von Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) beauftragt worden, die internen Ursachen für die Krise der sächsischen Landesbank zu finden. Die Übergabe eines entsprechenden Gutachtens wurde jedoch bereits mehrfach verschoben.

Untersuchungsbericht soll in zwei Wochen vorliegen

Laut Scheel haben die Wirtschaftsprüfer in der geschlossenen Sitzung aber versprochen, den Bericht nun spätestens in zwei Wochen vorzulegen. Diese neuerliche Verschiebung müsse nun auch definitiv die letzte sein, forderte nach der Sitzung Andreas Schmalfuß, der Bankenexperte der FDP-Fraktion.

Im Dezember 2007, unmittelbar nach dem Notverkauf der SachsenLB an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), hatte Sachsens Ministerpräsident den Auftrag für die Untersuchung gegeben und mit dem Ergebnis sein weiteres politisches Schicksal verknüpft. Wenn das Papier vorliege, dann müsse "über politische Verantwortlichkeiten gesprochen werden", hatte Milbradt in einer Rede vor dem sächsischen Landtag erklärt.

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2008, 10:21 Uhr

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK