Sachsen

Leipzig : Portikus des Bayerischen Bahnhofs zurückversetzt

In Leipzig ist der Portikus des Bayerischen Bahnhofs in einer spektakulären Aktion erneut verschoben worden. Bis zum Freitagabend kehrte er an seinen ursprünglichen Standort zurück. Um 20:41 verkündete ein Feuerwerk die Ankunft des 2.800 Tonnen schweren Bauwerks auf seinem angestammten Platz. 600 Schaulustige feierten das Ereignis mit großem Beifall. Der Torbogen war im April 2006 wegen der Bauarbeiten am City-Tunnel um 30,5 Meter versetzt worden.

"Technische Meisterleistung"

Oberbürgermeister Burkhard Jung, Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok und Bahnmanager Artur Stempel hatten die Verschiebung des Bauwerkes am Mittag mit einem symbolischen Knopfdruck in Gang gesetzt. Morlok nannte den Rückschub wie auch den gesamten Tunnelbau eine "technische Meisterleistung". Schon in zehn Jahren werde man sich den Nahverkehr in der Region ohne den Tunnel nicht mehr vorstellen können. Oberbürgermeister Jung betonte, der Tunnel biete die Chance, Leipzig als Verkehrsknotenpunkt weiter wachsen zu lassen und damit Wirtschaftskraft in die Stadt zu holen. Nach dem Rücktransport wird an der Nahverkehrs-Haltestelle am Bayerischen Bahnhof weitergebaut.

Trennung vor drei Jahren

Der 2.800 Tonnen schwere Torbogen war vor drei Jahren vom Bahnhofsgebäude getrennt und rund 30 Meter nach Osten verschoben worden. Er musste weichen, um die neue Station für den Leipziger City-Tunnel bauen zu können. Eigentlich sollte er bereits Ende 2008 wieder an seinem alten Platz stehen. Doch die Bauarbeiten am Tunnel verzögerten sich immer wieder. Seine ursprünglich für 2009 geplante Fertigstellung ist bereits auf 2012 verschoben worden. Die Kosten für die rund 1.500 Meter lange Röhre zwischen Bayerischem Bahnhof und Hauptbahnhof stiegen von geplanten 570 Millionen Euro auf inzwischen bis zu einer Milliarde Euro.

Linke fordert Untersuchungsausschuss

Wegen der exorbitant gestiegenen Baukosten erwägt die Linke-Fraktion im Landtag, einen Untersuchungsausschuss zu beantragen. Der Leipziger Abgeordnete Volker Külow sagte im MDR, die Ursachen für die hohen Kosten müssten analysiert und Verantwortliche klar benannt werden.

Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2009, 22:07 Uhr

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