Sachsen

Zum 13. Februar 1945 : Dresdens Wiederaufbau dauert bis heute an

In der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 werfen englische und amerikanische Luftverbände über Dresden Brand- und Sprengbomben ab, die mindestens 25.000 Menschen das Leben kosten und große Teile der Stadt zerstören. Die Dresdner schaffen seither mit teils internationaler Unterstützung einen Wiederaufbau, der bis heute andauert.

Frauenkirche, Zwinger, Semperoper

Die Wohnungsnot und die Versorgungslage sind auch Monate nach dem verheerenden Angriff vom Februar 1945 noch angespannt, Die Stadt ist wie gelähmt, die Lebensadern sind durchtrennt. Aber die Bewohner von Dresden beginnen mit dem Neuanfang.

Leben in Trümmern

In den ersten Jahren nach dem Krieg muss das Stadtzentrum von den gewaltigen Trümmermassen beräumt werden. Zunächst ist es wichtig, die Stadt wieder mit den wichtigsten Versorgungskreisläufen in Gang zu bringen. Bald fährt die Straßenbahn, eine Suppe aus Sauerampfer ist besser als nichts. Sportplätze werden der Bevölkerung als sogenanntes Grabeland zur Verfügung gestellt, um Kartoffeln anzubauen, also wird auf den Straßen Fußball gespielt. Die Krankenhäuser müssen wieder funktionsfähig gemacht, die Strom- und Trinkwasserversorgung gesichert werden. In den zerstörten und unbewohnbaren Stadtteilen werden noch verwendbare Rohre ausgebaut, um die Wasserversorgung in den bewohnbaren Stadtteilen zu sichern. Häuser werden zunächst provisorisch bewohnbar gemacht, um den Überlebenden ein Obdach zu geben. Bereits 1945 beginnen die Stadt und viele Freiwillige, historische Bausubstanz zu sichern.

Barockes Dresden schwer beschädigt

Dresdner Zwinger
Dresdner Zwinger

Noch während die Stadt enttrümmert wird, beginnen die Dresdner in einer "Zwingerbauhütte" mit dem Wiederaufbau des Dresdner Zwingers. 18 Jahre wird es dauern, bis zum Mai 1963. Die Deckengemälde im Inneren sind allerdings für immer verloren. Auch das Schauspielhaus kann bereits 1946 Richtfest feiern.

Die Ruine der Semperoper entrinnt wie die Hofkirche nur knapp dem Abriss. Lange Zeit sieht es so aus, als ob die gut erhaltene Fassade im Stil italienischer Hochrenaissance den sozialistischen Neuerern zum Opfer fallen wird. Überraschend erklärt die Staatsführung die Semperoper in den siebziger Jahren zum erstrangigen Objekt der Denkmalpflege, 1976 gibt die SED die Direktive zum Bau. Bis 1985 wird es dauern, bis die Oper mit Carl Maria von Webers "Der Freischütz" von Staatschef Erich Honecker eröffnet wird. 225 Millionen Mark kostet es die DDR. Andere Ruinen der Dresdner Innenstadt bleiben zunächst stehen. Darunter Frauenkirche und Dresdner Schloss.

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