Tarifkampf : 100 Mitarbeiter des Auerhammers im Warnstreik
Rund die Hälfte der Belegschaft des Auerhammer Metallwerks in Aue ist am Dienstagmittag einem Warnstreikaufruf der IG Metall gefolgt. Mit der Aktion vor den Werkstoren hat die Gewerkschaft ihrer Forderung nach höheren Löhnen für die rund 190 Beschäftigten Nachdruck verliehen. Gewerkschaftssprecher Jörg Brodmann sagte, man wolle sich nicht länger von der Tariflohn-Entwicklung abhängen lassen. Nach seinen Angaben liegen die Verdienste in Auerhammer bis zu 25 Prozent unterhalb des üblichen Niveaus in der Branche. Die IG Metall habe deshalb vorgeschlagen, die Löhne in den nächsten fünf Jahren schrittweise an den Tarifvertrag anzugleichen. Das Unternehmen wolle aber nur jährlich 80 Euro mehr zahlen. Damit sei eine Angleichung nicht absehbar, kritisierte Brodmann. Die Geschäftsführung des Unternehmens teilte auf MDR-Anfrage mit, es würden keine Anfragen zu dieser Thematik beantwortet.
Der Gewerkschaftssprecher zeigte sich im Gespräch mit MDR 1 RADIO SACHSEN mit der Resonanz auf den Streikaufruf zufrieden. In dem Betrieb werde im Dreischichtsystem gearbeitet. Die hohe Teilnehmerzahl belege, dass auch Mitarbeiter aus der Spät- und Nachtschicht extra zu dem Protest gekommen seien. Von der Geschäftsleitung des Unternehmens ließ sich dem Gewerkschafter zufolge während der 40-minütigen Protestaktion niemand sehen. Nächster Verhandlungstermin in dem Konflikt ist der 12. Februar.
Das Auerhammer Metallwerk stellt unter anderem sogenannte Thermobimetalle, kombinierte Metallbänder aus unterschiedlichen Werkstoffen, Legierungen und metallische Folien her. Die Werkstoffe werden beispielsweise in der Wärmetechnik, im Automobilbau und in der Elektrotechnik eingesetzt. Die Wurzeln des Unternehmens als Eisenhammer reichen bis ins Jahr 1526 zurück.
Links ins WWW
Der MDR ist nicht für den Inhalt externer Internetseiten verantwortlich!
