Sorbisches Museum : Ausstellung über gefährdete Traditionen der Sorben
Mehr als bunte Ostereier und Osterreiten: Das Sorbische Museum in Bautzen widmet sich in einer Sonderausstellung den sorbischen Wurzeln des Lausitzer Heidelandes. Sie heißt "Serbska hola. In der Heide. Sorbisches auf der Kippe" und zeigt bis Anfang Februar historische Exponate von 50 Leihgebern aus der Region zwischen Senftenberg und Bad Muskau. In der Schau soll analysiert werden, was von der sorbischen Geschichte und Kultur nach Jahren der Industrialisierung und der Nachbarschaft mit den deutschen Einwohnern noch geblieben ist. Sorbische Bräuche und Trachten hätten sich zwar erhalten, erklärte das Sorbische Museum. Doch mit dem weitläufigen Abbau der Braunkohle, der Zerstörung sorbischer Orte und mit dem Zuzug Tausender Fremder ins Gebiet sei das seit mehreren Jahrhunderten aufgebaute Traditionssystem ins Wanken geraten. Nicht nur sorbische Dörfer, sondern auch die sorbische Sprache und Identität dieser Region stünden auf der Kippe, hieß es.
Domowina-Preis für ehrenamtliche Brauchtumspflege
In Ostsachsen und Südbrandenburg leben rund 60.000 Sorben, etwa die Hälfte spricht noch regelmäßig die eigene slawische Sprache in nieder- oder obersorbischer Ausprägung. Die Minderheit ist überregional vor allem für bunte Ostereier und das touristisch vermarktete Osterreiten bekannt. Nicht zuletzt durch den Wegzug junger Menschen mit sorbischen Wurzeln aus der strukturschwachen Oberlausitz drohen jedoch viele weitere Traditionen in Vergessenheit zu geraten.
Der sorbische Dachverband Domowina ehrt am Freitag in Hoyerswerda 15 Initiativen und Personen, die dem entgegenwirken und sich der Pflege der sorbischen Kultur verschrieben haben. Den Domowina-Preis erhalten für "herausragende Leistungen" im Ehrenamt die Volkstanzgruppe Zeißig, Laienchorsängerin Angelika Hänelt, der Tischlermeister Johannes Wenk sowie Gertrud Kuring als Vorsitzende des Domowina-Regionalverbandes Kamenz. Mit dem Domowina-Nachwuchspreis wird die Kinder- und Jugendgruppe "Sw tla ka" aus Cottbus ausgezeichnet. Zudem bekommen zehn Mitglieder aus Vereinen in der Ober- und Niederlausitz das Ehrenabzeichen der Domowina, das seit 1959 vergeben wird. Die Auszeichnungen sind mit insgesamt 6.000 Euro dotiert. Der Domowina-Preis wird seit 1990 verliehen.
Am 13. Oktober feiert die Domowina in Hoyerswerda ihr 100. Gründungsjubiläum. Zu dem Festakt werden rund 800 Gäste erwartet.
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