Sachsen

Tagebau Schleenhain : Abgerutschter Braunkohlebagger wird aufgerichtet

Seit Dienstag wird der abgerutschte Bagger im Tagebau Schleenhain geborgen. Wie die Sprecherin der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag), Sylvia Werner, sagte, wird der 950-Tonnen-Bagger zunächst mit Seilen gesichert. Eine Spezialfirma verwende dafür vier Seilspannvorrichtungen, sogenannte Litzenhebereinheiten, die von Ankerpunkten zum Bagger gespannt sind. Die extreme Schräglage des Baggers von etwa 49 Grad sei eine besondere Herausforderung und mache die Bergung kompliziert, sagte Werner.

Bagger soll Ende der Woche stehen

Wenn der Bagger stabilisiert ist, werden in einem zweiten Schritt die Erdmassen weggegraben. In der letzten und entscheidenden Phase wird der Bagger abgesenkt und dabei wieder aufgerichtet. Die Seilspannvorrichtungen ziehen den Bagger in die erforderliche Richtung und sichern ihn gleichzeitig gegen unbeabsichtigtes Kippen in eine falsche Richtung.

Das Schaufelrad wird durch zwei weitere Seilspannvorrichtungen bei der Bergung gegen Schwenkbewegungen gesichert. Je weiter der Bagger abgesenkt wird, desto mehr verstärkt sich die Last auf die Seile. Der Absenkvorgang wird von der Fachfirma zentral von einem Standort aus gesteuert und computerüberwacht. Ende der Woche soll der Bagger voraussichtlich wieder aufgerichtet sein.

Kaputter Bandwagen bereits im Herbst geborgen

Am 29. August 2012 kam es im südöstlichen Bereich des Tagebaus Schleenhain zu einem Böschungsbruch. Dieser hatte den darunter stehenden Kohlebagger verschoben und den angeschlossenen Bandwagen beschädigt. Seitdem bereiten ein Spezialteam der Mibrag und Fachleute anderer Unternehmen die Bergung vor. Zugleich untersuchen Sachverständige die Ursache für den Böschungsrutsch.

Der beschädigte Bandwagen konnte bereits im Oktober 2012 aus seiner Schräglage herausgefahren werden. Das über 500 Tonnen schwere Gerät wurde dazu von etwa 30 Tonnen Ballast befreit, beschädigte Bauteile wurden entfernt. Dazu waren drei Großkräne im Einsatz. Die Bergungskosten schätzt die Mibrag auf etwa 500.000 Euro.

Bildergalerie: Rückblick: Bilder des gestürzten Giganten

Ein großer Bagger steht in einem Tagebau Eine riesige Grube mit abgestuften Erdmassen im Tagebau, rechts ein schräg stehender Bager Ein riesiger Bagger liegt in einem Tagebau schräg, zum Teil ist er von Erdmassen verschüttet, dunkle Kohle ist an der Oberfläche zu sehen.

Der Unfall vom August 2012, als ein Bagger im Tagebau Schleenhain abrutschte, ist kein Einzelfall. Sehen Sie hier die Bilder - außerdem historische Fotos von ähnlichen Unfällen in den Jahren 1977 und 1957. [Bilder]


Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2013, 15:43 Uhr

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