Nach Freigabe der Baustelle Autobahn A4: Neue Vorschrift gegen Elefantenrennen

Der Verkehr auf der A4 nimmt nächste Woche Fahrt auf. Nach Abschluss der Bauarbeiten zwischen Ottendorf-Okrilla und Pulsnitz werden nach und nach die alten Spuren freigegeben - allerdings mit einer neuen Regel.

Stau A4 Görlitz-Dresden
Auf der A4 zwischen Dresden und Burkau hat es sich in den vergangenen Tagen massiv gestaut. Bildrechte: MDR/Rico Löb

Schon wieder hat sich eine Blechlawine auf der A4 gebildet. Am Dienstagmorgen hatte eine Lastwagenfahrer, der Richtung Dresden unterwegs war, in Höhe von Pulsnitz die Kontrolle über seine Maschine verloren. Der Lkw knallte gegen die rechte Leitplanke, der Tank leckte. Während der Bergung des Lasters bildete sich bis zur Mittagsstunde ein kilometerlanger Stau. Dabei ist die Strecke an dieser Stelle ohnehin wegen der aktuellen Baustelle ein neuralgischer Punkt.

Freie Fahrt ab 18. Oktober

Doch bald kommen Autofahrer hier wieder zügiger voran. Wie Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr dem MDR SACHSEN mitteilte, sollen die Arbeiten auf der acht Kilometer langen Baustelle zwischen Ottendorf-Okrilla und Pulsnitz nächste Woche abgeschlossen werden. Laut Zeitplan der Baufirma und insofern das Wetter mitmacht, erfolgt laut Siebert die Verkehrsfreigabe in Richtung Görlitz am 18. Oktober. In der darauffolgenden Woche muss dann noch die Fahrbahnverschwenkung auf der Gegenseite zurückgebaut werden - eine ziemlich aufwändige Angelegenheit, wie Siebert betont. Zum Wochenende hin gilt dann auch in Richtung Dresden freie Fahrt und bis zum Monatsende sollen schließlich die letzten Zeichen der Baustelle verschwunden sein.

Das Überholverbot ist außerhalb der Baustelle schon ausgeschildert, die anderen Schilder folgen, wenn die Baustelle beendet ist.

Isabel Siebert Landesamt für Straßenbau und Verkehr

Dann werden viele Pendler aufatmen. Denn der acht Kilometer lange Streckenabschnitt ist bereits seit Mitte Juni ein Nadelöhr. Ursprünglich als Sommerbaustelle geplant, sollte hier eine neue Deckschicht aufgetragen werden. Bei der Bauabnahme Ende August stellte sich jedoch heraus, dass das Material nichts taugte. Daraufhin wurde alles wieder abgefräst und die Bauleute fingen von vorn an. Zunächst hieß es, dass Mitte September der Verkehr wieder rollen kann, die Verkehrsfreigabe verschob sich jedoch noch einmal in den Oktober hinein.

Brummis dürfen nicht ausscheren

Mit der Streckenfreigabe tritt eine neue Vorschrift für Lkws in Kraft. Für den Schwerlastverkehr gilt dann in Richtung Dresden zwischen Pulsnitz und Ottendorf-Okrilla ein Überholverbot. Bereits seit 2009 dürfen zwischen dem Dreieck Dresden-Nord und der Abfahrt Hermsdorf keine Lkws überholen. Wegen der hohen Zahl von Unfällen gelte die Regel nun schon ab der Pulsnitzer Abfahrt, so die Begründung aus dem Straßenbauamt.

Mit dem aufgeweiteten Überholverbot auf der A4 bei Pulsnitz gibt es dann auf Sachsens Autobahnen in Summe auf rund 82 der 567 Kilometer Fahrbahn zeitlich begrenzte und ganztägige Überholverbote für den Schwerlastverkehr. So ist in allen Autobahntunneln das Lkw-Überholverbot angeordnet, zudem dürfen Brummifahrer auf der A4 vom Dreieck Nossen bis Wilsdruff sowie von Hellerau bis Dreieck Dresden Nord nicht ausscheren. Ähnliches gilt auf der A72 auf sieben Abschnitten ab der sächsisch-bayrischen Landesgrenze bis nach Zwickau-Ost und auf der A14 zwischen Leisnig und Döbeln-Ost sowie von Grimma bis Mutzschen.

Quelle: MDR/ma

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Fernsehen: MDR SACHSENSPIEGEL | 10.10.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2017, 20:15 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

27 Kommentare

11.10.2017 21:56 Wagner 27

Wer hält sich daran?

Eine Kontrolle der Polizei müsste jeden Tag sein.
Aber dann werden nur Deutsche bestraft. Polnische Lkw Fahrer lachen ja nur .
Die Autobahn müsste 3 Spurig ausgebaut werden. So wäre ein normales fahren möglich.

11.10.2017 15:46 Oberlausitzer 26

@18 Brennabor: Die Bahnlinie gibt es. Durchgehend 2-gleisig (120km/h) und alle 30 Minuten 1 Zug in jeder Richtung. Also genug Platz für Güterzüge.

11.10.2017 15:40 Oberlausitzer 25

Und wer soll das kontrollieren? Da lachen doch die Brummifahrer nur!

11.10.2017 11:51 Nutzlos 24

@11.10.2017 11:00 Einer der kontrolliert (Die großen Werbeplakate an der Autobahn sollten mit Schockbildern von LKW-Unfällen versehen werden, dies verstehen dann auch unsere osteuropäischen Fahrer, "Abstand halten" kann kein polnischer Fahrer lesen.)

Das steht, etwa an der A2 in Niedersachsen, längst mehrsprachig da - und ist natürlich lächerliche Schaumschlägerei, die nur die Tatenlosiglkeit verschleiern soll. Und selbstverständlich wird ein "öffentlichrechtlicher" Sender keine Einsatzzahlen publizieren und das schon gar nicht im Zusammenhang. Denn Sie haben natürlich recht: Die aktuelle politische Kaste hat den Karren in den Dreck gesetzt und versucht jetzt, durch Herumtönen und Scheinaktivismus von der faktischen Handlungsunfähigkeit abzulenken.
Die Politik wird hier vom Kapital für dessen Profit gemacht - wen stören da Verkehrstote. Das sind Kollateralschäden und je weniger darüber berichtet wird, desto leichter verschwindet der Sachverhalt im medialen Hintergrundrauschen.

11.10.2017 11:19 Schön, dass es mal jemand schreibt... 23

@10.10.2017 01:07 nemesis77 (14 Wie schon einige Vorkommentatoren geschrieben haben; Schilder aufstellen ist das Eine aber das LKW-Überholverbot zu kontrollieren und Verstöße auch konsequent zu ahnden, das Andere. Ich fahre auch selbst LKW und die Verstöße werden meist von Fahrzeugen mit polnischen oder anderen osteuropäischen Kennzeichen begangen.)

Schön, dass es mal einer schreibt. D. h.: Vermutlich haben es schon mehrere Kommentatoren geschrieben. Es steht hier nur nicht zum Nachlesen... Obwohl jeder in der Branche weiss, in welcher Himmelsrichtung das Problem wohnt.

11.10.2017 11:16 Das Stichwort lautet "Schockwelle" 22

@11.10.2017 07:11 Thomas (15 Dadurch werden es nicht weniger Unfälle werden Die LKW fahren alle rechts an den Abfahrten drängen die Pkw dazwischen, es muss gebremst werden. Einer passt nicht auf und schon kracht es.)

Richtig. Das Problem ist die "Schockwelle" im Verkehrsfluss durch stark unterschiedliche Geschwindigleiten im System. Ein einziger Raser, der ständig beschleunigt und abbremsen muss, ist staurelevanter, als 100 rollende LKW. Wir brauchen schärfere Verkehrsstrafen, konsequente Kontrollen und eine schwer strafbewehrte generelle Geschwindigkeitsregelung. In den USA klappt das problemlos auf Streckenlängen, die sich ein Thüringer Allerweltskleinbürger nicht einmal vorstellen kann. Nur im Land der Drängler, Opportunisten, Pöbler und Gartenzwerge geht das aus fadenscheinigen Gründen nicht. Ihr bekommt genau das, was ihr jahrzehntelang gewählt habt.

11.10.2017 11:09 Ein Kindergarten ist eine Hochschule dagegen 21

@10.10.2017 20:30 pkeszler (8 Es ist klar,dass Sie als Brummi-Fahrer gegen das Überholverbot sind, denn es ist ihr Beruf. Aber warum müssen Bierkisten per LKW von Schleswig-Holstein nach Bayern und umgekehrt transportiert werden?)

Weil SIE 15 Kilometer zum "Einkaufen" fahren(sic!), da dort das Bier 15 Cent billiger ist. Und das ist nur einer der Gründe. Weiter unten schrieb es schon jemand: In diesem Land ist jeder, buchstäblich jeder, der auf ein Gaspedal drücken kann, sogleich "Logistikexperte". Ausgerechnet der "Osten" ist der Teil der Republik, in dem diese Mentalität der späten 60er noch in voller Blüte steht. Da werden dann mal eben 2 x 25 Km per KFZ zurückgelegt, weil das Toast"brot" beim Real auf der (Ex-)Wiese 0,10 Euro weniger kostet und herumgepöbelt, wenn die Parkplätze bewirtschaftet werden. Auf Verkehrswegen gibt es Durchflussgeschwindigkeiten, die mit Ausbaustufe, Verkehrsdichte usw. zusammenhängen. Punkt.

11.10.2017 11:00 Einer der kontrolliert 20

Lieber MDR
Wir alle wissen das der Personalengpass bei der Polizei bis mind. 2021 anhalten wird, heißt, bis 2021 werden immer weniger Polizisten auf der Strasse sein. Ab 2021 wird es dann wieder langsam aufwärts gehen und ab 2030 haben wir vielleicht ein Stand von 2010 erreicht. Ich darf nicht daran denken was noch auf uns zu kommt.
Veröffentlicht doch bitte mal, wieviele Polizeibeamte der Autobahnpolizei tatsächlich täglich im Dienst sind. Dann werden hier einige Leser verstehen, dass nicht mehr kontrolliert werden kann wie eh schon kontrolliert wird. Es sind schlicht zu wenige Polizisten im Dienst, leider durch unsere sächsische Politik verursacht. Von der Ausstattung abgesehen. Die großen Werbeplakate an der Autobahn sollten mit Schockbildern von LKW-Unfällen versehen werden, dies verstehen dann auch unsere osteuropäischen Fahrer, "Abstand halten" kann kein polnischer Fahrer lesen.

11.10.2017 10:03 Jochen 19

Wie schon von vielen geschrieben. Das Verbot mus auch kontrolliert werden. Leider geschieht dies offensichtlich zu wenig. D.h. es müssen mehr Zivilstreifen auf der Autobahn eingesetzt werden.

11.10.2017 09:56 Brennabor 18

Frage: Gibt es keine Bahnlinie zwischen Dresden
und Görlitz ? ( Ich denke da an Containerverkehr )