Großalarm in der JVA Bautzen Häftling setzt seine Gefängniszelle mit Feuerzeug in Brand

Rettungskräfte vor der JVA in Bautzen.
Am Donnerstagabend musste die Bautzener Feuerwehr in die JVA ausrücken. Ein Häftling hatte seine Bettdecke in Brand gesetzt. Bildrechte: Lausitznews

Zu einem Großeinsatz mussten am Donnerstagabend Feuerwehr und Rettungskräfte in die Justizvollzugsanstalt Bautzen ausrücken. Nach Angaben der Polizei in Görlitz hatte ein junger Mann aus Libyen in seiner Zelle seine Bettdecke in Brand gesetzt. Mehrere Personen mussten wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung behandelt werden.

Wie die JVA mitteilte, hatte der Gefangene, ein 25-jähriger Mann aus Libyen, seine Bettdecke vermutlich mit einem Feuerzeug angezündet. Da die Brandmeldeanlage sofort anschlug, war die kurz vor 21 Uhr alarmierte Feuerwehr schnell vor Ort. Aufgrund der starken Rauchentwicklung lief da bereits die Evakuierung des Zellentraktes. Auch berichteten Anwohner, dass Häftlinge lautstark um Hilfe geschrien hätten.

Zellentrakt evakuiert

Im Einsatz waren rund 60 Brandbekämpfer mit neun Fahrzeugen, sowohl von der Bautzener Berufsfeuerwehr, als auch von den freiwilligen Wehren in Stiebitz, Niederkaina, Kleinwelka und Salzenforst. Mit ihrer Unterstützung wurde die bereits begonnene Evakuierung des Hafthauses fortgesetzt und das Feuer in der Zelle gelöscht. Anschließend konnten die Häftlinge wieder in ihre Zellen zurückkehren. Auch rückten mehrere Rettungswagen an. 13 Personen mit Anzeichen einer Rauchgasvergiftung mussten ambulant behandelt werden. Vier Wärter sowie der 25-jährige Brandverursacher wurden noch am Abend wegen Verdachts einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht und dort behandelt. Die Zelle ist aufgrund des entstandenen Schadens unbewohnbar. Der Sachschaden kann derzeit noch nicht beziffert werden.

Gefangener wird überwacht

Wie die Haftanstalt am Freitag dem MDR mitteilte, musste der Libyer nicht stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, sondern befindet sich wieder in der JVA. Sein Gesundheitszustand sei stabil. "Der Gefangene wurde besonders gesichert untergebracht und wird aktuell ständig durch einen Bediensteten überwacht", berichtet Claudia Ramsdorf, die das Gefängnis leitet. Auch würden mit dem Mann Gespräche geführt.

Rettungskräfte und Polizei vor der JVA in Bautzen.
Durch den Brand entwickelte sich starker Qualm. 13 Personen mit Anzeichen einer Rauchgasvergiftung mussten ambulant, fünf im Krankenhaus behandelt werden. Bildrechte: Lausitznews

Die an den Rettungsmaßnahmen beteiligten Bediensteten haben den Vorfall ebenfalls unbeschadet überstanden. Laut Ramsdorf hatten sie keine Rauchvergiftung erlitten. Auch den Justizvollzugsbeamten wurden unter anderem durch ein Krisennachsorgeteam Gespräche angeboten.

Kein Verbot für Feuerzeuge

Grundsätzlich dürfen Gefangene in ihren Zellen persönliche Gegenstände besitzen, auch Zigaretten oder ein Feuerzeug, wie Ramsdorf erklärt. Welche Dinge zugelassen und welche verboten sind, das sei konkret festgelegt. Die Bediensteten kontrollieren regelmäßig die Zellen und ob die Vorschriften eingehalten werden. "Wenn Anhaltspunkte im Vorfeld bekannt sind, können gefährliche Gegenstände entzogen werden", so die Gefängnisleiterin. Wer rauchen will, muss sich seine Zigarette dann eben vom Wärter anzünden lassen. Laut Ramsdorf hat es auch früher schon kleinere Brände in der JVA Bautzen gegeben. Diese konnten die Bediensteten löschen.

Quelle:PM/ma

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.09.2017 | ab 5:00 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2017, 10:18 Uhr

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14 Kommentare

01.10.2017 09:17 bekannter aus Bautzen 14

Liebe Menschen,
bevor hier alle wegen einer brennenden Decke im Bautzener Gefängnis rumheulen und den Zerfall der Gesellschaft skandieren, sollte hier mal bedacht werden, wo hier nach psychologischen Aspekten nach Ursachen gesucht werden kann. Hmm, ein Jugendfreund hat bis vor Kurzem 4 Jahre im Bautzener Gefängnis zugebracht und vom nationalen Zusammenhalt geschwärmt und davon das im Bautzener Knast die "Deutschen" (nach späteren Erläuterungen stellte sich heraus = Hooligans und Nazis) noch das Sagen haben und wer nicht nach deren Pfeife tanzt, "hat keinen Spaß".
Wirkt auch nicht gerade sehr symphatisch dieser DEUTSCHE bekannte. Nun stellen sie sich mal vor wie es diesem Lybier im Bautzener Knast wohl ergehen mag, da ist ein "ständiger bewachender Wärter" garnicht so schlecht ... für den Lybier, oder?

01.10.2017 07:57 Pattel 13

Jetzt zünden diese Menschen schon unsere Gefängnisse an.
Was wird noch alles passieren?

30.09.2017 21:59 erfurter puffbohne 12

merkel mal eine woche in eine zelle mit so einem, er ist ihr gast immerhin. sie sollte ihn mal kennenlernen. die sachsen haben den typ nicht eingeladen. es war mutti merkel.

30.09.2017 16:56 Fragender Rentner 11

Es ist aber auch nicht der Erste der dies macht.

Das gab es doch auch schon in Dessau.

Gibt es nicht brennbare Sachen für diese JVAs?

30.09.2017 15:29 Fragender Rentner 10

Warum hat er überhaupt ein Feuerzeug?

30.09.2017 11:39 Egal 9

Lest Ihr selbst durch was Ihr da von Euch gebt?
Das hätte genauso gut ein Deutscher machen können.. Und solche Vorfälle gab es auch sicher auch schon mit Deutschen!!! Manche von Euch sollten eventuell mal ne Woche in ner JVA verbringen, damit Sie sehen wie der Hase läuft!

30.09.2017 10:20 Helfried Horn 8

An Nr.1 Laubfegen können die nicht diese Behauptung kann ich nachweisen (EXAKT Beiträge über Flüchtlinge im Haselbachtal)

29.09.2017 19:09 jochen 7

Meine Meinung - sofort ausweisen, das kriminelle Subjekt.

29.09.2017 18:38 Heribert Hanke 6

Wie ticken solche Leute, frage ich mich. Verantwortung, Reife? Und in anderen Lebensbereichen?

29.09.2017 17:46 HERBERT WALLASCH, Pirna 5

Scheint ja zur Tradition zu werden, man muß die Schnürsenkel abgeben, kann aber das Feuerzeug behalten. Kein Wunder, wenn man als Normalbürger dann zum besorgten Bürger wird, man hat so etwas nicht für möglich gehalten und solche Bestimmungen kommen nur so als Nebensächlichkeiten durch Zufall heraus. Man ist nicht fähig Gesetze und Bestimmungen den Gegebenheiten anzupassen, ohne den Glorienschein des Gutmenschen zu verlieren und so wird so weitergemacht wie schon vor Jahrzehnten, nur Wahlergebnisse im Westen lassen auch dort jetzt eine zaghafte eigenständige Meinung erahnen, sich öffentlich zu bekennen ist dann die andere Sache.