Vier Personen sitzen an einem Tisch während einer Konferenz.
Fazit der Oberbürgermeister-Konferenz: Es muss von Bund und Land mehr Geld in Schulen und Kitas fließen. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Oberbürgermeister-Konferenz in Bautzen Mehr Geld für Schulen und Kitas gefordert

Vier Personen sitzen an einem Tisch während einer Konferenz.
Fazit der Oberbürgermeister-Konferenz: Es muss von Bund und Land mehr Geld in Schulen und Kitas fließen. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Die ostdeutschen Kommunen fordern einen Masterplan zum Ausbau digitaler Bildung. Die Vorsitzende der Oberbürgermeisterkonferenz Ost, Verena Göppert, sagte in Bautzen, die Städte könnten die Kosten nicht allein stemmen, die mit der digitalen Bildung verbunden sind. Jetzt seien Bund und Länder gefragt. Zudem sollten der Ausbau der Kinderbetreuung besser unterstützt und eventuelle Mehrkosten übernommen werden.

"Bei Digitalisierung viel Boden verloren"

Bei der Schullandschaft sieht Martin Wilke, Oberbürgermeister von Frankfurt/Oder, zwei große Baustellen auf die Kommunen zukommen. Zum einen gebe es beim Lehrpersonal in puncto Neue Medien zwingenden Nachschulungsbedarf. Zum anderen müssen die Bildungseinrichtungen mit dem technischen Wandel Schritt halten. "Im Wettbewerb mit anderen Ländern hat Deutschland bei der Digitalisierung im Bildungsbereich in den vergangenen Jahren viel Boden verloren. Die hierdurch entstandene Lücke müssen wir nun zügig durch bedarfsgerechte Investitionen in die Bildungsinfrastruktur und die Fortbildung der Lehrer schließen“, sagte Wilke am Freitag nach der zweitägigen Konferenz der Oberbürgermeister in der Spreestadt.

Geld für bessere Kinderbetreuung

Ein Mann posiert vor eine Holzwand für ein Foto.
OB Alexander Ahrens hat seine Amtskollegen zur Konferenz nach Bautzen eingeladen. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Das zweite die Kommunen stark beherrschende Thema ist weiterhin der Ausbau der Kinderbetreuung. Von März 2016 bis März 2017 stieg die Zahl der betreuten Unter-Dreijährigen bundesweit um 40.000 Kinder, wie Bautzens OB Alexander Ahrens ausführte. In zehn Jahren von 2005 bis 2015 hätten sich die Ausgaben im Kitabereich in ganz Deutschland von 5,6 auf 10,3 Milliarden Euro verdoppelt. Das liegt vor allem an dem neuen Gesetz, das Eltern sei 2013 ein Anrecht auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr gibt.

Auch aufgrund dieser Gesetzeslage werden die Kosten für die Kommunen in Zukunft weiter steigen, ist Ahrens überzeugt. Um genügend Kita-Plätze und eine gute Betreuung zu sichern, appellieren die Oberbürgermeister an die künftige Bundesregierung, Mehrkosten der Kommunen abzufedern. "Die Städte nehmen bereits viel Geld in die Hand, um gute Betreuungsangebote zu sichern. Qualitätsverbesserungen können aber nur umgesetzt werden, wenn Bund und Länder die Kosten dafür finanzieren", betonte Ahrens.

In Bautzen haben sich am Donnerstag und Freitag 17 Rathaus-Chefs ostdeutscher Kommunen getroffen. Zur Oberbürgermeister-Konferenz Ost des Deutschen Städtetages wird zweimal pro Jahr eingeladen, um über Themen von besonderer Bedeutung zu sprechen. Das nächste Treffen soll in Greifswald stattfinden.

Quelle: ma

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.09.2017 | ab 14:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2017, 10:10 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.