Ein Elektroauto an einer Ladesäule.
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Grundsteinlegung für neues Daimler-Werk Autobatterie-Werk: Volle Ladung für Kamenz

Am Montag ist der Grundstein für das zweite Batteriewerk der Daimlertochter Accumotive in Kamenz gelegt worden. Damit konzentriert der Autobauer seine Batterieproduktion und baut den Standort zum Kompetenzzentrum aus.

Ein Elektroauto an einer Ladesäule.
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Am Montag ist im Gewerbegebiet am Kamenzer Ochsenberg der Grundsteinlegung für das zweite Batteriewerk der Daimler-Tochter Accumotive gelegt worden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Daimlerchef Dieter Zetsche waren vor Ort - ein Zeichen, wie wichtig für den Konzern aber auch für die Politik das Thema Elektromobilität ist.

500 Millionen Euro für Kompetenzzentrum

Daimler will bis zum Jahr 2025 mehr als zehn reine Elektroauto-Modelle anbieten. Und die brauchen hocheffiziente Batterien. Der Autokonzern baut deshalb seine Batterieproduktion aus, das neue Werk in Kamenz ist dabei ein wichtiger Baustein. Mit ihm soll sich die Logistik- und Produktionsfläche am Standort auf 80.000 Quadtratmeter vergrößern, das ist viermal so viel wie bisher. Schon im kommenden Jahr soll das Werk in Betrieb gehen. Außerdem will Daimler Kamenz zum Kompetenzzentrum für Lithium-Ionen-Batterien machen, dafür investiert der Konzern 500 Millionen Euro.

Das neue Accumotive-Werk soll Daimler zufolge CO2-neutral produzieren. Ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage werden die Produktionsanlagen mit Energie versorgen - in Verbindung mit stationären Batteriespeichern. Daimler war 2015 mit seiner Tochtergesellschaft Accumotive in das Geschäft mit stationären Speichern eingestiegen. Die Lithium-Ionen-Batterien können sowohl in der Industrie als auch in Privathaushalten zum Einsatz kommen, etwa um das Stromnetz zu stabilisieren oder Energie aus Photovoltaikanlagen zu speichern.

Zusammenarbeit mit Mercedes

Akkumodule für die Hybridmodelle von Mercedes
Ein Akkumodul aus Kamenz für die Hybridmodelle von Mercedes. Bildrechte: MDR/Uwe Walter


Um dem Daimler-Konkurrenten Tesla, der schon länger im Geschäftsfeld Batteriespeicher aktiv ist, die Stirn zu bieten, arbeitet Accumotive eng mit Mercedes-Benz Energy zusammen.

Von Kamenz aus kümmert sich das Schwesterunternehmen um die Entwicklung und den weltweiten Vertrieb der stationären Batteriespeicher.

Größte Industrieansiedlung der Stadt

Symbolischer erster Spatenstich -Aushub Accumotive
Im Oktober 2016 wurde der erste Spatenstich für das neue Batteriewerk gesetzt. Ein gutes halbes Jahr später erfolgt nun die Grundsteinlegung. Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Für die Stadt Kamenz sind die Investitionen von Daimler ein echter Glücksfall. Laut Oberbürgermeister Roland Dantz ist es die größte Industrieansiedlung in der Geschichte der Stadt. 350 Menschen arbeiten bereits im schon bestehenden Batteriewerk der Deutschen Accumotive. Läuft alles nach Plan, könnte sich ihre Zahl bis zum Jahr 2020 mehr als verdoppeln. Und jeder Arbeitsplatz im Batteriewerk bringe auch Arbeitsplätze für die Region, sagt Dantz.

Wenn man sich auf dem Parkplatz die Kennzeichen der Firmenautos von Handwerkern und Dienstleistern anschaut, dann sind die in den allermeisten Fällen aus Sachsen und der Region.

Roland Dantz, Oberbürgermeister von Kamenz

Stadt von Entwicklung elektrisiert

Auch die Erschließungsarbeiten im Vorfeld der Grundsteinlegung haben Firmen aus der Region erledigt, so Roland Dantz. In Sachen Elektromobilität geht die Stadt mit gutem Beispiel voran. Die Stadtverwaltung nutzt bereits ein Elektroauto als Dienstfahrzeug und auf dem Marktplatz entstehen zur Zeit vier Ladestationen für Fahrzeuge mit Elektroantrieb.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 22.05.2017 | 06:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2017, 11:55 Uhr

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6 Kommentare

22.05.2017 17:40 Steinbock 6

Energiedichteverhältnis 1 zu 80 im Vergleich zum flüssigen Kraftstoff. Wo will Daimler denn mit dieser Sackgassentechnologie "Akku" hin? Wo landet der erzeugte Sondermüll?

22.05.2017 15:14 Fragender Rentner 5

Zitat von Oben: Das neue Accumotive-Werk soll Daimler zufolge CO2-neutral produzieren.

Wer es glaubt wird seelig!

22.05.2017 14:06 Falko 4

@Graf von Henneberg:

Das von ihnen erwähnte Coltan hat für Batterien keine Bedeutung; es wird für reine Elektronik verwendet und ist daher in etwa der gleichen Masse auch in Verbrennungsfahrzeugen anzufinden.

Die für Akkus relevanten Materialien sind Nickel, Kobalt, Lithium und Graphit; diese können alle konfliktfrei bezogen werden. Einzig der Abbau von Kobalt muss, nach aktuellem Technikstand, für die E-Mobilität signifikant ausgebaut werden.

22.05.2017 10:24 Graf von Henneberg 3

Schön so ein Elektroauto. - Besonders wenn man daran denkt, daß sich die Leute im Kongo gegenseitig die Köpfe einschlagen um an die von uns benötigten Zutaten einer solchen Batterie zu kommen. Aber das ist ja weit weg. Wir deutschen Saubermänner wollen ja die Umwelt nicht belasten. Was interessiert und da die Coltan - Gewinnung.

22.05.2017 10:12 Markus 2

Wie kann ein Blockheizkraftwerk CO2-neutral sein? Wird dort reine Wasserstoff ohne Zusatz verbrannt? Und woher kommt Wasserstoff? Bitte etwas ausführlicher, das ist sehr interessant!

22.05.2017 08:21 Diana Weber 1

Hallo liebes MDR Team, ich bin seit März begeisterte Elektroauto Fahrerin und fahre einen Renault Zoe R90. Mit meinem Auto erreiche ich eine reale Reichweite von 350km, die Informationen aus Ihrem Beitrag sind also nicht ganz richtig. Ich nutze meine ZOE täglich auch Langstreckentouren nach Österreich oder an die Ostsee sind problemlos machbar. Man muss die Stand und Pausenzeiten zum Laden nutzen. Im Alltag lade ich mein Auto 1mal wöchentlich 4h. Und auf der Langstrecke in 45 min an jeder Raststätte. Liebe elektrische Grüße, Diana aus Großolbersdorf