Landrat Michael Harig
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Schwerpunkt Kornmarkt Landrat Harig trifft sich erneut mit NPD-Kreischef

Landrat Michael Harig
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Der Bautzener Landrat Michael Harig hat sich am Donnerstag erneut mit dem NPD-Kreisvorsitzenden Marco Wruck getroffen. Wie schon beim ersten Treffen Mitte Dezember standen die Probleme auf dem Kornmarkt in Bautzen im Mittelpunkt. Harig bezeichnete das Gespräch auf Anfrage des MDR als "nicht sehr fruchtbringend". Man drehe sich nur noch im Kreis. Ein weiteres Treffen werde es zwischen ihm und Wruck nicht geben.

Der Landrat sagte weiter, das Gespräch sei im Dezember vereinbart worden, nachdem sich aufgrund der großen Medienpräsenz Vertreter anderer rechter Gruppierungen zurückgezogen hätten. Sie waren aber auch dieses Mal nicht anwesend.

Stadt Bautzen verweigert Gespräche mit Wruck

Facebook-Eintrag Marco Wruck
Dieses Fazit zieht Marco Wruck nach dem Gespräch mit Landrat Harig auf seiner Facebook-Seite. Bildrechte: Facebook/Marco Wruck

Marco Wruck sagte dem MDR, er sei sich in mehreren Punkten mit dem Landrat einig gewesen. Dazu zähle neben einem Alkoholverbot auf dem Kornmarkt auch die Prüfung, Sanktionen gegen jugendliche Flüchtlinge zu verhängen, wenn sie nach Ende ihrer Ausgehzeit sich noch in der Innenstadt aufhalten. Zudem habe Landrat Harig zugestimmt, dass es ungünstig sei, wenn nur der Jugendklub Steinhaus von der Stadt finanziell gefördert werde. Dieser habe ein linkes Image, bestimmte Jugendgruppen fühlten sich dadurch nicht angesprochen.

Harig machte allerdings sowohl im Gespräch mit Wruck als auch mit dem MDR klar, dass er als Landrat weder für das Alkoholverbot noch die Jugendförderung in der Stadt Bautzen zuständig sei. Das müsse die Stadt Bautzen klären. Von dort hieß es am Freitag auf Anfrage des MDR, ein Alkoholverbot sei vom Stadtrat schon im September abgelehnt worden, da der Kornmarkt als öffentlicher Platz auch eine soziale Funktion habe. Und was die Fördermittel für den Steinhaus e.V. betreffe, gebe es auch andere Treffpunkte für Jugendliche. Zudem sei geplant, ab März Streetworker einzusetzen.

Die Sanktionen gegen die jugendlichen Flüchtlinge wiederum müssten die Heime durchsetzen, die dem Landkreis zugeordnet sind, so ein Sprecher der Stadt. Harig sagte dazu, er sei nicht zuständig. Er könne lediglich anregen, dass die Pädagogen in den Heimen über geeignete Maßnahmen nachdenken.


Oberbürgermeister Alexander Ahrens hatte unterdessen am Donnerstag per Twitter erklärt, keine Gespräche mit Marco Wruck mehr zu führen. Der NPD-Kreisvorsitzende sei weder "willens noch fähig, sich ernsthaft noch differenziert mit einem Thema auseinandersetzen zu können."

Zuletzt aktualisiert: 03. Februar 2017, 17:03 Uhr

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19 Kommentare

05.02.2017 13:53 Peter W. 19

SGDHarzer66, sie benötigen professionelle Hilfe......, sonst kommen sie aus der Hassspirale nicht heraus!

05.02.2017 12:05 SGDHarzer66 18

Irmela, sie benötigen professionelle Hilfe......, sonst kommen sie aus der Abwärtsspirale nicht heraus!

05.02.2017 03:43 Frager an Benutzer 6 17

900 Straftatvorwürfe gegen 20 Intensivstraftäter nichtdeutscher Herkunft. Kann man die restlichen Flüchtlinge dafür verantwortlich machen? Wie siehts denn um die deutschen rechten Intensivstraftäter am Kornmarkt um dieselbe Zeit aus? Ach ja, richtig, sie fielen aus dem Profiling...

05.02.2017 03:20 hmhmhm an 15 16

Richtig. Dennoch gehen Sie weder auf den verallgemeinernden nicht hinreíchend belegten UMA-Vorwurf ein, noch auf die Tatsache, dass bezüglich des Kornmarktes dito wegen KV und sogar schwerer KV, Verstöße gegen SächsVersG, "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" (ein so per se nicht mehr haltbarer Straftatvorwurf) weitere über 60 Anzeigen und Verfahren anhängig sind, die offensichtlich nicht die "Umas" betreffen?

04.02.2017 20:29 @Hmhmhm 11 15

Es passt sehr wohl zum Thema!

Angesprochen wird die angebliche Hetzjagd, weitere äußerst relevante Hintergründe werden wohlweislich unterschlagen.
Im Zusammenhang mit den Ereignissen auf dem Bautzener Kornmarkt wurde gegen 20 Asylsuchende ermittelt. Neben dem Vorwurf der Körperverletzung ging es unter anderem auch um Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Stefan Madaus 1 und einige andere stürzen sich aber nur auf "den braunen Mob" und stellen die Flüchtlinge einseitig nur als Opfer dar.
Das ist nicht nur fehlende Objektivität, sondern bewußt gelogen!

04.02.2017 18:24 Irmela Mensah-Schramm 14

Ich gehe ganz sicher davon aus, dass sich die beiden Politiker sich niemals mit mir treffen würden, um gemeinsam die Nazi-Kotz-Propaganda zu übersprayen....................
Der Bürgermeister von Schwalmstadt (Hessen) war weit mutiger und hat es getan.
Ich habe jedenfalls vor, nächste Woche mal wieder in Bautzen nachzusehen, ob auch die Stadt - und nicht nur die BürgerInnen ihrer Pflicht nachgekommen sind !

04.02.2017 16:29 MuellerF 13

@12: ja sicher gehört sowas strafrechtlich verfolgt!
Ich wollte nur darauf hinweisen, was das letzte Mal passierte, als man Nazis in Bautzen ein Forum mit gewählten Volksvertretern (OB) ermöglichte: Die Rechten versprachen "Ruhe & Frieden"...einen halben Monat später mussten wieder Asylbewerber zum Schutz ihrer körperlichen Unversehrtheit rennend vor einem -diesmal noch größerem- Mob flüchten.

04.02.2017 12:20 Neisterkarl 12

Falls in Bautzen wieder Wahnsinnige auf Menschenjagd gehen, dann ist das ein Fall für Polizei und Justiz.

Man muss diesen Typen ganz klar die Schranken zeigen. Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Wer sich nicht daran hält, soll wissen, dass er jederzeit für seine Straftaten belangt werden kann. Und das kann sehr teuer und unangenehm werden.

04.02.2017 11:57 Hmhmhm an 6 11

Passt v.a. nicht zum Thema. Aber netter Versuch der Relativierung, "Benutzer"...

04.02.2017 10:00 MuellerF 10

Ach nee, wie toll..jetzt kann man bestimmt wie nach dem letzten Treffen die Stunden bzw. Tage zählen, bis die Rechten in Bautzen wieder auf Menschenjagd gehen..!