Rechtsextremismus Online-Portal zu Ausschreitungen in Hoyerswerda wächst

Ein Jahr nach der Präsentation eines Online-Portals zu den Ausschreitungen von Hoyerswerda von 1991 erhält die Web-Dokumentation einen zweiten Teil. Das teilte die Initiative "Pogrom 91" in Berlin mit. Ab Sonntag (17. September) sind unter anderem Interviews mit 15 Zeitzeugen freigeschaltet. Dann jährt sich der 26. Jahrestag der fremdenfeindlichen Ausschreitungen.

Das Projekt wurde von diversen Stiftungen gefördert. Ziel sei gewesen, viele unterschiedliche Perspektiven auf die Entwicklung der Stadt darzustellen, so die Initiatoren. So kommen in kurzen Videoclips unter anderem in Hoyerswerda aufgewachsene Jugendliche aus der alternativen Szene und ehemalige Vertragsarbeiter aus Mosambik zu Wort, die 1991 aus der Stadt vertrieben wurden. Zudem solle verdeutlicht werden, wie eine Stadtgesellschaft den Umgang mit Neonazis suchen könne.

Rechtsradikale hatten in Hoyerswerda im September 1991 Unterkünfte von Gastarbeitern und Asylbewerbern belagert. Nach Tagen verließen die Bewohner schließlich unter Polizeischutz die Stadt. Bei den Ausschreitungen wurden 32 Menschen verletzt. Nur wenige Täter kamen vor Gericht, ihre Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Hoyerswerda war der erste Ort im wiedervereinigten Deutschland, an dem Gewalt gegen Ausländer eskalierte.

Die Premiere der neuen Filme für die Web-Doku wird am Sonntag, den 17. September um 16 Uhr in der Kulturfabrik in Hoyerswerda gefeiert.

Quelle: epd/MDR/kb

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio : MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten aus der Region | 11.09.2017 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2017, 14:57 Uhr

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11 Kommentare

13.09.2017 09:54 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 11

@ 10. Eulenspiegel:
ich denke nicht, daß 'fliege' hier noch einen Bericht über die 'wahren Geschehnisse beim Pogrom' abgeben wird...

Man fragt sich natürlich, was einen Menschen antreibt, der solche ausländerfeindlichen Verbrechen begeht. Das ist in meinen Augen ganz weit entfernt von 'rationellem Handeln'.

12.09.2017 15:16 Eulenspiegel 10

Hallo fliege. Dann beschreiben sie doch mal die Geschehnisse aus ihrer Sicht.

12.09.2017 14:15 fliege 9

oh man ihr wart damals echt alle nicht dabei gewesen. ich schon, leider wird durch Medien vieles nicht erzählt. Aber das kennt man ja.

12.09.2017 09:45 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 8

Zitat #5:
"Unter "Neubürger" sind die "Fachkräfte" ohne Schulabschluß und ohne Ausweis oder Pass gemeint."

Sag ick doch: seit 27 Jahren haben wir 'Bundesbürger' 'Neubürger', die sich nicht in die 'bundesdeutsche Kultur' integrieren wollen; denen es egal ist, ob jemand einen 'bundesdeutschen Pass oder Ausweis oder auch nur einen Flüchtlingsstatus' hat...

Deswegen darf man den 'Pogrom von 1991' nicht vergessen, der auch zeigt, wie schnell Fremdenfeinde von der 'Bevölkerung ohne politische Bildung' Applaus und Unterstützung bekommen.

Die Webdokumentation 'Hoyerswerda 1991' - oben verlinkt - beschreibt diesen Teil der Geschichte ganz gut... mit einfachen Worten, damit jeder, der der deutschen Sprache halbwegs mächtig ist, dort die Fakten nachvollziehen kann.

11.09.2017 00:57 Räudiger Hund 7

#1. @(Naseweisoder), wie können Sie nur fragen? Das wird schließlich irgendwann zum Gründungsmythos unserer vielfältigen Republik gehören, denn schließlich ist das - Zitat Manuela Schwesig: "Engagement für den Zusammenhalt in unserer Einwanderungsgesellschaft". Und auch sonst sind nicht auf dem Stand, wie Sie sein sollen; aber das haben Ihnen ja auch schon andere Zivilgesellschafter hier ansatzlos begreiflich gemacht.

11.09.2017 22:43 HERBERT WALLASCH, Pirna 6

Man muß auch die damals gegebene politische Situation betrachten. Eventuelle Übernahme der Volkspolizisten, alle Führungskräfte kamen aus den alten Bundesländern. Rechte Traditionsverbände bekamen moralische und finanzielle Unterstützung durch den Staat, Rot war schlimmer als Braun, die DDR gleichgesetzt mit dem 3.Reich, verschiedene Dienste provilierten ihre Informanten und der Mob nützte dies aus, schaukelte sich über Tage hoch und man ließ es zu. Wollten nicht niederknüppeln wie in der vergangenen DDR, wollten eine andere Polizei präsentieren und verloren dadurch an gesellschaftlichen Respekt. Die Politik hatte versagt, solchen hochgeschaukelten Mob gibt es, immer wieder, egal was für ein Thema. Auch in Hamburg klatschten Einheimische bei Aktionen gegen die Polizei, war auch politisch.

11.09.2017 21:52 Na so was 5

Antwort für @4:
Unter "Neubürger" sind die "Fachkräfte" ohne Schulabschluß und ohne Ausweis oder Pass gemeint.

11.09.2017 20:10 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 4

Zitat #1:
"In letzter Zeit gab es in Dresden "einige Vorfälle" (u.a. auch mit Todesfolge) zwischen "Neubürgern" untereinander."

Wenn nun ein Bürger der 'neuen Bundesländer' einen anderen Bürger der 'neuen Bundesländer' innerhalb der neuen Bundesländer angreift, sollte darüber definitiv berichtet werden.

Oder habe ich 'Neubürger' in diesem Zusammenhang falsch verstanden?

11.09.2017 19:12 Stefan (Der) 3

Es muss immer wieder der Finger in diese Wunde gelegt werden. Rassismus ist ein Verbrechen. Mich würde tatsächlich mal interessieren, ob es den rassistischen Gewalttätern, nach der "Säuberung" sozial und ökonomisch besser ging. Hierzu fehlt noch eine Analyse. Damals Hoyerswerde un Rostock, heute Freital und viele andere Orte. Hoffen wir, dass die Politiker heutzutage standhaft bleiben und dem Mob, so wie damals, heute nicht recht geben.

11.09.2017 17:23 Ullrich 2

#1 in einem Landkreis in den bei der letzten Landtagswahl mehr als 10% rechtsradikal bzw rechts wählen sollte an dieses Ereignis schon immer wieder als mahnendes Beispiel in Erinnerung beiden werden! Mag sein dass dort sich Auswärtige zu Gange waren. Das Bürger der Stadt diesen aber Beifall gespendet haben ist aber unbestritten!
Der letzte Satz ihres Kommentars zeigt übrigens sehr deutlich die Tendenz ihrer Gesinnung. Pui!