Hoyerswerda : Demo zum Gedenken an Opfer von Ausländerhass
Mit einer Demonstration ist in Hoyerswerda an die Opfer der Ausschreitungen gegen Ausländer vor 21 Jahren erinnert worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers zogen 450 Demonstranten friedlich durch die Stadt. Zur Kundgebung hatte die linksgerichtete Initiative "Pogrom 91" gemeinsam mit der bundesweiten Kampagne "Rassismus tötet" aufgerufen. Sie wollen erreichen, dass die Opfer entschädigt und die Gewalttaten von damals als "Pogrom" anerkannt werden.
Stadt weist Begriff "Pogrom" entschieden zurück
Die Stadt lehnt diese Bezeichnung ab. In einer Mitteilung heißt es: "Wir wollen die schlimmen Geschehnisse keinesfalls verdrängen oder verharmlosen." Man wende sich aber gegen die Bezeichnung Pogrom, die in Verbindung zur Schreckensherrschaft der Nazis stehe. Die Stadt hat nach eigenen Angaben zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen: Bis Ende Oktober können Vorschläge eingereicht werden, wie ein Ort des Gedenkens aussehen kann.
Hoyerswerda war am 17. September 1991 der erste Ort in Deutschland, in dem nach der Wiedervereinigung die Gewalt gegen Ausländer eskaliert ist. Rechtsextreme griffen damals ein Asylbewerber- und ein Vertragsarbeiterheim an. Hunderte Bürger stachelten sie mit Beifall an. Für lange Zeit stand Hoyerswerda danach als Synonym für Ausländerhass.
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