Blutdruck wird gemessen
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Imagekampagne gegen Ärztemangel Entspannter praktizieren auf dem Land

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Junge Ärzte wie Susanne Heinzel und Leonhard Großmann sind ein Glücksfall für den Landkreis Görlitz. Sie ist nach ihrem Medizinstudium wieder in ihre Heimat zurückgekehrt und ist nun Assistenzärztin am Klinikum Oberlausitzer Bergland in Ebersbach. Er hat sich seinen Traum von einer eigenen Praxis erfüllt, die er 2015 in Görlitz eröffnet hat.

Die beiden erzählen ihre Geschichte auf der neuen Internetplattform "Ärzte für Ostsachsen", die weitere Mediziner in die Region holen soll. Dazu preist ein Imagefilm die Vorzüge des Medizinerlebens auf dem Land: Weniger Hektik, mehr Zeit für die Familie, kurze Wege, schöne Landschaft. Die Kampagne setze damit vor allem auf emotionale Ansprache, so Volker Höynk vom Ärzte-Netz Ostsachsen.  Bereits vor vier Jahren hat sich das Ärzte-Netzwerk gegründet, in dem sich mehr als 20 Haus- und Fachärzte zusammengeschlossen haben. Sie machen sich für den Nachwuchs stark und helfen Medizinern, die sich in der Oberlausitz niederlassen wollen.

Mehr Werbung für das Praktizieren auf dem Land

Mit der neuen Internetplattform wollen sie nun noch stärker für die Region werben. Neben den persönlichen Geschichten gibt es dort Informationen zu Fördermöglichkeiten, aber auch zu Wohnmöglickeiten, zur Bildungslandschaft, Natur sowie Freizeitmöglichkeiten. Auch eine Übersicht zu Weiterbildungs- und Lehrpraxen finden sich auf der Seite ebenso wie ein Link zur Praxis- und Stellenbörse der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen.

Die neue Werbeoffensive für Ärzte ist dringend nötig. Denn trotz aller Vorzüge, die die Region für Haus- und Fachärzte hat, entscheiden sich nur wenige, den Umzug in die Oberlausitz zu wagen. Die Folge: Im Landkreis Görlitz sind laut aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung 25 Hausarztstellen nicht besetzt. Im Planungsbereich Görlitz zum Beispiel fehlen allein acht Allgemeinmediziner. Außerdem liegt der Altersdurchschnitt bei den Hausärzten bei 56 Jahren, rund jeder dritte von ihnen ist zudem älter als 60 Jahre. Das Problem wird sich also in den kommenden Jahren verschärfen.

Gute Erfahrung für junge Mediziner

Dabei machen die Erfahrungen, die beispielsweise Leonhard Großmann gemacht hat, durchaus Mut. Als Hausarzt sei er oftmals der erste und letzte Ansprechpartner, zu dem die Patienten kommen. Da erfahre er viel Anerkennung und Dankbarkeit von seinen Patienten. Für ihn eine ganz wichtige Triebfeder, so Großmann. Hinzu komme, dass er durch die kurzen Wege Familie und Beruf gut unter einen Hut bekomme.
Das ist auch für Assistenzärztin Susanne Heinzel ein echter Pluspunkt. Die Entscheidung für ein kleineres Krankenhaus bereut sie nicht. Hier komme man schnell in Kontakt mit den anderen Kollegen. "Die Chancen, direkt von den Chef-und Oberärzten zu lernen, sind groß", sagt sie.

Ihre Erfahrungen sollen anderen Medizinern bei der Entscheidung helfen, sich in der Oberlausitz anzusiedeln. Dafür will das Ärzte-Netzwerk jetzt die Werbetrommel rühren. Auch die Absolventen hiesiger Gymnasien sollen angesprochen werden. So wird sich das Ärzte-Netz auch bei der Ausbildungsmesse "Insidertreff" in Löbau und im Ausbildungsatlas "Insider" präsentieren.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR 1 RADIO SACHSEN | 17.02.2017 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2017, 19:30 Uhr

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