Heute vor einem Jahr: Brandanschlag in Bautzen Akte "Husarenhof" noch nicht geschlossen

In den frühen Morgenstunden des 21. Februar 2016 brannte der Husarenhof in Bautzen. Ein Jahr danach sind zwar einige Störer der Löscharbeiten verurteilt, die Brandstifter selbst aber immer noch nicht gefasst. Das Gebäude des ehemaligen Hotels, das als Asylheim genutzt werden sollte, wartet ebenfalls noch auf die Sanierung. Dazu kommt, dass ein Rechtsstreit zwischen Hoteleigentümer und Landkreis droht.

von Viola Simank

Hotel
Der Husarenhof ein Jahr nach dem Brandanschlag: Das Gebäude steht leer, eine Sanierung ist noch nicht in Sicht. Bildrechte: MDR/Viola Simank

Die Eingangstür ist zugemauert, das Fenster darüber verrußt und aus dem Dachstuhl ragen immer noch verkohlte Balken heraus: Das ehemalige Hotel "Husarenhof" steht ein Jahr nach dem Brand verlassen da. Eigentlich sollten dort im März vergangenen Jahres 300 Asylbewerber einziehen. Doch nun ist der Dachstuhl abgedeckt und mit Planen und Netzen gesichert – der Anblick erinnert immer noch an jene Nacht vom 20. zum 21. Februar 2016, in der das Dach des Hotels in Flammen aufging.

Großes Medienecho

Der Vorfall löste ein großes Medienecho aus, das beschauliche Bautzen war auf einmal überall in den Schlagzeilen. Denn, als wäre der Brand allein nicht schon schlimm genug, sollen auch Schaulustige in jener Nacht asylfeindliche Parolen gerufen haben. Und in einer ersten Polizeimeldung war von "massiven Störern" bei den Löscharbeiten die Rede. Allerdings stellte die Polizei im Nachhinein klar, dass es nicht zu massiven Behinderungen der Einsatzkräfte gekommen sei. Es habe drei sogenannte "Störer" gegeben, die den Gefahrenbereich auf Anordnung der Polizei nicht verließen. Rein rechtlich gesehen waren sie damit "massive Störer" - drei alkoholisierte Jugendliche, die inzwischen alle wegen Widerstand gegen Polizeibeamte verurteilt  sind.

80 Interviews in vier Tagen

Das Medieninteresse war trotz allem immens. Aus Anlass des ersten Jahrestages des Brandes hat die Stadtverwaltung Bautzen noch einmal nachgezählt: Allein in den vier Tagen nach dem Brandanschlag habe Oberbürgermeister Alexander Ahrens 80 Interviews gegeben. Außerdem seien im deutschsprachigen Raum rund 700 Meldungen und Berichte dazu erschienen, mit denen 120 Millionen Leser, Hörer und Zuschauer erreicht wurden.

Das Image der Stadt litt massiv, auch weil es in den nachfolgenden Monaten mehrfach zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen kam. Allerdings habe es trotzdem keine nennenswerten Auswirkungen auf die Buchungszahlen der Hotels oder Geschäftsbeziehungen gegeben, so die Stadt. Sie bemüht sich um Schadensbegrenzung und lenkt den Blick vor allem auf diejenigen, die sich für ein weltoffenes und demokratisches Bautzen engagieren. So gab es unter anderem im September die ersten "Demokratiewochen". Dort waren alle bei verschiedenen Veranstaltungen eingeladen, über das gemeinsame Zusammenleben, aber auch über das unterschiedliche Demokratieverständnis zu diskutieren. In diesem Jahr soll es eine Neuauflage der Demokratiewochen geben.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Unterdessen beschäftigt der Brand auch weiter die Gerichte. Seit Dezember ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Dresden gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Belohnung und Billigung von Straftaten. Die Ermittlungen richten sich gegen diejenigen, die das Feuer im Vorbeigehen kommentiert haben sollen. Zudem ist ein Dachdecker ins Visier der Staatsanwaltschaft Görlitz  geraten, nachdem ein Handyvideo von ihm im Internet aufgetaucht war. Darin dokumentiert der Mitarbeiter einer Baufirma die durch die Brandstiftung verursachten Schäden und beendet seinen Rundgang mit den Worten: "Sieg Heil! Gute Arbeit…" Das Verfahren gegen den Mann läuft noch.

Die Ermittlungen zur eigentlichen Brandstiftung sind dagegen weitestgehend abgeschlossen. Zur Zeit würden die Ergebnisse gesichtet und bewertet, so Wolfgang Klein von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Dies werde aber noch einige Wochen in Anspruch nehmen, auch, um eventuell offene Fragen noch zu klären. Erst dann werde man über die Details informieren.

Eigentümer verklagt Landkreis

Der Anblick des zerstörten Husarenhofs wird den Bautzenern wohl noch einige Zeit erhalten bleiben. Denn solange die Versicherung nicht zahlt, will der Eigentümer, die Säurich-Sassenscheidt GbR, am Gebäude auch nichts machen. Darüber hinaus ist auch unklar, wie das ehemalige Hotel grundsätzlich weiter genutzt werden soll. Der Landkreis Bautzen hatte bereits im März 2016 den Vertrag zur Nutzung als Flüchtlingsheim mit dem Eigentümer gekündigt. Er führte als Grund die großen Gebäudebeschädigung an, die die geplante Nutzung als Asylheim nicht mehr zuließen. Die Säurich-Sassenscheidt GbR zweifelt allerdings die Rechtmäßigkeit der Kündigung an und hat deshalb Klage gegen den Landkreis eingereicht. Das Verfahren dazu läuft.  

Über dieses Thema berichtete MDR SACHSEN auch im Radio : MDR 1 RADIO SACHSEN | 14.02.2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2017, 11:13 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

7 Kommentare

22.02.2017 13:21 B 7

@ 6 du hast recht aber solange es noch verblödete 60 % Bürger in Deutschland gibt geht leider die Asyindustrie weiter. Die Bürger sind einfach nicht in der lage was zu ändern, außer das sich diese 60 % verblöden lassen s. der Regierung, s. der Journalisten, s. der Medien.
Buch von Udo Ulfkotte lesen, aber das machen die auch nicht sondern diese müssen randalieren beim nächsten Fussballspiel wieder.....................

21.02.2017 19:36 1683 6

Macht Schluß mit dieser verdammten Asylindustrie ! Merkt Euch Jeden, der mit dem Untergang unserer Kultur sein Geld verdient ! Wehrt Euch, es reicht !

21.02.2017 13:48 Luftikus 5

@4/ Auch Sie haben wohl in die Glaskugel geschaut. Als Anwohner habe ich mich im damaligen Forum des MDR um eine sachliche Bewertung bemüht und den Mainstream hier vor schneller Schuldzuweisung gewarnt. Denn die besoffenen Krakeeler, die die BFW und die Polizei angegangen sind, fand man schon vorher zwischen Jet Tankstelle und Aldi und man findet sie gerade am WE immer noch dort. Leider wurde mein Beitrag nicht abgedruckt. Diese Meinung passte eben einigen hier offensichtlich nicht in den Kram. Die Motive der oder des Täters können breit gefächert sein. Rechte aber auch linke Täter, die den Rechten etwas in die Schuhe schieben wollen, Versicherungsbetrug, frustrierte Angestellte/Gewerbetreibende, die durch die Kündigung des Immobilienbesitzers, ihren Arbeitsplatz/ihre Existenz verloren haben, Brandstiftung als Stimmungsmache von politisch "interessierten" Kreisen gegen eine bestimmte Partei vor den damals anstehenden Landtagswahlen. Alles wäre möglich.

17.02.2017 13:59 MuellerF 4

Die Worte des Dachdeckers in dem Video lassen darauf schließen, dass er den/die Täter u.U. persönlich kennt- evtl. entschließt er sich ja, zu plaudern, um mit einer geringeren Strafe davon zu kommen?

15.02.2017 19:01 Eulenspiegel 3

Ich denk das die Versicherung nicht zahlen will ist klar schließlich war es Brandstiftung und dafür ist die Versucherin nicht da. Darum muss der Brandstifter gefunden werden. Ich denke der wird auch gefunden. Es ist nur eine Frage der Zeit. Und dann erwartet ihm ein Strafprozess und ein Zivilprozess auf ihm. Ob der wohl noch ruhig schlafen kann. Ich glaube nicht.

15.02.2017 17:49 Einer 2

Glaskugel bemüht sich um Verleumdung und ignoriert Tatsachen. Vllt. bezieht die GStA den Kommentator ja in die Ermittlungen ein? Immerhin deutet er ja Insiderwissen an. Oder doch Hochstapler?

15.02.2017 10:06 Glaskugel 1

Gibts für den Besitzer etwa finanzprobleme, weil die Versicherung etwa nicht (alles) und umgehend zahlen will? Gibt es etwa Zweifel seitens der Versicherung wegen der Brandursache, die u. U. NICHTS mit der VERÖFFENTLICHTEN Einheitsmeinung im Falle Husarenhof zu tun haben könnte? Erinnert alles irgendwie an den Fall Tröglitz.... kicher......