Krabat-Schau in Bautzen Sonderausstellung für sorbischen Faust

Am Sonntag hat das Sorbische Museum in Bautzen erstmals eine Ausstellung eröffnet, die dem Zauberer Krabat gewidmet ist. Die Sonderschau beschäftigt sich mit dem Leben, der Legende und der Marke Krabat, der durch Literatur von Mercin Nowak-Njechornski, Jurij Brezan und Otfried Preußler Bekanntheit erlangte und sich inzwischen zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Region entwickelt hat.

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Das Sorbische Museum zeigt eine Sonderausstellung zu Herkunft und Wirkung der Sagengestalt Krabat. Bildrechte: Przykuta

Vom Offizier zum Sagenhelden

Als historisches Vorbild für Krabat diente die Geschichte von Johann von Schadowitz (1624-1704). Jüngsten Forschungen zufolge soll der Kroate 1658 als Offizier der Edelgarde an den sächsischen Hof gekommen sein. Für seine Treue und Ergebenheit hat er 1691 einen Gutshof in Groß Särchen vom König geschenkt. Doch die sorbischen Bauern nahmen den Fremden mit Argwohn auf. Wie Kulturwissenschaftlerin Susanne Hose erklärt, machten Gerüchte aus dem Fremden nach dessen Tod 1704 den Zauberer Krabat und legten den Grundstein für den Mythos. Die ältesten schriftlichen Belege des Sagenstoffes, der sich zuerst nur im sorbischen Sprachraum entwickelte, gehen auf das Jahr 1838 zurück. Krabat, der der bösen Macht eines Müller widerstand und durch die Liebe seiner Mutter erlöst werden konnte, gilt aufgrund der Parallelen beider Geschichten auch als sorbischer Faust.

Mensch, Mythos, Marke

Ausstellungskurator Christina Bogusz aus dem Sorbischen Museum in Bautzen (Sachsen) mit der bekannten Krabatfigur auf dem Arm und im Hintergrund mit einer lebensgroßen Figur des Johann von Schadowitz.
Ausstellungskuratorin Christina Bogusz mit der bekannten Krabatfigur auf dem Arm. Bildrechte: dpa

In jüngster Vergangenheit machten sich die Lausitzer die Figur und den Mythos Krabat als Marke zu nutze, sagt Museumsleiterin und Ausstellungskuratorin Christina Bogusz. "Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird im deutsch-sorbischen Siedlungsgebiet zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda auf kultureller und touristischer Ebene der identitätsstiftende Wert des Mythos Krabat als Wirtschaftsfaktor zur Marke entwickelt."

Neben der bekannten literarischen Bearbeitung wurde der Sagenstoff in einer Kinderoper sowie in mehreren Verfilmung verwendet. Im Ortsteil Schwarzkollm von Hoyerswerda können sich Interessierte die "Schwarze Mühle" des bösen Müllers anschauen. Hier finden die alljährlichen Krabat-Festspiele statt. Die Aufführungen sind so beliebt, dass die Karten bereits Monate im Vorfeld ausverkauft sind.

Mühlentag in der Krabatmühle Schwazkollm
Die Krabat-Mühle in Schwarzkollm am Originalschauplatz der Sage. Bildrechte: MDR/Bettina Wobst

Krabat - Mensch. Mythos. Marke. 17. September 2017 bis 15. April 2018
Sorbisches Museum, Bautzen

Austellungseröffnung am Sonntag, den 17. September 2017, 15 Uhr

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
Montag geschlossen, außer an Feiertagen.

In der Sonderausstellung zeigt das Sorbische Museum in Zusammenarbeit dem Krabatmühle e.V. bis Mitte April Leihgaben aus der Rüstkammer in Dresden, der Anna-Amalia-Bibliothek Weimar und der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften Görlitz. Weitere Kooperationspartner sind die Staatliche Kunstsammlungen Dresden sowie das Sorbische Institut. Ausstellungsbegleitend sind Vorträge, Filmvorführungen und Erlebnisführungen geplant.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.09.2017 | 15:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2017, 22:01 Uhr

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