Batteriestandort Kamenz Accumotive gibt beim Ausbau Gas

Die Arbeiten an der neuen Batteriefabrik der Daimler-Tochter Accumotive in Kamenz laufen auf Hochtouren. In den nächsten Wochen soll der Rohbau stehen. 500 Millionen Euro fließen in den Ausbau.

Gelände der Accumotive GmbH in Kamenz
Gegenüber der jetzigen Batteriefabrik in Kamenz baut der Automobilkonzern Daimler zurzeit ein zweites Werk. Es ist dreimal so groß wie das vorhandene Werk. Bildrechte: MDR/Rica Sturm

Die Erde neben dem Rohbau der neuen Batteriefabrik dampft. Noch 100 Meter entfernt riecht es nach heißem Teer. Männer in leuchtend orangefarbenen Hosen und Jacken asphaltieren einen Weg auf dem künftigen Betriebsgelände. Lastkraftwagen rollen im Zehn-Minuten-Takt von und zur Baustelle. Auf einer Länge von mehr als 100 Metern ragt ein riesiges Stahlbeton-Skelett aus der lehmigen Erde. Der Automobilkonzern Daimler baut seine Batteriefabrik in Kamenz aus.

Rohbau soll bald fertig sein

Der Eingang zum Firmengebäude der Deutschen Accumotive in Kamenz.
2012 hat Daimler in Kamenz mit der Serienproduktion von Lithium-Ionen-Batterien begonnen. Bildrechte: MDR/Rica Sturm

In einigen Monaten will der Autokonzern im neuen Werk die ersten Batterien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge seiner Autoflotte herstellen. Zurzeit entsteht aber noch der Rohbau der neuen Fabrik, der in Kürze fertig sein soll, sagte eine Firmensprecherin. Im kommenden Frühjahr sollen schon die ersten Maschinen aufgebaut werden. "Die Inbetriebnahme der neuen Fabrik startet Mitte 2018, darauf folgt dann der Start der Serienproduktion", so die Sprecherin weiter.

Belegschaft soll sich verdoppeln

Mit dem neuen Werk in Kamenz vervierfacht Daimler die Produktions- und Logistikfläche seines Tochterunternehmens auf 80.000 Quadratmeter. Aktuell beschäftigt Accumotive nach eigenen Angaben am Standort Kamenz mehr als 350 Mitarbeiter. Bis 2020 sollen es mehr als doppelt so viele sein, stellt das Unternehmen in Aussicht.

In Kamenz will Daimler vor allem Lithium-Ionen-Batterien für alle elektrifizierten Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart herstellen. Darüber hinaus sollen dort auch stationäre Systeme beispielsweise zum Speichern von selbsterzeugtem Strom aus Sonnenenergie entstehen. Seit Beginn der Serienproduktion im Jahr 2012 hat das Unternehmen mehr als 80.000 Lithium-Ionen-Batterien ausgeliefert.

Zukunft der Litarion GmbH ungewiss

Ein Bauschild zeigt die künftige Batteriefabrik in Kamenz.
Mitte nächsten Jahres soll die Produktion im neuen Werk starten. Bildrechte: MDR/Rica Sturm

Während die Accumotive den Standort Kamenz ausbaut, sieht es in der benachbarten Litarion GmbH zurzeit eher trübe aus. Seitdem sich der Essener Chemiekonzern Evonik aus der Batterieproduktion in Kamenz zurückgezogen und seine Firma Litarion im Mai 2015 an die börsennotierte kanadische Firma Elektrovaya verkauft hat, geht es dort bergab. Von finanziellen Problemen und fehlenden Aufträgen ist immer wieder die Rede. Zurzeit ist Kurzarbeit angesagt.

Dabei sah die Zukunft der Litarion bis vor vier Jahren noch vielversprechend aus. Damals hatte das Unternehmen ein Verfahren entwickelt, mit dem es besonders leistungsfähige Elektroden und Separatoren für Lithium-Ionen-Batteriezellen herstellen konnte. Einmalig auf dem hart umkämpften Markt, aber kostenintensiv. Für Daimler zu teuer. Wie es mit der Litarion GmbH weitergeht, ist ungewiss. Für das nächste Jahr kündigt das Unternehmen auf seiner Internetseite die Produktion einer neuen Lithium-Ionen-Super-Polymer-Batterie an.

Quelle: MDR/ris

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.11.2017 | ab 5:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2017, 22:21 Uhr

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