Ruderblätter in der Bootshalle
Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Neues Bootshaus im Weißkollm Auf zu neuen Ufern: Wassersportverein zieht an Dreiweiberner See

In Weißkollm ist am Mittwoch das neue Bootshaus des Wassersportvereins "Am Blauen Wunder" eingeweiht worden. Mit dem neuen Trainings- und Wettkampfzentrum am Dreiweiberner See wird der Verlust der Wassersportanlagen am gesperrten Knappensee nicht nur kompensiert, sondern die sächsischen Wassersportler rudern in eine neue Zukunft.

Ruderblätter in der Bootshalle
Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Als das Oberbergamt 2010 ankündigte, den Knappensee für jede Nutzung zu sperren, brach für die Wassersportler und viele Anlieger ein Welt zusammen. Bei einer Einwohnerversammlungi n der völlig überfüllten Aula der Grundschule spielten sich turbulente Szenen ab, erinnert sich der damalige Bürgermeister Udo Witschas. Die rund 450 Menschen konnten es demnach kaum fassen, dass die "kleine Ostsee" wegen Sicherungsarbeiten des Bergbausanierers LMBV nicht mehr zugänglich sein sollte. Bis heute sind nicht alle Anwohner damit einverstanden.

Bautzener Landrat Michael Harig
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Der Knappensee musste gesichert werden. Nach zahlreichen Grundbrüchen in der Region gab es keine Alternative. Deshalb kann ich mich nur bei allen bedanken, die wie die Wassersportler den Mut hatten, trotz herber Verluste neu anzufangen.

Michael Harig Landrat des Landkreises Bautzen

Auch den traditionsreichen Wassersportverein "Am Blauen Wunder" traf die Sperrung hart. Am 1. April 2014 - und das war kein Aprilscherz - wurde die Wasserfläche geperrt. Einige Monate später durfte das Vereinsgelände samt Bootshaus nicht mehr betreten werden. Voraussichtlich bis 2022 sollen die Arbeiten dauern.

Fieberhaft suchte der Verein zusammen mit der Gemeinde und dem Oberbergamt nach Lösungen. Hart wurde um den richtigen Kurs gerungen, immer wieder das Steuerruder herumgerissen. Fast wäre der Vereinskuttter mit seinen 300 Besatzungsmitgliedern dabei auf Grund gelaufen. Oft musste der damalige Vereinskapitän Eberhard Schiemann die Wogen glätten und neue Strippen ziehen, bis der heutige Standort in Weißkollm gefunden und von allen akzeptiert worden war.

Bildergalerie Neues Wassersportzentrum am Dreiweiberner See

Eingangstour zum Bootshaus Lohsa
In Weißkollm ist das neue Bootshaus am Dreiweiberner See eingeweiht worden. Bildrechte: Uwe Walter
Eingangstour zum Bootshaus Lohsa
In Weißkollm ist das neue Bootshaus am Dreiweiberner See eingeweiht worden. Bildrechte: Uwe Walter
Empfang der Gäste im neuen Bootshaus
Am Mittwoch wurde gefeiert. Bildrechte: MDR/Uwe Walter
Blick in die neue Bootshalle
Der Wassersportverein "Am Blauen Wunder", der sein Domizil am Knappensee aufgeben musste, hat sich mit dem Bootshaus am Dreiweibernen See ein neues Zuhause geschaffen. Bildrechte: Uwe Walter
Kraftraum im neuen Bootshaus
Der Stolz der Ruderer: Der neue Kraftraum im Bootshaus. Bildrechte: MDR/Uwe Walter
Udo Wtischas und Michael Harig in der neuen Bootshalle
Ex-Bürgermeister Udo Witschas und Landrat Michael Harig in der neuen Bootshalle Bildrechte: MDR/Uwe Walter
Boote in der neuen Halle
120 Boote haben hier Platz. Bildrechte: Uwe Walter
Detail - Boote in der neuen Bootshalle
Die "Schwarze Elster" schwimmt künftig auch auf dem Dreiweiberner See. Bildrechte: Uwe Walter
Helme der Wildwasserfahrer
Kanuten finden in dem neuen Wassersportzentrum beste Trainingsbedingungen vor. Bildrechte: Uwe Walter
Nordstrand mit Wegweiser am Dreiweiberner See
Vom Wassersportzentrum sind es nur wenige Schritte bis zum Nordstrand. Bildrechte: Uwe Walter
Vereinsmitglieder besprechen die Regattastrecke
Der Verein hat noch Großes vor: Eine Regattastrecke soll entstehen. Auch für das Gelände haben die Vereinsmitglieder viele Ideen. Bildrechte: MDR/Uwe Walter
Blick über den Dreiweiberner See von Norden nach Süden
Blick über den Dreiweiberner See von Norden nach Süden: Am Horizont ist die Seepyramide am Strand von Lohsa zu sehen. Hier soll die neue Regattastrecke entlangführen. Bildrechte: Uwe Walter
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Bootshaus mit Bootshalle in Weißkollm
Bootshaus mit Bootshalle in Weißkollm Bildrechte: Uwe Walter

Knappensee ist Geschichte

"Ohne den umtriebigen Eberhard Schiemann würde es das neue Wassersportzentrum am Dreiweiberner See nicht geben", sagt der damalige Bürgermeister von Lohsa, Udo Witschas. Mit der Einweihung des neues Bootshauses hat sich der Wassersportverein "Am Blauen Wunder" endgültig gegen sein Heimatgewässer, den gesperrten Knappensee, entschieden.

Ex-Bürgermeister Udo Witschas und Landrat Michael Harig
Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Es gibt Kraft und Zuversicht, wenn man jetzt sieht, was man trotz aller Schwierigkeiten gemeinsam auf die Beine stellen kann. Manchmal muss man neue Wege gehen und das ist uns hier gut gelungen.

Udo Witschas Ex-Bürgermeister Lohsa

Bis zur Fertigstellung der Arbeiten werden rund 1,8 Millionen Euro in die Anlage am Nordstrand des Dreiweiberner Sees investiert.

Beste Bedingungen für den Nachwuchs

Der Neubau des Bootshauses kann sich sehen lassen. In der Bootshalle haben 120 Boote Platz, mit der Option für weitere 80 und eine Werkstatt. Das Bootshaus samt Küche ist für die Betreuung von 200 Kindern ausgelegt, sagt Vereinschef Uwe Schneider. Er freut sich über eine Wiese für ein Zeltlager, über den Kraftraum und die Übernachtungsmöglichkeiten im ersten Stock, die sich auch für Familien anbieten.

Vereinsvorstand
Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Eine tolle Kiste ist das hier geworden! Wir haben völlig neue Möglichkeiten für die Nachwuchsarbeit, können künftig sogar internationale Wettkämpfe austragen.

Uwe Schneider Vereinsvorsitzender "Am Blauen Wunder"

Nicht nur Wassersportler sind willkommen. Auch Schulklassen können Projekttage beim Verein veranstalten und zudem hofft der Verein auf Gäste, um die Unterhaltskosten für die Anlage zu mindern. Fünf Zimmer mit eigenem Bad stehen bereit. Vom Bootshaus sind es nur wenige Schritte bis zur benachbarten Strandbar und bis zum Nordstrand.

Blick zum neuen Bootshaus an der leeren Strandbar
Noch ist die Strandbar nahe des neuen Bootshauses leer. Das soll sich bald ändern. Bildrechte: Uwe Walter

Regattastrecke vom Feinsten

Die Bauarbeiten am Nordstrand sind mit der Einweihung des neuen Bootshauses noch nicht beendet. In der kommenden Woche wird eine Treppe zum Ufer gebaut. Folgen wird ein Bootssteg, an dem die Wassersportler anlegen können. Bis zum Spätsommer soll dann die Regattastrecke fertig sein: Neun Bahnen, 1.000 Meter lang. "Das Feinste und Modernste, was derzeit auf dem Markt zu haben ist", schwärmt der Vereinschef Uwe Schneider. "Oberster Standard mit Startschuhen und allem Drum und Dran, so wie es die Zuschauer aus dem Fernsehen kennen, wenn die Boote nach dem Start losrasen."

Blick über den Dreiweiberner See von Norden nach Süden
Hier entsteht die neue Regattastrecke. Bildrechte: Uwe Walter

Unterdessen ist der Strippenzieher und Motor des Vereins offenbar schon wieder aktiv. Eberhard Schiemann will sich aber noch nicht in die Karten gucken lassen.

Motor des Vereins Eberhard Schiemann
Eberhard Schiemann Bildrechte: MDR/Uwe Walter

"Wir haben am Dreiweibener See so einiges vor, auch für die Region", meint er lächelnd. "Die Einweihung des Bootshauses wird nicht der letzte Anlass zum Feiern gewesen sein". Man darf also weiter gespannt sein, wohin die Freunde des Wassersports im Weißkollm künftig segeln oder rudern.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch in Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 11.05.2017 | 06:40 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 10.05.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Mai 2017, 07:16 Uhr

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