Ein Wolf durchstreift sein winterliches Gehege. (Archivbild)
Bildrechte: dpa

Lausitz Abschussgenehmigung für Problemwolf Pumpak läuft aus

Darüber diskutieren Wolfsbefürworter und - gegner deutschlandweit: Problemwolf Pumpak wurde zum Abschuss freigegeben. Weil er sich nicht mehr blicken lässt, plant das Landratsamt Görlitz, die Genehmigung nicht zu verlängern.

von Katrin Tominski

Ein Wolf durchstreift sein winterliches Gehege. (Archivbild)
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Als hätte Pumpak den Braten gerochen: Seit der verhaltensauffällige Wolf zum Abschuss freigegeben wurde, scheint er auf dem Rückzug. Ganz nebenbei hat er nicht nur Sachsen sondern ganz Deutschland gespalten. Über 93.500 Menschen aus der gesamten Republik haben bis Dienstagabend eine Online-Petition gegen seinen Abschuss gezeichnet. "Pumpak muss weiterleben", hieß der Aufruf der Petition. "Der Wolf muss sterben", lautete die Forderung der Kritiker.

Ausnahmegenehmigung gilt bis Sonntag

Jetzt scheint sich das Problem in diesem Präzedenzfall von selbst zu lösen. Weil sich Pumpak nicht mehr blicken lässt, soll die bis Sonntag gültige Genehmigung nicht verlängert werden. Hartmut Schwarze, Leiter der Abteilung Naturschutz im sächsischen Umweltministerium, sagte in der MDR-Hörfunksendung "Dienstags direkt": "Wir wurden vom Landratsamt informiert, dass kein Antrag für eine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung gestellt werden soll."

Ende Januar hatte Sachsen im Fall Pumpak erstmals die Genehmigung für den Abschuss eines Wolfes erteilt. Diese ist laut Schwarze "zeitlich und örtlich begrenzt". Sie gilt noch bis zum Sonntag. "Wichtig ist, die aktuelle Lage und auch die Gefährdung immer neu einzuschätzen", so Schwarze. Weil der Wolf nicht mehr gesehen wurde, habe sich jetzt eine neue Situation ergeben.

Kritik vom Institut für Wolfsmonitoring

Grundsätzliche Kritik an der Genehmigung äußerte Gesa Kluth vom Institut für Wolfsmonitoring- und forschung. "Man hat nicht einmal versucht, den Wolf zu fangen", sagte die Biologin in der Sendung. "Man hätte ihn später immer noch erschießen können." Zudem ließen sich Tiere mit einem Sender grundsätzlich leichter finden.

Vor allem Schäfer und Hobbytierhalter hatten immer wieder Unmut über die Rückkehr des Raubtieres in unsere heimischen Wälder geäußert. Aufgrund wiederholter Wolfs-Attacken auf Schafe, Ziegen und andere Tiere forderten sie, dass verhaltensauffällige Wölfe abgeschossen werden dürfen.

Als Welpe von Menschen gefüttert

Pumpak hatte sich wiederholt auffällig verhalten. Nach Aussage des Umweltministeriums war er immer wieder in Ortschaften im Raum Görlitz aufgetaucht und hatte nach Futter gesucht. Einmal soll er in Rietschen sogar versucht haben, einen frischgebackenen Kuchen vom Fensterbrett zu stehlen, der dort zum Abkühlen abgestellt war. Der knapp zweijährige Wolfsrüde stammt aus einem Rudel aus Polen. Nach Angaben polnischer Wissenschaftler wurde er als Welpe von Menschen gefüttert.

Über dieses Thema berichtete MDR SACHEN auch im Hörfunk: MDR 1 RADIO SACHSEN | Dienstags direkt | 14.02.2017 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2017, 10:30 Uhr

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28 Kommentare

17.02.2017 09:08 petra.schuelke 28

Wenn nur schon Sonntag wäre!Aber,war es das dann,oder geht es im nächsten Winter die Hetzjagd wieder los?Wird Pumpak,oder ein anderer Wolf dann wieder zum Abschuss freigegeben?

16.02.2017 20:09 Ulrike Wagner 27

Es würde mich nicht wundern wenn ein schiesswütiger Jäger oder Nutztierhalter den Wolf geschossen hätte und Ihn dann verschwinden lies. Auch in diese Richtung sollten wir mal schauen. Das er den Kuchen stehlen wollte spricht für den Wolf er ist nun mal intelligent, mein Hund würde den Kuchen aber auch stehlen. Muss er jetzt auch erschossen werden? In anderen Ländern kommen Wölfe des Nachts auch in die Städte z.B. Rumänien man lebt mit dem Wolf er gehört zur Natur.

16.02.2017 13:18 Pattel 26

Gab's es überhaupt einen Pumpak???

16.02.2017 10:10 moni 25

Problembär Bruno
Problem Wolf Pumpak
- was kommt noch?
Haben die Jäger Angst um ihre Abschußquoten. Liebe Jäger teilt doch einfach mit Wolf und Luchs. Wenn ausreichend jagbares Wild in unseren Wäldern vorhanden ist, werden auch Wolf und Luchs satt. Und das mit Rotkäppchen ist ja nun wirklich ein Märchen.

16.02.2017 03:01 Enrico Pelocke 24

Was hat der Wolf verbrochen? Er suchte in menschlichen Siedlingen nach Futter und versuchte, einen Kuchen zu stehlen. Unsere Gesetze schützen zwar Eigentum, sehen für Diebstahl aber keine Todesstrafe vor. Wenn wir jeden Dieb erschießen würden, würde das Diebstähle auch nicht 100%ig vermeiden. Vielleicht dachte der Wolf, der Kuchen ist ein Geschenk für ihn und ihm war gar nicht klar, daß das eine Straftat ist. Daß Wölfe in Menschensiedlungen Futter suchen und Menschen begegnen, ist in anderen Ländern normal z.B. Rumänien. In einem Dorf im Elbsandsteingebirge kam uns mal ein Fuchs auf der Dorfstraße entgegen. Außerdem leben in Städten und Dörfern viele Vögel und andere Tiere. Vögel kamen sogar direkt ins Vogelhäuschen am Fenster. Wollt ihr die jetzt auch erschießen? Laßt die Tiere leben. Ein Kuchendieb ist kein Kindermörder.

16.02.2017 02:49 Anne Schiek 23

… hoffentlich findet der Wolf bis Sonntag ( und für immer ) ein gutes Versteck , wo er sicher ist vor
ambitionierten Freizeitkillern und einen Ort , wo er in Würde seine wölfische Freiheit finden kann , ohne daß Menschen ihn belauern .
Es lebe der Wolf !

15.02.2017 23:19 Marianne Berger 22

Wie sagte Albert Schweitzer - "Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge, sondern Leben inmitten von Leben, das auch leben will."
Ich persönlich finde, dass das gefährlichste und unberechenbarste Wesen immer noch der Mensch ist.

15.02.2017 23:05 Hans-Georg Jaroslawski 21

Wenn man so dumm ist, den Wolfswelpen auch noch füttert und der dann ausgesetzt wird, darf man sich nicht wundern, wenn er wieder unter die Menschen geht. Die ganze Wolfsangelegenheit zeigt doch, wie der Mensch von der Natur Abstand genommen hat. Anstatt sich auf die Wölfe einzustellen, wird wirklich geglaubt er frißt die Großmutter. Ich kann die Ängste überhaupt nicht verstehen. Wenn der Wolf vom Menschen in Ruhe gelassen wird, zieht er sich bei Begegnung mit Menschen sofort zurück. Habe ich selbst mit meinem Schäferhund erlebt. Wildschweine sind wesentlich gefährlicher, vor allem dann, wenn sie Bachen haben.

15.02.2017 22:52 G. Mark 20

Lasst Wolf Pumpak leben .... von wegen Problemwolf!
Das Problem sind doch wir Menschen.....

15.02.2017 21:58 Gabriela 19

Is schon " komisch"
Der..böse Wolf.... muss "weg" ....aber der "Nutztier-" quälende und... fressende /mensch/ darf unbehelligt weiter machen